Auch in Coronazeiten vergisst der Osterhase der Wallburg-Realschule weder die Eltmanner Tafel noch die Tagespflege des Seniorenhauses St. Stephanus

Auch in Coronazeiten vergisst der Osterhase der Wallburg-Realschule weder die Eltmanner Tafel noch die Tagespflege des Seniorenhauses St. Stephanus

Am Dienstag vor den Osterferien (23.03.21) überraschte einmal mehr unser eifriger Osterhase Herrn und Frau Schmittlutz: Im Gepäck hatte er im Namen der SMV einen Scheck über 300,00 €, damit das Ehepaar für den Laden der Eltmanner Tafel weitere Rollwagen anschaffen kann, weil sich diese bereits in der Vergangenheit bei den beengten Verhältnissen für die ehrenamtlichen Helfer als ausgesprochen praktisch erwiesen hatten. Da coronabedingt die SMV im zurückliegenden Schuljahr keine Einnahmen aus Veranstaltungen hatte erwirtschaften können, wurde einfach auf Gespartes zurückgegriffen. Denn die kontinuierliche Unterstützung der Tafel liegt unserer Schulfamilie sehr am Herzen. Deswegen hielt auch der Soziale Arbeitskreis an seiner jahrelangen Tradition fest und verwendete diesmal aus dem Pott des Zivilcourage-Preisgeldes aus dem vergangenen Herbst rund 170,00 € dazu, um 34 Kinder der Tafelkunden im Alter zwischen 3 und 12 Jahren mit kleinen Holzspielsachen, Malbüchern, Stiftesets sowie Fairtrade-Ostersüßigkeiten zu beschenken. Aufgrund des erst kurz zuvor begonnenen Wechselunterrichts war die sonst hierfür übliche Spendenaktion der SozAK-Mitglieder unmöglich realisierbar geworden.

Kurz nach der Spendenübergabe vor dem Schulgebäude wurde bekannt, dass einzelne Lehrkräfte gut erhaltene Kinder- und Jugendbücher sowie Spielsachen erneut abzugeben hätten, sodass in den kommenden Tagen auch diese an Marianne und Eduard Schmittlutz übergeben werden können.

Am 25.03.21 nutzte schließlich unser WRS-Osterhase noch die Gelegenheit, im Auftrag des Sozialen Arbeitskreises der Tagespflege des Seniorenhauses St. Stephanus einen Kurzbesuch abzustatten. Die Initiative ging dabei von einer Schülerin des Arbeitskreises, nämlich Leonie M. aus, die gemeinsam mit ihrem Bruder Niklas und den Eltern Osterplätzchen – tütchenweise liebevoll abgepackt – gemeinsam mit Ostersüßigkeiten in einer frühlingshaft dekorierten Kiste organisiert hatte. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften erfolgte die Übergabe vor dem Gebäude an das Personal, das betonte, wie schön es sei, dass sie und ihre Klienten nicht von den Wallburg-Realschülern vergessen würden. Anschließend konnten die beiden Geschwister mit den begleitenden Lehrkräften durch die Fenster blickend mitverfolgen, wie erfreut, aber auch sichtlich gerührt die Senioren ihre kleinen Osterpräsente entgegennahmen.

Autorin: Corinna Hartwich-Beck

Natur und Kunst

Natur und Kunst

Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch, aber spätestens seit Aufkommen der Strömung der Land Art in den Sechziger Jahren in den USA ist offenkundig, wie gut beides zusammengehen kann: Dieser Kunstrichtung ging es darum, Kunst in der Natur zu gestalten, und das auch noch (bei der Land Art im engeren Sinn) mit Naturmaterialien. Die oft riesigen Werke führen dazu, dass man eine bekannte Umgebung mit anderen Augen sieht, irritiert durch die offenkundig von menschlicher Hand vorgenommene Veränderung – was schon als selbstverständlich angenommen und gar nicht mehr bewusst zur Kenntnis genommen wurde, wird plötzlich wieder aufmerksam betrachtet. Hinzu kommt, dass diese Kunstwerke oft nur zeitweise verfügbar sind; Robert Smithsons berühmte „Spiral Jetty“ z. B., eine Steinspirale im Großen Salzsee in Utah, war je nach Wasserstand mal sichtbar, mal nicht. Andy Goldsworthys Farbverläufe aus Blättern blieben nur wenige Wochen erhalten, bevor sie verwelkten oder weggeweht wurden. Diese Vergänglichkeit macht eine fotografische Dokumentation nötig. 

Der Ansatz der Land Art, ein neues Bewusstsein zu schaffen für die Schönheit der Natur, aber auch für ihre Vergänglichkeit, passt im wahrsten Sinn des Wortes natürlich sehr gut zu unserer Umweltschule – und er ist auch der Grund, weshalb sich viele Land Art-Künstler auch für den Umweltschutz engagieren, wie z. B. der Brite Andy Goldsworthy. Nachempfunden (im kleinen Stil :)) haben dies die Klassen 6b und 6d im Rahmen des Kunst- und Distanzunterrichts, wobei immer auch wichtig sein sollte, sparsam mit den (unbedenklichen) Materialien umzugehen, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schonen. Dabei sind sehr unterschiedliche, tolle kleine Werke entstanden; mal haben Schüler und Schülerinnen Gesichter in Naturmaterialien entdeckt und diese  vollendet, mal entstanden Mandala-artige, geometrische Arrangements aus allem, was der eigene Garten so hergab … aber seht selbst:

– Kirsten Christiansen

Backe, backe Kuchen …

Backe, backe Kuchen …

In diesem Fall hat aber im Gegensatz zum Text des gleichnamigen Kinderliedes nicht der Bäcker gerufen, sondern Frau Brasch, und zwar die siebten Klassen im Gesundheit-und-Ernährungs-Unterricht. Okay, gebacken wurde schlussendlich auch kein Kuchen: Schoko-Cookies und Fruchtpunsch standen auf dem Speiseplan!

Aber getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ befassten sich die Klassen zunächst in der Theorie mit dem fairen Handel: Warum sollte man fair gehandelte Zutaten verwenden und welche Produkte kann man fair erwerben? Außerdem wurden die Vorteile des regionalen und biologischen Anbaus beleuchtet. In der Praxis ging es dann darum, Zutaten unter die Lupe zu nehmen und zu überprüfen, ob sie regional, biologisch und unter fairen Bedingungen produziert wurden.

Auch wenn alle Klassen sich engagiert an der theoretischen Vorstunde beteiligten, war es dann doch die Praxis, die ihnen im wahrsten Sinn des Wortes am besten schmeckte!

– Kirsten Christiansen

Schon die „Kleinen“ sind dabei

Schon die „Kleinen“ sind dabei

Dass sich unsere Schüler und Schülerinnen schon früh Gedanken machen über Ungerechtigkeit,  das ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb setzt unsere Werteerziehung schon bei den Kleinsten an – traditionell findet in allen fünften Klassen ein Fairtrade-Workshop zur Kakaoproduktion statt, der jedoch Corona-bedingt in den letzten zwei Schuljahren entfallen musste. Doch wir fanden rasch Alternativen: 

Eine davon war in diesem Jahr die Gestaltung eines Fairtrade-Slogans in Graffiti-Schrift.  Anlass dazu war die Kampagne „Sweet Revolution“ von Fairtrade Deutschland, bei dem es darum ging, sich einen prägnanten Slogan auszudenken und zu veröffentlichen. 

Dies tat die Klasse 5a auch mit Feuereifer, nachdem sie sich mit herkömmlicher Kakaoproduktion und Alternativen auseinandergesetzt hatte: Zunächst wurden die Schüler und Schülerinnen mit der provokanten Aussage konfrontiert, dass Schokolade schrecklich sei, und durften mutmaßen, wie das sein könne, dass etwas so Leckeres fürchterlich sein soll. Nachdem die naheliegenden Antworten wie Kariesgefahr, Übergewicht usw. bei übermäßigem Konsum genannt worden waren, gab es dann doch den einen oder anderen Schüler, der schon von der problematischen herkömmlichen Kakaproduktion gehört hatte. Ausgehend von einem Videoclip, der einen etwa Gleichaltrigen zeigt, welcher auf der Kakaoplantage schuften muss statt zur Schule zu gehen, stellten wir typische Probleme wie Kinderarbeit oder die zugrunde liegende mangelnde finanzielle Absicherung ihrer Eltern (z. B. schwankende Verkaufspreise, kein Krankengeld oder Rente) dem gegenüber, wie Fairtrade diese Probleme zu lösen versucht. 

Nach einem kurzen Abstecher in die Welt der Werbung, bei dem wir analysierten, was ein Slogan ist und welche Slogans die Kinder kennen, hatten sie dann auch das nötige Rüstzeug an der Hand, selbst einen Slogan gegen Ausbeutung oder für faire Produkte zu entwickeln. Dabei bewiesen sie ihre wirklich tolle Kreativität z. B. mit Ideen wie „Kaufe fair, das ist nicht schwer!“ oder „Kinderarbeit soll nicht sein, denn das ist gemein!“. So entstanden trotz des komplexen Themas  beeindruckende Sprüche. Dabei blieb es jedoch nicht; unsere Schülerinnen und Schüler  setzten ihre gefundenen Slogans dann sogleich als bunte Graffiti-Schrift im Kunstunterricht in Szene und verzierten diese mit passenden Symbolen und Bildern. Wohlverdient konnten sich natürlich als Abschluss alle ein Täfelchen faire Schokolade schmecken lassen,  nachdem sie sich erfolgreich derart kreativ verausgabt hatten.

– Kirsten Christiansen