Ein Portrait der Schulpartner- und Kinderpatenschaften der Wallburg Realschule Eltmann

 

Soziales Engagement – das ist für die Schulgemeinschaft der Wallburg-Realschule Eltmann kein modisches Schlagwort unserer Zeit, sondern seit langem ein wichtiger Bestandteil des Schullebens von Schülern und Lehrern unserer Schule!

Um soziale Arbeit zu unterstützen, Patenschaften übernehmen und finanzieren zu können und um tat-sächlich helfen zu können, wird zu Beginn jedes Schuljahres ein sogenannter „Patenschafts-Euro“ pro Schüler eingesammelt, welcher auf ein eigens zu diesem Zweck eingerichtetes Schul-Konto überwiesen wird.

Ein Teil dieses Engagements fließt in das Bedürfnis, sich ganz besonders für Kinder und Jugendliche aus Dritte-Welt-Ländern in Bildungs-Not einzusetzen und so ist es nicht verwunderlich, dass bereits vor Jahren die Schulgemein-schaft eine Kinderpatenschaft für einen Jungen in Ägypten übernahm.

patenschaft_1Nachdem jedoch immer häufiger Kritik an der Wirtschaftlichkeit und Effektivität der Organisation „Plan“ (über welche uns das Patenkind vermittelt wurde) und auch anderer bekannter Hilfs-Organisationen laut wurde, entschied man sich vor ca. 5 Jahren, eine zusätzliche Bildungs-Patenschaft über das im Jahre 1999 gegründete „Schulpatenprojekt Senegal“ der Pfarrei Dankenfeld (Partnerdiözese der Erzdiözese Bamberg; Herr Pfarrer Ewald Thoma, der Begründer und Frau Cäcilia Kager, welche die „Aktion Schulgeld“ verwaltet, sind die guten Geister und „Motoren“ dieser kirchlichen Initiative) für ein Mädchen im Senegal zu übernehmen.

Sowohl Herr Pfarrer Thoma, Frau Kager als auch unser Erzbischof Dr. Ludwig Schick besuchen regelmäßig die Partnerdiözese Thies und deren Schulen im Senegal, um sich u.A. mit Pascal Mbaye, Direktor für das Schulwesen im Bistum Thies und Lehrern der Schulen „vor Ort“ auszutauschen. Herr Mbaye erklärt: „Als katholische Kirche wollen wir nahe bei den Menschen sein. Weil der Staat sich nicht genügend um Bildung kümmert, errichten und fördern wir Schulen. Wir bemühen uns um gute Lehrer, intakte Schulgebäude und nicht zu große Klassen. Mit Erfolg!“

Dabei muss unbedingt betont werden, dass die Verwaltungsarbeit für die Patenschaften in Deutschland ganz im Ehrenamt, ohne jegliche Bezahlung geleistet wird und die Besuchsreisen nach Senegal privat bezahlt werden!

Das garantieren auch das Partnerschaftskomitee und das Referat Weltkirche Bamberg als verlässliche Partner der „Aktion Schulgeld“.

patenschaft_2Soukeyna Sene jedenfalls, „unser“ Schützling im Senegal, konnte die Grundschule erfolgreich abschließen und in eine weiterführende Schule übertreten welche sie seit ca. 3 Jahren erfolgreich besucht.

(Die Grundschule im Senegal geht von Klasse 1-6)

Ohne unsere finanzielle Unterstützung hätte sich ihre Mutter, welche ihren Unterhalt, den von Soukeyna und ihrer fünf Geschwister als Frisörin verdient, das anfallende Schulgeld nie im Leben leisten können.

Eine Anmerkung nebenbei:

Selbstverständlich haben über die Jahre hinweg auch die verbalen Aufmunterungen unserer Schüler per Briefkontakt und die liebevoll verpackten Geschenke oder Briefe jeweils zu Weihnachten ihren wichtigen Beitrag zum Erfolg Soukeynas beigetragen!!

An dieser Stelle vielen lieben Dank noch einmal an alle beteiligten Schüler und Lehrer – also auch an diejenigen, welche sich unermüdlich bemühen, unseren (Gedanken-)Austausch auf Französisch im Gange zu halten!! J

Vor 5 Jahren war unser ägyptisches Patenkind seinen Kinderschuhen im Großen und Ganzen entwachsen, daher beschloss die Lehrerkonferenz, „Plan“ zu kündigen und gänzlich auf das Schulpatenprojekt Senegal der Pfarrei Dankenfeld und auf zwei weitere (z.T. auf Bundesebene ausgezeichneten) „einheimische“ wohltätige Organisationen zu setzen:

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Dies sind zum einen der „Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder und Jugendlicher auf den Philippinen – Mabuhay“, gegründet 1995 u.A. von Herrn Norbert Engel in Bamberg und seither unter dessen Leitung.

Das Wort „mabuhay“ ist ein philippinischer Gruß und Wunsch. Er bedeutet soviel wie „Du sollst leben“. Der Name ist Programm und drückt aus, dass bedürftigen Kindern auf den Philippinen geholfen werden soll, ein besseres, menschenwürdigeres Leben führen zu können.

Folgende Aufgaben hat „mabuhay“ übernommen:

  • Schul-Patenschaften für Kinder und Jugendliche aus ärmsten Verhältnissen
  • Hilfe für das „House of Friendship“, einem Heim für Waisen- und Slumkinder
  • Ernährungshilfe für unterernährte Kinder
  • Unterstützung eines Gesundheitszentrums

Partner dieser Projekte auf den Philippinen sind die Schwestern des Canossa-Ordens, die Lehrerin Elaine Licame und die Sozialarbeiterin Leslie Macuja, ohne deren tatkräftige Unter-stützung und deren Wissen um die Situation vor Ort eine effektive Hilfe bestimmt so gut wie unmöglich wäre.

Auch Herr Norbert Engel ist immer wieder persönlich vor Ort – um zu helfen und den „Einsatz“ der Spendengelder zu organisieren.

2013 haben wir uns für die Schulpatenschaft eines Kindes angemeldet und die Daten des kleinen Noriel Dimatulac übersandt bekommen – seither steht auch einer weiteren Brieffreundschaft (diesmal auf Englisch) nichts mehr im Wege!! J

patenschaft_4Als dritte Organisation im Bunde ist zu guter letzt der Verein „Zukunft für Menschen in Südindien e.V.“ zu nennen, welcher 2008 gegründet wurde.

Diese Initiative versteht sich als „eingetragener mildtätiger und gemeinnütziger Verein, der für Not leidende Menschen im südindischen Tamil Nadu Hilfe leistet. Die Hilfe zur Selbsthilfe sowie die Nachhaltigkeit ist die Grundidee, die allen unseren Hilfsmaßnahmen zugrunde liegt. Kriterium unserer Hilfe und Unterstützung ist einzig und allein die Bedürftigkeit der Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht und Religion.“

Folgende Projekte unterstützt „Zukunft für Menschen in Südindien e.V.“:

  • Die Dalits, die Kastenlosen, welche in Indien völlig ausgegrenzt leben müssen. Ihnen soll ein lebenswürdiger Wohnraum ermöglicht werden.
  • „food for family“, ein Projekt für ältere Mensche welche kein Dach über dem Kopf haben.
  • Unterstützung von Frauengruppen: durch die Vergabe von Mikrokrediten sollen die Frauen in ihrer wichtigen Rolle als Rückgrat der indischen Gesellschaft aufgewertet werden.
  • Vor allem nach dem Tsunami 2004 sind der Hausbau und die Schaffung von Wohnraum ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten des Vereins.
  • In Indien ist eine einheitliche Schulkleidung Da viele Familien diesen Beitrag finanziell nicht leisten können, stattet der Verein pro Jahr etwa 2500 Kinder mit Schulkleidung aus.
  • Lepradorf Jothi Nager. 18 Familien, durch ihre Lepra-Erkrankung aus der Gesellschaft ausgeschlossen, haben durch den Bau eines ganzen Dorfes menschenwürdige Lebensverhältnisse und neue Lebens-Perspektiven erfahren dürfen.

Auch dieser Verein, dessen engagierter Vorsitzender Herr Gerhard Albert aus Stegaurach ist, wird von beiden Seiten unterstützt:

Daheim setzen sich Herr Albert, seine Frau Ulrike, Herr Pfarrer Walter Ries aber auch Herr und Frau Andreas und Christine Höllein aus Gundelsheim unermüdlich für ihr idealistisches Projekt ein.

patenschaft_5In Südindien besteht zu Herrn Pfarrer Jeremias eine freundschaftliche Verbindung. Dieser koordiniert und organisiert „auf der anderen Seite“, also in Indien alle Projekte; er wird von sozial kompetenten Frauengruppen unterstützt.

Nach einem langen, fruchtbaren Gespräch mit Ehepaar Albert haben wir uns Anfang 2013 dazu entschlossen, außer einer Schulpatenschaft für ein bedürftiges Kind in Südindien auch eine Schulpartnerschaft mit einer Schule in die Region Kottar im Bundesstaat Tamil Nadu zu übernehmen!!

patenschaft_6Die Koordinaten unserer Partnerschule, St. Helena´s High School in Enayam wurden uns bereits von Herrn und Frau Albert zugesandt:

  • Es gibt 948 Schüler an dieser (vergleichsweise) Realschule, 463 Jungen und 485 Mädchen.

Träger der Schule ist die Kirche

  • Es gibt 8 Lehrer und 3 Beschäftigte (Büro, Putzen, usw), die von der Pfarrei bezahlt werden. 22 Lehrer werden von der Regierung bezahlt.

patenschaft_7Die Schule benötigte neben der Renovierung bestehender Klassenräume und die  Errichtung von sanitären Anlagen dringend neue Stromgeneratoren, Stühle und Bänke für die Schüler, aber auch Unterstützung bei der Beschaffung von neuem Unterrichtsmaterial. Durch unsere (finanzielle) Unterstützung konnte bei einem Großteil der Miseren bereits Abhilfe geleistet werden!

Falls Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben oder falls Sie schon lange mit dem Gedanken spielen, ebenfalls eine Patenschaft für ein bedürftiges Kind zu übernehmen (und nicht wussten, welcher Organisation Sie „vertrauen“ können), so erhalten Sie im Internet oder per Telefon bei den genannten Organisationen und Vereinen Auskunft:

 

www.zms-ev.de (Zukunft für Menschen in Südindien e.V.) bzw. 0951/42202, Frau Höllein (Zuständig für Schulpatenschaften)

www.mabuhay-kinderhilfe.de (Mabuhay, Herr Norbert Engel Tel.: 0951/22380)

Aktion Schulgeld – Partnerschaft zwischen den Diözesen Bamberg und Thiès/Senegal  Tel.: 09549/314 (Frau Kager, Oberaurach)

Natürlich können Sie sich auch jederzeit bei mir zu diesem Thema erkundigen!

Geschrieben von Petra Wieland