Osterhase der Wallburg-Realschule bei frühlingshaften Temperaturen im Eltmanner Tafelladen gesichtet

Osterhase der Wallburg-Realschule bei frühlingshaften Temperaturen im Eltmanner Tafelladen gesichtet

Der Dienstag vor den Osterferien ist seit neun Jahren im Terminkalender der Wallburg-Realschule rot markiert, denn an diesem Tag statten SMV und Sozialer Arbeitskreis dem Eltmanner Tafelladen einen Besuch ab, um für die kleinen Kunden in die Rolle des Osterhasen zu schlüpfen, aber auch die Tafel Eltmann an sich mit einer kleinen Finanzspritze zu unterstützen.

Diesmal konnten die Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises, nachdem sie die Geldbeutel ihrer Mitschüler, des Lehrerkollegiums und der Sekretärinnen von lästigem Kleingeld befreit hatten, am 09.04.2019 60 Kinder und Jugendliche mit Fairtrade-Süßigkeiten – teilweise inklusive putzigen Stofftieren – im Wert von 285,00 € überraschen. Die Schülersprecher, welche die SMV vertraten, übergaben an Frau Schmittlutz, Leiterin des Tafelladens einen Scheck über 300,00 €, die im Vorfeld durch den Verkauf von Kuchenspenden bei schulischen Veranstaltungen erwirtschaftet worden waren. So stehe jetzt der Anschaffung von weiteren Rollwagen, die sich bisher bei den beengten Verhältnissen für die ehrenamtlichen Helfer als ausgesprochen praktisch erwiesen hätten, nichts mehr im Wege, wie Frau Schmittlutz den Anwesenden während eines kleinen Vortrags mitteilte. Zusätzlich konnten die Schüler noch Sachbücher, Puzzles etc., die einzelne Lehrkräfte gespendet hatten, der begeisterten Leiterin der Eltmanner Tafel übergeben. Nach dieser langjährigen „Zusammenarbeit“ mit der Tafel und den dadurch gewonnenen Eindrücken, was das Ehepaar Schmittlutz gemeinsam mit ihren 32 ehrenamtlichen Helfern allwöchentlich seit vielen Jahren – weitgehend von der Bevölkerung unbemerkt – leistet, war es für die betreuenden Lehrkräfte Frau Brasch, Frau Hartwich-Beck und Herrn Steger ein großes Anliegen, einmal Danke für diesen unermüdlichen Einsatz zu sagen, weshalb frühlingshafte Blumengrüße mit kleinen Fairtrade-Schokohasen überreicht wurden, die von Marianne und Eduard Schmittlutz sichtlich gerührt in Empfang genommen wurden. Die verbleibende Zeit nutzten die Schüler, aufgeteilt in zwei Teams, um entweder im Lagerraum gemeinsam mit Herrn Schmittlutz eine Bestandsprüfung inklusive MHD-Kontrolle durchzuführen oder im Tafelladen Produkte für die Ausgabe zu sortieren, wodurch sie einen kleinen Einblick in einzelne Tätigkeitsfelder der ehrenamtlichen Helfer erhielten.

Autorin: Corinna Hartwich-Beck

Schülerfirma EBRG bereitet sich auf Riga vor

Am 8.4. ist es endlich soweit: fünf Schüler der Schülerfirma EBRG fahren zur internationalen Schülerfirmenmesse nach Riga und stellen dort ihre Produkte aus. Im Vorfeld musste dabei auch ein ,,video commercial of companies service/ products’‘ gedreht werden, welches zu Beginn der Messe gezeigt wird, um alle Schülerfirmen, die in Riga teilnehmen, vorzustellen. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf diese besondere Herausforderung.

1. Hauptversammlung der Schülerfirma EBRG

1. Hauptversammlung der Schülerfirma EBRG

„In einer Schülerfirma sollen Schüler wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen sowie theoretisches Wissen praktisch anwenden können. Ich bin stolz auf unsere Firma, da wir in der kurzen Zeit bis Weihnachten ein Unternehmen mit einer großartigen Geschäftsidee auf die Beine gestellt haben und unsere Produkte gut vermarkten konnten.“ Dies betonte Nora Diem, die Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma EBRG (EltmannerBücherRettungsGesellschaft) der „Wallburg-Realschule Eltmann“, bei der 1. Hauptversammlung vor zahlreichen Aktionären, Eltern, Lehrern und Ehrengästen.

Nora Diem bezeichnete es als ein großes Glück ein Teil der Schülerfirma zu werden, denn es habe so viele interessierte Schüler für dieses Wahlfach gegeben, dass ausgelost werden musste. Nur 16 Personen konnten nämlich zugelassen werden. Für sie sei es anfangs eine große Herausforderung gewesen, die Gruppe zu leiten. „Wir mussten schon einige extra Nachmittage in der Schule bleiben und arbeiten, da vieles an den wöchentlichen Donnerstagsterminen einfach nicht geschafft wurde. Organisation und Planung brauchen eben Zeit.“

Dabei gab sie ihren Zuhörern einen Einblick in „Junior“, das Programm des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, das auf Bayerischer Ebene mit dem mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft kooperiere. „Junior wurde 1994 mit dem Motto Learning by doing gegründet und bietet für jede Altersstufe und für jedes Bildungsniveau ein eigenes Programm. Seitdem sind mehr als 100 000 Schüler für ein Jahr Unternehmer geworden.“

Die neue Schülerfirma EBRG sei die 8. Firma der Wallburg-Realschule Eltmann. „Hierbei sollen wir Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit erwerben. All diese Qualifikationen sind wichtig für unser späteres Berufsleben. Ich denke, dass wir bei unseren zukünftigen Bewerbungsgesprächen mit konkreten Beispielen aus dem Arbeitsleben in unserer Schülerfirma bei den Personalchefs punkten können. Wer kann schon von sich behaupten, während seiner Schulzeit eine eigene Firma gegründet zu haben?“

Sophie Hümpfner von der Finanzabteilung ging auf die Buchführung ein. „Auch wir sind wie alle Unternehmen im richtigen Wirtschaftsleben verpflichtet, Bücher zu führen. In diesen Büchern wird jeder finanzielle Geschäftsvorfall dokumentiert.“ Die Buchführung sei Pflicht, da sie als Grundlage für die Berechnung von Steuern und Sozialabgaben diene und dem Staat eine Kontrolle biete.

Mit 74 Aktien zu 100 € habe man sich ein Grundkapital von 740 € geschaffen und aus verschiedenen Märkten und Veranstaltungen 641,01 € eingenommen. So ergebe sich nach Abzug der Unkosten und Lohnanteile ein momentaner Gewinn von 158,57 €. Als eine weitere Aufgabe bezeichnete die Abteilungsleiterin die Kalkulation von Verkaufspreisen. „Wir rechnen alle anfallenden Kosten zusammen, schlagen einen gewissen Prozentsatz für unseren Gewinn drauf und können so den Verkaufspreis ermitteln.“

„Die vorrangige Aufgabe der Produktionsabteilung ist die Entwicklung des Produktes“, meinte Abteilungsleiterin Selina Vogel. Dazu würden Kundenwünsch ermittelt und die Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit der Marketingabteilung durchgeführt. Von Lehrern sei man darauf hingewiesen worden, dass Hunderte von Büchern durch den neuen Lehrplan nicht mehr benötigt würden und anderweitig verwendet werden könnten. „Wir fanden den Vorschlag gut und überlegten, wie und was wir aus diesen alten Büchern produzieren könnten. Schnell kamen auf die Idee, Hocker aus Büchern herzustellen.“ Das sei aber bis zu den Weihnachtsmärkten nicht zu schaffen gewesen und deswegen produzierte man erst aus solchen alten Schulbüchern Weihnachtsdekoration wie Sternengirlanden, Mini-Weihnachtsbäume, Teelichter, Weihnachtskarten und Garderoben.

„Nachdem unsere Produkte auf den Märkten ein Erfolg waren, trauten wir uns endlich an die Bücherhocker ran. Wir merkten aber auch schnell, dass das nicht so einfach wird, wie wir uns das dachten. Aber mit einem erneuten Zusatznachmittag und viel Hilfe unseres Wirtschaftspaten Gunther Krines aus Sand wurde der erste Hocker als Prototyp rechtzeitig zu dieser Versammlung fertig.“ Die Hocker würden jedoch nur auf Bestellung produziert und verkauft, da die Herstellung sehr viel Zeit in Anspruch nehme. „Wir sind aber sehr gespannt, wie die Hocker bei den Leuten ankommen.“ Und das sind auch die beiden Schulpaten und Wirtschaftslehrer der Wallburg-Realschule Susanne Müller und Manuel Fischer, die „ihre Firma“ in allen Belangen unterstützen.

Der Chef der Verwaltungsabteilung Nino Geheb berichtete vor allem von den ersten Rückmeldungen aus Köln, die sehr gut ausfielen. „Ausgezeichnet ist, dass ihr eure unternehmerischen Tätigkeiten detailliert beschreibt. Damit gebt ihr uns einen guten Einblick in euer Unternehmen.“ Jannis Höppel von der Marketingabteilung verwies auf die Instagram-Seite, das passende Logo oder ein Flyer-Design und richtete auch an herzliches Dankeschön an die Firma Safner, die Flyer umsonst gedruckt hatte.

Er berichtete auch von den Verkaufsveranstaltungen wie der Wallburgweihnacht in Eltmann, dem Interkulturellen Weihnachtsmarkt in Bamberg oder dem Weihnachtskonzert in der Schule. „Nun wird es unsere Aufgabe in der Zukunft sein, die Bücherhocker gut zu vermarkten. Wir werden dazu Schulen und Büchereien im Landkreis anschreiben, ob sie sich vorstellen können, einen solchen Hocker käuflich zu erwerben.“ Weiterhin werde man auf Märkten wie dem Sander Korbmarkt oder dem Kunsthandwerkermarkt in Westheim vertreten sein.

Pressesprecher Jonas Bühl ließ keinen Zweifel daran, dass die Schülerfirma sehr viel Spaß mache. „Wir standen zwar vor einigen Problemen, doch haben wir diese alle lösen können und eines der Produkte erschien sogar im Fernsehen auf KIKA im Kinderkanal in der Sendung „Aus Alt wird Neu – reparieren und umbauen“. Und es stehe der Schülerfirma ein großes Event ins Haus. „Die spannendste Aufgabe wird es definitiv sein, die Schülerfirma zur Internationalen Schülerfirmenmesse nach Riga/Lettland zu begleiten. Dort werde ich den Kontakt mit der örtlichen Presse übernehmen und die Produkte auf unserem Messestand vorstellen.“ Sein Dank galt allen Personen und Firmen, welche diese Reise finanziell unterstützen. Dabei nannte er Bürgermeister Michael Ziegler, den Elternbeirat, die Steuerkanzlei Witthüser und Dr. Schwarz, Fa. Krines aus Sand a. M. sowie die Fränkischen Rohrwerke Königsberg. „Ohne sie könnten wir diese Reise nicht stemmen. Ich werde dann bei unserer Abschlussveranstaltung ausführlich über Riga berichten.“

Eltmanner Schülerfirma EBRG bei der Messe in Riga/Lettland

Die Schülerfirma EBRG der Wallburg-Realschule hat eine Einladung zum Internationalen Student Company-Festival 2019 in Riga, der Hauptstadt Lettlands, erhalten. Die ISCF ist eine der größten Veranstaltungen in Europa, an der mehr als 100 Student-Companies und ihre „Unternehmensberater“ aus ganz Europa und von 14 Ländern teilnehmen. Sie kommen unter anderem aus Österreich, den Niederlanden, Dänemark, aber auch aus der Türkei, Israel und Rußland. Die Teilnehmer stellen dabei die Produkte aus ihren Firmen vor und während der Messe werden die besten Unternehmungen in den Nominierungen und auch „das Unternehmen des Festivals“ bei einer Preisverleihung ausgezeichnet.

Allerdings ist die Anzahl der Teilnehmer auf jeweils 5 begrenzt, wobei das Alter der Schüler zwischen 15-21 Jahre liegen muss. Derzeit wird in Eltmann die Organisation dieses Messebesuchs per Flugzeug organisiert, wobei ja auch die Produkte dorthin geflogen werden müssen. Mit einer Video-Werbung sowie Interviews auf einem Messestand werden sich dann die Eltmänner in Riga präsentieren können. 

Die Schülerfirma EBRG

Vorstandsvorsitzende Nora Diem

Produktion: Selina Vogel, Ernst Maja, Mika Lütjens, Leonie Schmitt, Pauline Berninger und Ann-Sophie Karg

Marketing: Jannis Höppel, Maurice Bühl, Leona Kröll, Alisha Strohschein

Finanzen: Sophie Hümpfner, Florian Scheuring

Verwaltung: Nino Geheb und Laura Postler

Pressesprecher: Jonas Bühl

Wirtschaftspate: Gunther Krines

Schulpaten: Wirtschaftslehrer Susanne Müller und Manuel Fischer.

Bild 1: Gerade noch rechtzeitig zur 1. Hauptversammlung wurde der Prototyp eines besonderen Hockers fertig, der sich aus nicht mehr benötigten Schulbüchern zusammensetzt. Schulpatin Susanne Müller, Marketingleiter Jannis Höppel, Schulpate Manuel Fischer, Abteilungsleiterin-Finanzen Sophie Hümpfner, Vorstandsvorsitzende Nora Diem und Wirtschaftspate Gunther Krines (von links) freuen sich über das gelungene Werkstück.

Autor und Fotos: Günther Geiling

4 Frauen, 120 Briefe

4 Frauen, 120 Briefe

Jedes Jahr um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember ruft Amnesty International zum Briefmarathon auf, bei dem Protestbriefe gegen unrechtmäßige Verhaftungen, Todesdrohungen, Landraub und andere Verletzungen der Menschenrechte geschrieben werden. Dies erfolgt nicht etwa ganz allgemein, vielmehr gilt es, sich für konkrete Aktivisten und Aktivistinnen einzusetzen. In diesem Jahr waren dies bei unserem Briefmarathon vier Frauen:

  • Atena Daemi aus dem Iran, die die Abschaffung der Todesstrafe forderte und dafür zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. Nachdem sie friedlich gegen die Hinrichtung einer jungen Frau demonstriert hatte, wurde sie festgenommen, geschlagen und durchlebte über 50 Tage in Einzelhaft.
  • Nonhle Mbuthuma aus Südafrika, die sich für die Landrechte der Amadiba einsetzt, auf deren Boden eine Titan-Mine gebaut werden soll. Die Bevölkerung würde alles verlieren und vertrieben, wogegen Nonhle kämpft. Sie steht auf einer Todesliste und hat bereits einen Anschlag auf sie überlebt.
  • Vitalina Koval aus der Ukraine, welche bei einer friedlichen Demonstration für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen von Rechtsextremen angegriffen wurde, obwohl die Polizei im Vorfeld Schutz zugesichert hatte. Rechtsextreme Gruppen greifen in der Ukraine vermehrt Menschen an, die sich für Frauenrechte und für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen einsetzen.
  • Geraldine Chacón aus Venezuela. Sie engagiert sich für Jugendliche aus den Armenvierteln Caracas‘. Für angeblichen Kontakt zu oppositionellen Gruppen wurde sie vier Monate inhaftiert, mittlerweile ist sie zwar frei, darf das Land aber nicht verlassen und muss jederzeit wieder mit einer Festnahme rechnen.

Diese vier starken Frauen gingen mit ihrer Meinung an die Öffentlichkeit, demonstrierten und setzten sich für Menschenrechte ein – alle diese Rechte sind für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit, die uns durch das 1949 erlassene Grundgesetz zugesichert werden:

 

Um Bewusstsein dafür zu schaffen, dass solche Rechte eben keine Selbstverständlichkeit sind und immer wieder aktiv verteidigt werden müssen, nehmen wir bereits seit vielen Jahren am Amnesty Briefmarathon teil. In diesem Jahr schrieben einzelne Klassen der achten bis zehnten Jahrgangsstufe 120 Protestbriefe. Dabei sind manche Schüler zunächst kritisch eingestellt und fragen, was das Absenden eines Briefs schon bewirken kann. Wenn Regierungen aber hunderttausende von Briefen erhalten, ist ihnen das oft mehr als lästig, denn sie schätzen es nicht, wenn weltweit bekannt wird, welches Unrecht in ihrem Land geschieht.

Ein anderer Kritikpunkt, der ab und zu von Schülerseite geäußert wird, ist, dass sie negative Konsequenzen befürchten, wenn sie mit ihrer Unterschrift und Adresse für den Inhalt ihres Briefes geradestehen sollen. Amnesty ist aber in all den vielen Jahren, in denen der Briefmarathon durchgeführt wurde, kein Fall bekannt, bei dem eine deutsche Person negative Folgen erfahren hat. 

Gerade in Zeiten, in denen weltweit eine Tendenz zur Beschränkung von Menschen- und Bürgerrechten erlebbar wird, scheint es wichtiger denn je, sich gegen derartiges Unrecht einzusetzen. Daher hoffen wir auch im kommenden Jahr auf eine rege Beteiligung am Briefmarathon und wünschen „unseren“ vier Frauen, dass die Briefe ihnen Kraft geben und ihre Position stärken mögen, damit auch sie weiterhin in der Lage sind, für Menschenrechte zu kämpfen.

  Autorinnen: Kirsten Christiansen und Susanne Müller