Regenbogen-Debatte, „Schwul? – Na und?!“, „Typisch weiblich, typisch männlich?“ …

Regenbogen-Debatte, „Schwul? – Na und?!“, „Typisch weiblich, typisch männlich?“ …

Da es uns, dem Courage-Team der SMV, sehr am Herzen liegt, dass unsere Schulfamilie sich immer wieder mit Werten wie Toleranz, Respekt oder Akzeptanz beschäftigt und diese auch verinnerlicht, hatten wir bereits am Ende des vergangenen Schuljahres den Entschluss gefasst, dass wir nicht nur für 5. und 6. Klassen Workshops anbieten möchten, sondern auch für unsere Siebtklässler*innen. Ein Schwerpunkt war schnell gefunden: Homophobie! Denn zum einen macht das Netzwerk der Courage-Schulen immer wieder darauf aufmerksam, dass es angesichts von Diskriminierung auf deutschen Schulhöfen absolut notwendig ist, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen (vgl. dazu https://www.schule-ohne-rassismus.org/themen/homo-und-transfeindlichkeit/). Zum anderen hatten in den vergangenen Jahren unsere Zehntklässler*innen die von DéjàWÜ, einer schwullesbischen Jugendgruppe aus Würzburg, geleiteten Workshops des Projekts „Sch(w)ule & Le(s)ben“ zwar als sehr gut bewertet, allerdings bei ihrem Feedback auch einstimmig geäußert, dass ihrer Meinung nach Aufklärung über Homosexualität wie auch Homophobie bereits in niedrigeren Jahrgangsstufen thematisiert werden sollte.

Am 22.02.2022 war es nach einigen Nachmittagen Vorbereitung soweit, dass wir in allen 7. Klassen 90-minütige Workshops durchführen konnten, um unsere Mitschüler*innen zu sensibilisieren, aufzuklären, aber auch mit ihnen lebhaft zu diskutieren. Während in drei Klassen das Eis sofort gebrochen war und neben dem Interesse für das per PowerPoint präsentierte Hintergrundwissen auch vielfach Fragen gestellt, Rollenspiele motiviert umgesetzt, interaktiv gerätselt und auch eine Challenge mit LGTBIQ-Fahnen sowie eigenen kreativen Ideen auf großes Interesse stieß, erlebte in einer Klasse unser Team auch gerade von Jungs zunächst die typischen Vorbehalte, warum man denn sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen solle. Auch wurde auf die beispielsweise in Regenbogenfarben strahlende Allianz Arena mit fast schon stammtischähnlichen Aussagen reagiert. Doch tat dies alles unserem Vorhaben keinen Abbruch: Souverän wurde mit den verschiedenen Standpunkten umgegangen, diskutiert, mit Vorurteilen und allgemeinen Klischees – auch rund um klassische Geschlechter- und Rollenverhaltensweisen – aufgeräumt. Wir fühlen uns darin bestärkt, auch im nächsten Jahr auf jeden Fall daran festzuhalten, sich mit der eigenen Identität, der Vielfalt und Toleranz in unserer Schule zu beschäftigen.

Als Jury durften wir uns dann mit wirklich ganz tollen Challenge-Beiträgen auseinandersetzen und konnten unsere Sieger*innen am 29.03.2022 – finanziert durch die SMV – prämieren:

Tabea Dietel (7d) durfte sich als Erstplatzierte mit ihrer detailgetreuen und ausdrucksstarken Zeichnung über einen Gutschein für einen Kapuzen-Sweater unserer Schülerfirma freuen. Das leidenschaftliche Kurzvideo des 7d-Trios, bestehend aus Hannah Brand, Jasmin Emmer und Emilia Köllmeier, wurde mit einem riesigen Fairtrade-Naschpaket als Zweitplatzierte belohnt. Rang 3 belegte Emilia Götze (7c) mit einer aufwendigen digitalen Bildgestaltung und Rang 4 ging an Elias Fischer (7a) für ein pfiffiges Foto mit der Regenbogenfahne – beide erhielten ebenfalls Fairtrade-Süßigkeiten für ihre Kreativität und Einsatzfreude. Wir gratulieren allen Gewinner*innen ganz herzlich!

Autorin: Corinna Hartwich-Beck

Unsere CourageCoaches im Jahresendspurt unterwegs in den 5. und 6. Klassen – ein Erfolg!

Unsere CourageCoaches im Jahresendspurt unterwegs in den 5. und 6. Klassen – ein Erfolg!

Kurz vor knapp, aber immerhin! Unser Courage-Team konnte doch noch unsere inzwischen neunjährige Tradition fortsetzen, die Jüngsten innerhalb unserer Schulfamilie mit zentralen Zielen einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, wie wir es sind, vertraut zu machen.

Am 19.07.2021 wurden zunächst alle 6. Klassen, am 22.07.2021 alle Fünftklässler in zweistündigen Workshops gecoacht: Mittels Filmbesprechungen wie anhand von „Diskriminierung am laufenden Band“, kleinen Vorträgen, Interaktionen in Form von selbst ausgedachten und umgesetzten Theaterszenen rund um Mobbing, Rassismus usw. oder kleinen gemeinschaftsfördernden Spielsequenzen wie dem „Bergdorf“ und dem „Schokokuss-Impuls“ wurden unsere „Kleinen“ quasi peer-to-peer sensibilisiert, aber auch entsprechend aufgeklärt. Alle Beteiligten waren 90 Minuten begeistert bei der Sache, beschrieben eindrucksvoll und ehrlich selbst erlebte bzw. beobachtete Szenen von Rassismus, aber auch Cybermobbing. Auch Manuel Neuers Statement gegen Homophobie mit der Kapitänsbinde in den Farben des Regenbogens (→ Zeichen für die LGBTQ-Community) während der EM sowie die Reaktion der UEFA darauf waren ein viel diskutiertes Thema in den verschiedenen Klassen.

Ein weiteres Highlight stellte der Umstand dar, dass erstmals durch die durchgeführten Workshops unmittelbar danach erfolgreich neue Mitglieder für unser Courage-Team in einer 6. Klasse geworben werden konnten, da man ab der 7. Klasse sich zum CourageCoach schulen lassen und sich dann selbst für diese wichtigen Inhalte innerhalb unserer Schulfamilie stark machen kann. Sollte das Interesse von weiteren WRSlern am Courage-Team geweckt worden sein, dann freuen wir uns natürlich über noch mehr Neuzugänge ☺!!! Macht mit, denn die WRS ist bunt!!!

Autorin: Corinna Hartwich-Beck

Eine etwas andere Doppelstunde!!!

Wir vom Courage-Team hatten am Mittwoch, den 15.03.2017, eine wichtige Aufgabe, nämlich den Jüngsten unserer Schule, den Fünftklässlern, unser Schulmotto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ näher zu bringen. Eingeteilt in Kleingruppen, gingen wir jeweils in eine der 5. Klassen und gaben mit Hilfe von Spielen wie z. B. „Bergdorf“ oder dem Kurzfilm „Diskriminierung am laufenden Band“ einen Einblick in dieses wichtige Thema. Anschließend wurden die Schüler über die verschiedenen Arten von Mobbing sowie die dazugehörigen Fachbegriffe informiert. Erfreulich war bei der anschließenden Diskussion, dass sich die Mädels und Jungs sehr offen und engagiert beteiligten. Die unterschiedlich glasierten Schokoküsse, die wir am Ende des Workshops den Schülern austeilten, sollten die Kinder zum einen belohnen und zum anderen die Botschaft „außen verschieden, innen jedoch gleich“ vermitteln. Sehr zufrieden waren wir Courage-Leute am Ende unserer jeweiligen Doppelstunde, denn wir bekamen sehr positives Feedback wie z. B.: „Ihr könntet doch noch mal kommen!“ oder „Das habt ihr richtig gut gemacht!“

Am 17.03.2017 fanden nach den Workshops für die 5. Klassen auch die für die 6. Klassen statt. Hier war der Plan für die Doppelstunde ein bisschen anders. Wir fingen an, uns vorzustellen und den Verlauf zu erklären. Zur Auflockerung spielten wir „Zug fahren“ mit den Schülern. Danach redeten wir über einige Begriffe und wollten von den Sechstklässlern hören, was sie sich zum Beispiel unter Sexismus oder Behindertenfeindlichkeit vorstellen. Das machten sie sehr gut und wussten auch schon erstaunlich viel über diese Begrifflichkeiten. Als Nächstes sollten sie wahlweise ein Rollenspiel über die zuvor gelernten Begriffe präsentieren oder einen entsprechenden Comic entwerfen. Die Rollenspiele und die Comics wurden mit viel Eifer entwickelt und gezeichnet. Dann kam das Vortragen: Dies machte allen sehr viel Spaß, sodass die Sechstklässler mit Bravour ihre Auftritte meisterten. Als Belohnung für die tollen Rollenspiele und Comics erhielten sie von uns anschließend etwas Süßes, darüber freuten sie sich natürlich am meisten und wollten direkt noch einen Nachschlag. Im Anschluss zeigten wir ein Video: Hier sollten unsere „Zuschauer“ herausfinden, worauf dieses abzielt. Auch das wurde sehr gut erarbeitet. Da die 6. Klassen so gut mitgemacht und aufgepasst hatten, belohnten wir sie mit einer kurzen Pause. Danach teilten wir sie in Gruppen auf, in denen sie mit verschiedenen Situationen in Textform konfrontiert wurden und dann entscheiden mussten, ob diese jeweils zu Rassismus zählen oder nicht. In den letzten Minuten wurde nochmals alles kurz wiederholt und die Fragen Einzelner geklärt. Zum Schluss bedankten wir uns sehr bei den Sechstklässlern, da sie wirklich prima mitgearbeitet und aufgepasst hatten.

Autoren: Salomé Helbig, Jonas Kundmüller