Wie funktioniert der Treibhauseffekt? Was hat die Farbe einer Oberfläche mit der Erderwärmung zu tun? Und welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf unsere Lebenswelt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die vier 9. Klassen unserer Schule an jeweils einem Projekttag unter dem Motto „MINT meets BNE – Klimawandel verstehen und handeln“.
Im Mittelpunkt der vier Projekttage stand der Klimakoffer, mit dem die Schülerinnen und Schüler zentrale Zusammenhänge des Klimawandels nicht nur theoretisch kennenlernten, sondern durch Experimente selbst untersuchen und nachvollziehen konnten.
Der Projekttag begann zunächst mit einem besonderen Blick auf die Natur. Da viele unserer Schülerinnen und Schüler in einer ländlich geprägten Umgebung leben, ging es in der ersten Stunde um die Frage, welche Bedeutung Natur für unser eigenes Leben hat. Bei verschiedenen Impulsen und Gesprächen setzten sich die Jugendlichen mit ihren persönlichen Naturerfahrungen auseinander und reflektierten, was sie an ihrer Heimat und der sie umgebenden Natur schätzen.
Dabei wurde deutlich: Nur was wir kennen und als wertvoll wahrnehmen, sind wir auch bereit zu schützen. Die Wertschätzung der Natur bildete damit den Ausgangspunkt für die anschließende Auseinandersetzung mit dem Klimawandel.
Anschließend ging es in die praktische Arbeit mit dem Klimakoffer. In verschiedenen Experimenten erforschten die Schülerinnen und Schüler unter anderem die Wirkung von Treibhausgasen, die Absorption von Wärmestrahlung und den Albedo-Effekt.
Sie stellten Vermutungen auf, führten selbstständig Experimente durch, beobachteten die Ergebnisse und werteten ihre Messungen aus. Auf diese Weise wurden komplexe physikalische Zusammenhänge anschaulich und greifbar. Die Schülerinnen und Schüler konnten nachvollziehen, welche naturwissenschaftlichen Prozesse hinter dem Klimawandel stehen und warum ein grundlegendes Verständnis der Vorgänge im Klimasystem notwendig ist, um die Folgen des Klimawandels beurteilen zu können.
Ein zentraler Bestandteil der Projekttage war die Verbindung mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). BNE ist im LehrplanPLUS kein eigenes Fach, sondern ein übergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel. Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, Zusammenhänge zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.
Genau diese Verbindung wurde an den Klimakoffer-Tagen deutlich: Die Naturwissenschaften liefern wichtige Erkenntnisse über den Klimawandel – BNE stellt die Frage, was wir mit diesem Wissen anfangen und wie wir unsere Zukunft gestalten wollen.
In der letzten Stunde kehrten die Schülerinnen und Schüler wieder in ihren regulären Unterricht nach Stundenplan zurück. Die Lehrkräfte hatten dabei die Möglichkeit, die Erkenntnisse des Tages aufzugreifen und mit den jeweiligen Fachinhalten zu verknüpfen.
So wurde beispielsweise im Geschichtsunterricht, in dem aktuell das Thema Nationalsozialismus behandelt wird, eine Verbindung zum Klimawandel hergestellt und die Frage nach Verantwortung und den Folgen menschlichen Handelns aus historischer und aktueller Perspektive betrachtet. Auch in anderen Fächern konnten die Schülerinnen und Schüler ihre neu gewonnenen Erkenntnisse aufgreifen und weiterentwickeln.
Damit wurde ein wichtiger Gedanke der Bildung für nachhaltige Entwicklung sichtbar: Klimawandel ist kein Thema eines einzelnen Faches. Physik und Geographie erklären die wissenschaftlichen Grundlagen, andere Fächer ermöglichen es, Zusammenhänge zu analysieren, kritisch zu hinterfragen, zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.
Die vier Klimakoffer-Tage waren somit ein weiterer Baustein auf dem Weg unserer Schule, BNE und Klimaschutz fächerübergreifend im Schulalltag zu verankern. Denn wer die Zukunft gestalten möchte, muss zunächst verstehen, was in der Welt passiert – und erkennen, welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann.