Schule mit Courage
Gemeinsam etwas bewegen – Toleranz an der WRS leben – offen für Neues oder auch Fremdes sein
Seit der Titelverleihung am 25.10.2013 dürfen wir uns als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bezeichnen, als Paten konnten wir hierzu den Bamberger Kinderbuchautor Paul Maar sowie den Würzburger Weihbischof Ulrich Boom gewinnen. Besonders hervorgehoben werden muss an dieser Stelle, dass die Initiative, sich deutlich für Respekt, Toleranz und ein kunterbuntes Miteinander der Kulturen, aber auch konsequent gegen Mobbing und Diskriminierung im schulischen Alltag auszusprechen, tatsächlich einzig und allein von den Schülersprechern des Schuljahrs 2012/13 ausgegangen ist – also nicht von Lehrkräften der Schülerschaft aufgezwungen wurde.
Damit eine Schule nachhaltig die Ziele einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verfolgen kann, haben wir seit der Titelverleihung ein so genanntes Courage-Team aktivieren können. Schülerinnen und Schüler ab der sechsten Jahrgangsstufe sind herzlich willkommen, um sich mit ihren Ideen einzubringen und auch allen Mitgliedern der Schulfamilie immer wieder bewusst zu machen, wie man Gemeinschaft leben oder auch Vorurteile abbauen kann.
Momentan engagieren sich 9 Schülerinnen und Schüler aus den 7., 8. und 9. Klassen in diesem Team, besuchen beispielsweise zweitägige Seminare zur Ausbildung als „Aktivcoaches“ in der Jugendbildungsstätte Würzburg. Dort werden generell Erfahrungen der SOR-SMC-Aktiven mit teilnehmenden Schulen aus dem Einzugsbereich der Landeskoordination Bayern bzw. der Regionalkoordination Unterfranken ausgetauscht, Kompetenzen für Projektarbeit vermittelt oder auch Anregungen für schulinterne Workshops geliefert, welche wir insbesondere für die Jahrgangsstufe 5 nutzen.
In den vergangenen Jahren erreichten wir die Fünftklässler über die oben erwähnten, von unseren eigenen Aktivcoaches selbst durchgeführten Workshops, welche beispielsweise mit kurzweiligen PowerPoint-Präsentationen Wissen rund um Begriffe wie „Rassismus“, „Cybermobbing“ oder „Ableismus“ vermittelten und mittels Spielsequenzen oder kleinen selbst entwickelten Theaterszenen vertieften.
Die 7. Klassen nahmen wiederholt an zweistündigen Kurzschulungen des Kolping-Netzwerks für Geflüchtete aus Köln teil, die sich primär mit dem Thema „Umgang mit Vorbehalten, Klischees und Stereotypen“ beschäftigten, und besuchten darüber hinaus jeweils 45 Minuten auch das dazu gehörige interaktive Infomobil, um sich über Mitmachaktionen, Texttafeln und multimediale Elemente Hintergrundwissen über Flucht, Migration und Integration anzueignen.
Außerdem wurden Sechst- wie Achtklässler durch interaktive Theaterstücke von „thevo“ aus Nürnberg in Testwelten, die um Themen wie „Mobbing“ oder „Flucht“ kreisten, entführt und für die jeweilige Problematik sensibilisiert.
Wurden in der Vergangenheit unsere Zehntklässler nahezu alljährlich durch externe Multiplikatoren der Jugendgruppe „déjàWü“ aus Würzburg über Homophobie informiert und konnten im dazugehörigen Workshop ihre sozialen Kompetenzen stärken, verlagerten wir diese Thematik in den letzten vier Jahren in die Jahrgangsstufe 7 und unser schuleigenes Courage-Team übernahm Peer-to-peer diesen Part, um die jüngeren Schüler für einen respektvolleren Umgang miteinander zu sensibilisieren sowie diskriminierende Äußerungen und vermeintlich „alltägliche“ Beleidigungen kritisch zu hinterfragen: Jeder Mensch soll sich unabhängig von Herkunft, Aussehen, Beeinträchtigung, Religion oder sexueller Identität als wertgeschätzter Teil unserer Schulfamilie fühlen können. In diesem Schuljahr (2025/26) wird das Team nach einer Überarbeitungsphase die Workshops in der 8. Jahrgangsstufe durchführen.
Allein aus dieser Zusammenschau wird ersichtlich, wie komplex die Beschäftigung mit Toleranz, Respekt & Co. doch ist, weshalb wir uns als Courage-Team noch auf viele neue Themen freuen, die wir gemeinsam mit unseren Mitschülern und Lehrkräften auf ganz unterschiedliche Art und Weise angehen möchten.
Maria Brasch und Corinna Hartwich-Beck
