Der Name des Workshops war Programm, denn es ging um Fairness bei der Textilproduktion und die Schülerinnen und Schüler erhielten Gelegenheit, sich zu verkleiden. Aber der Reihe nach:
Die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KjG-Hauses Schonungen waren bereits zum wiederholten Male an unserer Schule zu Gast, verbindet ihr Programm doch Bildung zum Thema Nachhaltigkeit mit unterhaltsamen Teamspielen, die Motivation und Verbundenheit bei den Schülerinnen und Schülern schaffen.
Diesmal kamen unsere siebten Klassen in den Genuss des Moduls zu Fairtrade. Die Wahl der Kleidung ist gerade für Jugendliche Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität, daher spiel sie meist für Schülerinnen und Schüler eine besonders große Rolle. Doch nur wenige wissen, wie ihre Kleidung produziert wird.
Abhilfe schuf nach einem Einstieg, bei dem die einzelnen Verarbeitungsschritte von Textilien im Kontext der Globalisierung auf einer riesigen Landkarte verortet wurden, eine schüleraktive Phase:
Als Journalistinnen und Journalisten gingen unsere siebten Klassen auf Weltreise und erkundeten die Textilproduktion. Wo kommt unsere Kleidung eigentlich her? Wer produziert sie und unter welchen Bedingungen? Wer verdient am meisten daran, wie gerecht ist das und wie geht es unserer Umwelt damit?
Es folgte ein spannender „Live-Krimi“, der mit Elementen der Erlebnispädagogik die Problemfelder in der Kleidungsproduktion aufzeigte (z. B. dass die Arbeiterinnen und Arbeiter nur einmal am Tag die Toilette besuchen dürfen). Die Teilnehmenden schlüpften in einer kleinen Theatereinlage in die Rolle von Angestellten, Aufsehern und Polizisten – inklusive Kleidung, was zu großer Erheiterung bei unserer Schülerschaft führte, denn auch Jungs „schmissen“ sich in hübsche Kleider, um Näherinnen darzustellen.
Und dann war Kreativität gefragt: In Kleingruppen wurden Podcasts, Greenscreen-Videos oder andere Medienerzeugnisse erstellt, um das Gelernte in Szene zu setzen.
Abschließend zeigten die KjG-Mitarbeitenden den interessierten Jugendlichen die Webseite „Good on you“, wo man recherchieren kann, wie nachhaltig v. a. unterschiedliche Kleidungsmarken arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler schlugen eine Vielzahl an bekannten und beliebten Marken vor und zeigten sich ernüchtert in Anbetracht der schlechten Ergebnisse. Außerdem wurde die Secondhand-Plattform „Vinted“ vorgestellt, die einzelne Schülerinnen und Schüler bereits kannten. Hier lässt sich nicht nur nachhaltig einkaufen, sondern bei Markenkleidung auch bares Geld sparen!
In einer Blitzlicht-Runde am Ende gaben die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler viel positives Feedback. Besonders lobend hervorgehoben wurden die Video-Drehs und auch die Teamspiele, z. B. als sie in der Rolle der Arbeiterinnen und -arbeiter aus einer Fabrik entkommen sollten, was als „Der Boden ist Lava“-Spiel umgesetzt wurde.
Dieser informative, abwechslungsreiche Vormittag wird hoffentlich dazu beitragen, dass zukünftig bei dem einen Schüler oder der anderen Schülerin das Motto „Augen auf beim Kleiderkauf!“ gilt!
Susanne Müller und Kirsten Christiansen