Dies durfte der Soziale Arbeitskreis der Wallburg-Realschule Eltmann in der Werkstatt der Lebenshilfe in Sennfeld hautnah erleben

Nachdem im Herbst des Vorjahres bereits eine Kooperation zwischen der Werkstatt der Lebenshilfe in Sennfeld mit der Wallburg-Realschule in Eltmann stattgefunden hatte, freuten sich sowohl die Schülerinnen und Schüler des Sozialen Arbeitskreises gemeinsam mit ihren betreuenden Lehrkräften als auch Werkstattleiter Günter Scheuring und Bildungsbegleiter Stefan Hömer sowie deren Beschäftigte über diese erneute Begegnung in Form eines gemeinsamen Arbeitstags in Sennfeld.

Nach der Begrüßung durch Günter Scheuring lieferte Stefan Hömer, der als Bildungsbegleiter junge Erwachsene ab 18 Jahren über die Dauer von 27 Monaten nach einem dreimonatigen Eingangsverfahren 24 Monate in fünf verschiedene Berufsbilder einführt mit dem Ziel, dass seine Schützlinge die Eignung für den freien Arbeitsmarkt erreichen, in einer ausgesprochen kurzweiligen Empfangsrunde in der Cafeteria Informationen über die Werkstatt Sennfeld im Hinblick auf deren Schwerpunkte „Förderstätte“, „Berufsbildungs-“ sowie „Arbeitsbereich“ und visualisierte diese auch bestens mittels eines Imagefilms. Doch band Herr Hömer die Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises dabei auch bestens ein, indem er sie den Begriff „behindert“ definieren ließ, ehe er eine von der KI generierte Antwort präsentierte, oder sie zu einem Selbstversuch mittels Ohrenzuhalten animierte, um die Problematik des Feststellens von Entwicklungsverzögerungen vor Augen zu führen. Nach einer kleinen Frühstückspause, in der alle Anwesenden mit leckeren Snacks verwöhnt wurden, folgte der Praxisteil für die 22 Jugendlichen, der, wie der Bildungsbegleiter betonte, dem Abbau von Barrieren diene und das täglich gelebte Motto „miteinander – nebeneinander – füreinander“ fördere. Bei einem Rundgang durch die verschiedenen Arbeitsbereiche der Werkstatt wurden den Lehrkräften wie auch den Schülerinnen und Schülern die vielfältigen Angebote an Berufsbildern durch Stefan Hömer locker und unterhaltsam präsentiert und sogleich alle Heranwachsenden auf die Bereiche „Schreinerei“, „Schlosserei“, „Montage“, „Kartonagen/Druck/Filter“ sowie „Küche“ verteilt, um bis zur Mittagspause gemeinsam mit den Beschäftigten den Arbeitsalltag zu erleben und selbst auch tätig zu werden.

Von Zurückhaltung war auf beiden Seiten nichts zu bemerken, vielmehr freuten sich viele über ein Wiedersehen, da bereits 13 Schülerinnen und Schüler im Vorjahr an diesem Aktionstag teilgenommen hatten, was durch herzliche Umarmungen und ausgelassenes Lachen, aber auch Anknüpfen an damalige Gesprächsinhalte zum Ausdruck gebracht wurde. Kurzweilige Unterhaltungen bereicherten die gemeinsamen Arbeitsprozesse, während beispielsweise Teig geknetet, Fahrzeugteile neutralisiert, Kartons etikettiert oder Xylophons zusammengebaut und verpackt wurden. Darüber hinaus wurde kurzerhand die Wartezeit, als in einer Gruppe aufgrund des fleißigen Zusammenarbeitens Material zwischenzeitig ausging, einfach mit einer Runde Kniffel überbrückt.

Viel zu schnell verging die gemeinschaftliche Arbeitsphase, sodass von einigen der Beschäftigten die Frage gestellt wurde, ob denn die Schülerinnen und Schüler am nächsten Tag wieder in der Werkstatt mitarbeiten würden. Bereits beim Mittagessen, das aufgrund der Speisenauswahl und Qualität bei allen auf große Begeisterung stieß, tauschten sich die Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises rege über die gewonnenen Eindrücke und Erlebnisse des Vormittags aus, wo neben Praxiserfahrungen aus dem beruflichen Alltag klar das Knüpfen bzw. Festigen von Freundschaften dominierten. Am Ende der Mittagspause erfolgte eine kleine Feedbackrunde, in der sich auch die Jugendlichen erkundigten, inwiefern sie denn hier in der Lebenshilfe beruflich einsteigen könnten, worauf Stefan Hömer die Alternativen FSJ, Bufdi, ausgebildeter Heilerziehungspfleger*in oder eben exemplarisch eines der in der Einrichtung vorkommenden Berufsfelder, z. B. das des Schlossers, aufzeigte. Im Anschluss daran stand der Workshop „Digitaldruck“ auf dem Programm, bei dem sich alle Anwesenden ihr Giveaway selbst mit einem individuellen Kurztext gestalten durften: eine hölzerne, personalisierte Trinkglasabdeckung mit integriertem Flaschenöffner. Danach ging es nochmals kurz in die verschiedenen Arbeitsbereiche, um sich von den neugewonnenen „Arbeitskollegen“ noch zu verabschieden – mit dem Versprechen wieder einmal vorbeizuschauen – z. B. am 01.12., wenn die bereits traditionelle „Lichternacht“ von 14:00 bis 22:00 Uhr stattfindet. Abgerundet wurde dieser Aktionstag durch den Besuch des Sennshops, in dem ein Beschäftigter mit Herzblut über die Produktpalette der hauseigenen Manufaktur berichtete und auch bei den Spielwaren zum Ausprobieren anregte, was sehr gerne von den Heranwachsenden wie auch Lehrkräften angenommen wurde.

Hautnah miterleben zu können, wie durch die individuelle Förderung jedes/r einzelnen Mitarbeiters/in im handwerklichen wie auch persönlichen Bereich dessen/deren Eigenständigkeit und Selbstwertgefühl gesteigert werden, aber auch all die herzlichen Begegnungen sowohl mit den Beschäftigten als auch den Abteilungsleiter*innen, das alles bewerteten alle Anwesenden als ungemein bereichernd an diesem kooperativen Projekt. Deswegen schloss sich an den Dank für das Ermöglichen dieses großartigen Aktionstages gleich die Einladung zu einem Gegenbesuch an der Wallburg-Realschule an: Im Frühjahr darf sich Stefan Hömer mit seiner Gruppe aus dem Berufsbildungsbereich dann in Eltmann von den Mitgliedern des Sozialen Arbeitskreises mit einem entsprechenden Programm überraschen lassen.

Nähere Informationen zur Werkstatt in Sennfeld und dem Sennshop unter:

https://lebenshilfe-schweinfurt.de/einrichtungen-angebote/werkstaetten/wfbm-sennfeld

https://www.werkstatt-sennfeld.de/sennshop

Autorin: Corinna Hartwich-Beck