Sozialer Arbeitskreis
Wo aus Begegnungen Freundschaften und aus Mitgefühl Taten werden
Manchmal braucht es keine großen Worte, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Oft genügt ein offenes Ohr, ein ehrliches Lächeln, eine helfende Hand oder einfach die Bereitschaft, Zeit zu verschenken. Genau das lebt der Soziale Arbeitskreis unserer Schule seit dem Schuljahr 2009/10 – und beweist Jahr für Jahr, dass Menschlichkeit nicht unterrichtet, sondern gemeinsam erlebt wird.
Im Schuljahr 2025/26 engagieren sich 32 Schülerinnen und Schüler – 31 Mädchen und ein Junge – ab der 8. Jahrgangsstufe mit beeindruckender Empathie, großer Offenheit und jeder Menge Tatkraft. Gemeinsam mit Frau Türk, Herrn Nguyen und Frau Hartwich-Beck setzen sie sich dafür ein, Menschen zusammenzubringen, Vorurteile abzubauen und dort Freude zu schenken, wo sie besonders gut ankommt.
Zu den langjährigen Kooperationspartnern zählen die Tagespflege des Seniorenhauses St. Stephanus (CuraVivum) in Eltmann, die Eltmanner Tafel sowie die Werkstätten der Lebenshilfe in Sennfeld. Ob beim gemeinsamen Feiern des Martinstags, bei bewegenden Advents- und Osteraktionen, musikalischen Besuchen in der Tagespflege oder bei der persönlichen Übergabe von Weihnachts- und Osterspenden an Familien der Eltmanner Tafel – unsere SozAKler erleben immer wieder hautnah, wie wertvoll Zeit, Aufmerksamkeit und ehrliche Begegnungen sein können. Dabei entstehen nicht nur unvergessliche Momente für die Beschenkten, sondern auch Erfahrungen, die unsere Jugendlichen selbst nachhaltig prägen.
Ein besonderes Herzstück unserer Arbeit bildet seit vielen Jahren die Kooperation mit den Werkstätten der Lebenshilfe in Sennfeld. Beim Werkstatterlebnistag tauchten unsere Schülerinnen und Schüler in den Arbeitsalltag der Einrichtung ein, arbeiteten Schulter an Schulter mit den Beschäftigten und nahmen zahlreiche neue Eindrücke mit nach Hause. Wenige Monate später folgte der Gegenbesuch in Eltmann, bei dem gemeinsam gekocht, gespielt, gekegelt, gelacht wurde und Giveaways gemeinsam produziert wurden. Aus anfänglichen Begegnungen sind längst echte Freundschaften entstanden – Begegnungen auf Augenhöhe, bei denen Unterschiede in den Hintergrund rücken und der Mensch im Mittelpunkt steht.
Ebenso selbstverständlich packen unsere SozAKler dort mit an, wo Unterstützung gebraucht wird. Beim Fußball-Wanderpokal der Lebenshilfe sorgten sie nicht nur an den Hotdog-, Popcorn- und Getränkeständen für das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste, sondern betreuten auch eine Spielstation, feuerten die Mannschaft aus Sennfeld lautstark an und trugen mit ihrer ansteckenden Herzlichkeit maßgeblich zur besonderen Atmosphäre dieses inklusiven Sportfestes bei.
Dass das Engagement unseres Sozialen Arbeitskreises inzwischen weit über die Grenzen unserer Schule hinaus Beachtung findet, zeigt sich ebenfalls deutlich: Bereits zum zweiten Mal durfte unsere Arbeit beim Wertetag für Studienreferendarinnen und Studienreferendare in Unterfranken an der Wilhelm-Sattler-Realschule Schweinfurt vorgestellt werden. Mithilfe persönlicher Videobotschaften und verschiedener Praxisbeispiele erhielten angehende Lehrkräfte Einblicke, wie Werteerziehung durch authentisches soziales Engagement gelingen kann. Darüber hinaus präsentierten unsere Schülerinnen ihre Projekte im Rahmen der Veranstaltung „KlimaConnect“ interessierten Lehrkräften und machten deutlich, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und Schule aktiv mitgestalten können.
Doch so vielfältig die Projekte auch sind – eigentlich geht es im Sozialen Arbeitskreis um etwas viel Größeres. Es geht darum, Menschen nicht nach Alter, Herkunft, Behinderung oder Lebenssituation zu beurteilen, sondern ihnen mit Respekt, Interesse und Offenheit zu begegnen. Es geht darum, Zeit zu schenken, zuzuhören, gemeinsam zu lachen und füreinander da zu sein. Genau dadurch entstehen Erlebnisse, die weit über einen einzelnen Aktionstag hinauswirken.
Unser Sozialer Arbeitskreis ist deshalb weit mehr als eine Schülergruppe. Er ist ein Ort, an dem Verantwortung wächst, Freundschaften entstehen, Werte gelebt werden und junge Menschen erfahren, dass sie mit ihrem Engagement tatsächlich etwas bewegen können. Oder anders gesagt: Hier werden nicht nur Projekte organisiert – hier werden Brücken gebaut: zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen mit und ohne Handicap, zwischen Geben und Nehmen – und genau darin liegt seit inzwischen über 16 Jahren die eigentliche Stärke unseres Sozialen Arbeitskreises.
Corinna Hartwich-Beck