Endspurt bei der Deckelsammlung!

Endspurt bei der Deckelsammlung!

Am 6. Juni übergeben wir die gesammelten Deckel in einer Schulversammlung an unsere Projektpartner. Bis dahin könnt ihr noch fleißig weitersammeln, um möglichst viele Impfungen gegen Kinderlähmung (Polio) zu finanzieren.

Leider wird die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ von unserem Projektpartner zum 30.06.2019 eingestellt. Die Gründe, warum nach sechs Sammeljahren Schluss ist, sind vielfältig: 

  • Die Preise für Sekundärrohstoffe sind zuletzt deutlich gesunken. Es ist eine so große Menge auf dem Markt, dass auch gute Qualität auf dem deutschen Markt nur schlechte Preise erzielt.
  • Die EU hat festgelegt, dass künftig die Deckel fest mit den Flaschen verbunden sein müssen. Es geht also das Sammelmaterial aus.
  • Das Projekt ist inzwischen so groß geworden, dass es für Ehrenamtliche in ihrer Freizeit nicht mehr ordentlich betrieben werden kann. 

Bisher wurden vom „Deckel drauf e.V.“ 1.105 Tonnen Deckel gesammelt, transportiert und verwertet. Die Erlöse in Höhe von 270.000 € haben gereicht, um rund 3.315.000 Impfungen weltweit zu finanzieren.

4 Frauen, 120 Briefe

4 Frauen, 120 Briefe

Jedes Jahr um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember ruft Amnesty International zum Briefmarathon auf, bei dem Protestbriefe gegen unrechtmäßige Verhaftungen, Todesdrohungen, Landraub und andere Verletzungen der Menschenrechte geschrieben werden. Dies erfolgt nicht etwa ganz allgemein, vielmehr gilt es, sich für konkrete Aktivisten und Aktivistinnen einzusetzen. In diesem Jahr waren dies bei unserem Briefmarathon vier Frauen:

  • Atena Daemi aus dem Iran, die die Abschaffung der Todesstrafe forderte und dafür zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. Nachdem sie friedlich gegen die Hinrichtung einer jungen Frau demonstriert hatte, wurde sie festgenommen, geschlagen und durchlebte über 50 Tage in Einzelhaft.
  • Nonhle Mbuthuma aus Südafrika, die sich für die Landrechte der Amadiba einsetzt, auf deren Boden eine Titan-Mine gebaut werden soll. Die Bevölkerung würde alles verlieren und vertrieben, wogegen Nonhle kämpft. Sie steht auf einer Todesliste und hat bereits einen Anschlag auf sie überlebt.
  • Vitalina Koval aus der Ukraine, welche bei einer friedlichen Demonstration für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen von Rechtsextremen angegriffen wurde, obwohl die Polizei im Vorfeld Schutz zugesichert hatte. Rechtsextreme Gruppen greifen in der Ukraine vermehrt Menschen an, die sich für Frauenrechte und für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen einsetzen.
  • Geraldine Chacón aus Venezuela. Sie engagiert sich für Jugendliche aus den Armenvierteln Caracas‘. Für angeblichen Kontakt zu oppositionellen Gruppen wurde sie vier Monate inhaftiert, mittlerweile ist sie zwar frei, darf das Land aber nicht verlassen und muss jederzeit wieder mit einer Festnahme rechnen.

Diese vier starken Frauen gingen mit ihrer Meinung an die Öffentlichkeit, demonstrierten und setzten sich für Menschenrechte ein – alle diese Rechte sind für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit, die uns durch das 1949 erlassene Grundgesetz zugesichert werden:

 

Um Bewusstsein dafür zu schaffen, dass solche Rechte eben keine Selbstverständlichkeit sind und immer wieder aktiv verteidigt werden müssen, nehmen wir bereits seit vielen Jahren am Amnesty Briefmarathon teil. In diesem Jahr schrieben einzelne Klassen der achten bis zehnten Jahrgangsstufe 120 Protestbriefe. Dabei sind manche Schüler zunächst kritisch eingestellt und fragen, was das Absenden eines Briefs schon bewirken kann. Wenn Regierungen aber hunderttausende von Briefen erhalten, ist ihnen das oft mehr als lästig, denn sie schätzen es nicht, wenn weltweit bekannt wird, welches Unrecht in ihrem Land geschieht.

Ein anderer Kritikpunkt, der ab und zu von Schülerseite geäußert wird, ist, dass sie negative Konsequenzen befürchten, wenn sie mit ihrer Unterschrift und Adresse für den Inhalt ihres Briefes geradestehen sollen. Amnesty ist aber in all den vielen Jahren, in denen der Briefmarathon durchgeführt wurde, kein Fall bekannt, bei dem eine deutsche Person negative Folgen erfahren hat. 

Gerade in Zeiten, in denen weltweit eine Tendenz zur Beschränkung von Menschen- und Bürgerrechten erlebbar wird, scheint es wichtiger denn je, sich gegen derartiges Unrecht einzusetzen. Daher hoffen wir auch im kommenden Jahr auf eine rege Beteiligung am Briefmarathon und wünschen „unseren“ vier Frauen, dass die Briefe ihnen Kraft geben und ihre Position stärken mögen, damit auch sie weiterhin in der Lage sind, für Menschenrechte zu kämpfen.

  Autorinnen: Kirsten Christiansen und Susanne Müller

Besser leben ohne Plastik – Glasflaschen ausdrücklich erlaubt

Die Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler liegt uns am Herzen.

Deshalb sind Glasflaschen, sofern sie über eine Schutzhülle verfügen, an der Wallburg Realschule sehr gern gesehen. Statt Plastik empfehlen wir jedoch auch Edelstahlflaschen.

Einige Modelle gesunder Trinkflaschen zeigen wir auf diesem Plakat.
Gerne nimmt die Schule eine Sammelbestellung vor und kümmert sich für Sie um die Beschaffung einer gesunden Trinkflasche.

Verhungern Eichhörnchen…

wenn man plastikfrei lebt? Zum Beispiel, wenn man seine Wäsche mit Kastanien wäscht, statt mit Waschmittel aus dem Handel? Diese Frage, die Nadine Schubert einmal von einer Zuhörerin bei einem ihrer Vorträge zum Thema „Besser leben ohne Plastik“ gestellt wurde, konnte die Referentin natürlich umgehend augenzwinkernd verneinen. Die Journalistin – und ehemalige Schülerin der Wallburg-Realschule – schloss auch gleich an diese Anekdote die Erklärung an, weshalb sie im Handel erhältliche Waschnüsse nicht empfiehlt: Sie sind exotische Früchte und werden aus Indien importiert, was dazu führt, dass die Menschen dort sie sich mittlerweile nicht mehr leisten können. 

Diese und ähnliche Absurditäten führte Nadine Schubert am 12. Juni in ihrem Vortrag an ihrer ehemaligen Schule ebenso anschaulich wie kurzweilig vor Augen. Zunächst machte sie das erschreckende Ausmaß des Plastikmülls deutlich, das fortlaufend in unserer Konsumgesellschaft anfällt: 

So kaufen wir Deutschen erstens pro Stunde 320.000 Coffee-to-go-Becher – und werfen diese wenige Minuten später weg. Für diese Menge werden 64.000 Tonnen Holz jedes Jahr verbraucht, plus 11.000 Tonnen Kunststoff, da die Becher ja beschichtet werden. 

Die zweite alltägliche Sünde neben den Wegwerf-Bechern sind Nespresso-Kapseln: Vom horrenden Preis mal abgesehen ist dabei zu bemängeln, dass die Kapseln aus Aluminium und Plastik bestehen und nach einmaliger Verwendung auf den Müll wandern – 3 Milliarden Stück jedes Jahr! Da wäre man schon versucht, einem berühmten Schauspieler gegenüber, der Werbung für dieses Kaffeesystem macht, handgreiflich zu werden, so Nadine Schubert. Mittlerweile hat Nespresso sein Kapselsystem übrigens auch auf Tee und (unfassbarerweise) sogar auf Babymilch ausgeweitet. 

Der dritte Aspekt, auf den es sich zu achten lohnt, sind Plastikflaschen: Auch wenn sie aufgrund ihres geringeren Gewichts angenehmer zu tragen sind, solle man auf Glasflaschen umsteigen, da alle dünnen Plastikflaschen trotz Pfand lediglich Einwegflaschen seien. Außerdem habe sicher jeder schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Wasser aus einer Plastikflasche, welche eine halbe Stunde in der Sonne gestanden hatte, anders schmeckt. Dies komme von den Chemikalien, die in der Plastikflasche steckten, denn um aus Erdöl eine Flasche zu formen, würden sogenannte Weichmacher wie Bisphenol A eingesetzt. So kommt es, dass laut Umweltbundesamt 95% der Deutschen Bisphenol A im Blut haben, welches wirkt wie weibliche Hormone – und das somit auch zu Fruchtbarkeitsstörungen beitragen könne, so Nadine Schubert.

Damit jedoch noch nicht genug: Ein viertes großes Problem sind die Plastikbeutel für Obst und Gemüse im Supermarkt. Schwimmen sie im Meer, sehen sie aus wie Quallen, was Meerestiere dazu verleitet, sie zu fressen: 1 Million Seevögel würden jedes Jahr an Plastik sterben, mahnte die Expertin an. Dabei könne man, so makaber es klingt, noch von Glück reden, wenn die Tiere gleich am Plastik erstickten, denn sonst drohe ihnen ein langsamer Hungertod, während ihr Magen immer mehr mit unverdaulichem Plastik gefüllt würden. Ein riesiges Problem sei auch, dass leider viele Menschen ihren Bio-Müll in diese Plastikbeutel gäben! Als Tipp gab Nadine Schubert den interessierten Zuhörern in der (zufällig für unser Musical am folgenden Tag) passend maritim geschmückten Aula noch mit, dass auch angeblich abbaubare Plastiktüten nicht empfehlenswert seien, da diese aufgrund ihres Äußeren nicht von herkömmlichen unterschieden werden können und somit ebenso in der Müllverbrennung wieder mühsam herausgefischt werden müssen.

Das fünfte große Problemfeld ist die Unmenge an Mikroplastik, die wir jeden Tag in den Abfluss spülen. Egal, ob Duschgel, Peeling, Flüssigseife oder Sonnencreme, in sehr vielen Produkten aus dem Drogeriemarkt ist es enthalten – und wird über das Abwasser letzten Endes auf die Äcker gespült und findet so seinen Weg in unsere Nahrungsmittel. 

Nach diesen bedrückenden Erkenntnissen lag es Nadine Schubert jedoch fern, ihre Zuhörer in resignierter Stimmung zu hinterlassen, und so ging sie nahtlos dazu über, praxisnahe Beispiele dafür zu geben, wie man seinen Alltag ohne Plastik bewältigen kann. Von der raschen Herstellung von Frischkäse in der heimischen Küche bis hin zur Eigenproduktion von Wimperntusche (mit Aktivkohle) war für jeden Geschmack – und jedes Geschlecht – ein Tipp dabei. 

Neben ihrem spannenden und doch informativen Vortrag war es auch Nadine Schuberts pragmatische Herangehensweise, die überzeugte und ihr die Sympathien des Publikums einbrachte: Sie riet dazu, die Umstellung langsam anzugehen und sich auch selbst bisweilen Auszeiten zu gönnen, beispielsweise im Urlaub, wo es nicht immer möglich ist, auf Plastik zu verzichten.

Durch ihre vielen selbst erprobten Beispiele ebenso wie ihre unterhaltsame Gestaltung des Abends verging die Zeit wie im Flug – und Nadine Schubert hinterließ so manchen nachdenklichen Zuhörer, der bereits auf dem Heimweg darüber brütete, wie er Plastik zukünftig soweit wie möglich aus seinem Leben verbannen könnte. Auch wir als Kollegium möchten uns gerne dieser Aufgabe annehmen und bedanken uns herzlich bei Frau Schubert für die Vielzahl der Anregungen, die sie uns im Rahmen ihres tollen Vortrags mit auf den Weg gab!

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