300 Stück Schokobananen …

verspeisten unsere Schüler am 27.09.2018 anlässlich des „Banana-Fairday“ genüsslich, waren sie doch umhüllt von feiner Fairtrade-Schokolade in der Geschmacksrichtung Vollmilch oder Zartbitter. Rein statistisch betrachtet würde das also bedeuten, dass jeder Zweite unserer knapp 600 Schüler eine Schokobanane gegessen hat! Wie schön wäre es, wenn deutschlandweit faire Bananen auch nur annähernd so weit verbreitet wären, denn leider stammen neun von zehn Bananen, die hierzulande über die Ladentheke gehen, nicht aus fairem Handel! Dabei sollte man schon allein wegen der Belastung herkömmlicher Bananen mit Chemikalien, wie ÖkoTest im Januar herausfand, besser zu Bio- oder noch besser zu Fairtrade-Bananen greifen – von der Ausbeutung der Arbeiter mal ganz abgesehen. Um dies unseren Schülern im wahrsten Sinn des Wortes schmackhaft zu machten, schwang die Klasse 8b zusammen mit Frau Müller am Tag zuvor den Kochlöffel sowie das Küchenmesser und verwandelte 150 Bananen in 300 Stück lecker glasierte Schoko-Früchte am Stiel. Nur durch diesen gelungenen Einsatz der 8b war es unserer Schülerschaft am heutigen Tag möglich, wie die Ameisen über die süßen Snacks herzufallen! Wir freuen uns sehr darüber, wie gut die Aktion auch in diesem Jahr ankam und werden einmal mehr den Gewinn von etwa 60 Euro darauf verwenden, die Mitgliedschaft unserer Schule bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu finanzieren.

Autorinnen: Kirsten Christiansen und Susanne Müller

„Was wäre, wenn … 

… ich nicht in Deutschland, sondern zum Beispiel in Westafrika geboren worden wäre?“ Mit betretenen Mienen grübelten unsere Fünftklässler am 23. und 25.07.2018 bei unserem Fairtrade-Aktionstag zum Thema „Schokolade“ über diese Frage – die Antwort hatten sie zuvor schon bekommen, denn sie hatten erfahren, dass Kinder z. B. an der Elfenbeinküste oft schon im Alter von 10 Jahren auf den Kakaoplantagen mitschuften, weil ihre Eltern alleine nicht genug verdienen, um die ganze Familie zu versorgen. So bleiben ihnen viele Dinge verwehrt, welche für die Eltmanner Gleichaltrigen selbstverständlich sind: zur Schule gehen, Freizeit haben, ihre Familie täglich sehen, gesund sein usw. 

Die Kinder schleppen tagtäglich schwere Säcke mit reifen Kakaoschoten, hantieren mit scharfen Macheten, um die Kakaobohnen aus der Schote zu lösen und arbeiten im Sprühnebel der Chemikalien, die als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Dieser Arbeitsalltag führt oft schon früh zu gesundheitlichen Beschwerden, von Rückenschmerzen über Migräne bis zu Schnittverletzungen ist alles dabei. 

Anschaulich konnten unsere Schüler mit Hilfe eines Rollenspiels erfahren, wer die Gewinner in der Schokoladenproduktion sind, und wer die Verlierer. Besonders unfair empfanden sie dabei, dass die Personen, die die härteste Arbeit leisten, den geringsten Lohn enthalten – nämlich 3 Cent von einer Tafel Schokolade, die 1 € kostet. 

Wer damit nicht einverstanden ist und etwas dagegen tun möchte, kann nur zu Fairtrade-Schokolade (u. a. von GEPA) greifen, denn hier ist Kinderarbeit verboten. Außerdem erhalten die Kakaobauern einen festen Mindestpreis für ihren Kakao, statt wie bei herkömmlicher Schokolade einen durch den Börsenkurs schwankenden Preis. Auch die Dörfer profitieren von Fairtrade, denn sie erhalten Unterstützung beim Bau von Schulen, Krankenhäusern usw. Fairtrade bietet den Bauern noch in weiteren Bereichen Hilfe, z. B. durch Fortbildungen oder Hilfen mit Krediten.   

Leider machen Fairtrade-Schokolade sowie die industrienahen Siegel „UTZ“ und „Rainforest Alliance“ (welche zwar Kinderarbeit verbieten, aber keinen Mindestpreis für Kakao bezahlen), jedoch zusammen nur etwa 1 % aller verkauften Schokolade in Deutschland aus. 

Um dies zu ändern, machten sich unsere Fünftklässler eifrig ans Werk und schrieben Postkarten an Milka, Ritter Sport und Lindt: Sie forderten die Firmen zum Umdenken auf. Eindringliche Appelle waren da zu lesen, hatte doch besonders das Schicksal der Kindersklaven, die noch ärmer dran sind als die Kinderarbeiter, die mit ihrer Familie zusammen auf der Plantage schuften, unsere Zehn- und Elfjährigen berührt. Da sie sich erwachsene Arbeiter kaum leisten können, kaufen Plantagenbesitzer verschleppte Kinder als billige Arbeitskräfte. Eine Chance, diesem tristen Leben zu entkommen, gibt es kaum, denn wer nicht zur Schule geht, hat auch kaum Aussicht auf eine bessere Arbeit.

Auch wenn am Ende des Schuljahres die „Luft“ oft raus ist und viele Schüler die Ferien herbeisehnen, waren sie nach unserem Aktionstag vielleicht doch ganz froh, selbst zur Schule gehen zu dürfen. 

Autorinnen: Susanne Müller und Kirsten Christiansen

And the winner is …

Am 14.6.2018 war es endlich soweit: Etwas verspätet, dafür aber mit tollen Preisen im Gepäck, ehrten wir die Gewinner des Gestaltungswettbewerbs, den das Fairtrade-Team rund um Ostern ausgelobt hatte. Nach einer Einstimmung mit dem neuen Revolverheld-Lied „Zimmer mit Blick“, nutzten Frau Müller und Frau Christiansen die Gunst der Stunde, als alle Klassen in der Aula versammelt waren, um einmal mehr herauszustellen, weshalb es sich (nicht nur) bei Schoko-Osternest lohnt, fair einzukaufen: 

Erstens ist in vielen Schokoladen Palmöl enthalten, welches nicht nur in Verdacht steht, gesundheitsschädlich zu sein, sondern wofür auch große Flächen Regenwaldes abgeholzt werden. Darunter leiden nicht nur die dort lebenden Orange-Utans, sondern letztlich auch wir Eltmanner, da der Regenwald – wie alle unsere Schüler aus dem Erkunde-Unterricht wissen sollten, auch Weltklima und Wasserkreislauf beeinflusst! Leider ist diese Regenwald-Abholzung im wahrsten Sinn des Wortes ein brandaktuelles Problem, hat Greenpeace doch erst im April 2018 Fotos davon veröffentlicht, wie eine Zulieferfirma von Nestlé, Mars, PepsiCo und Unilever (also den Unternehmen, die z. B. verbreitete Schokoriegel wie Snickers, Mars, Bounty und Co. produzieren, ebenso wie Lays Chips oder Magnum Eis) Wälder in Indonesien zerstörte, um dort Ölpalmen anbauen zu können.

Zweitens ist Kinderarbeit bei der Kakaoverarbeitung noch immer ein großes Problem, so z. B. in Ghana, wo es zwar Gesetzte dagegen gibt, welche aber wegen der Armut der Menschen kaum eingehalten werden – etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Muss es wirklich sein, dass wir in Kauf nehmen, dass junge Kinder mit scharfen Macheten hantieren oder schwere Säcke schleppen für ein Luxusprodukt, das eben kein Grundnahrungsmittel ist?

Drittens ist ferner die Ausbeutung der Arbeiter ein Riesenproblem: Arbeitsverträge gibt es oft nicht; Mutterschutz, Rente oder Krankengeld damit auch nicht. Wird eine Frau schwanger, verliert sie entweder den Job oder muss das Baby mit auf die (gefährliche) Arbeit nehmen. Ist man zu alt oder krank, um zu arbeiten, kann man nur hoffen, von der Familie mitversorgt zu werden – was wiederum zu Kinderarbeit führen kann.

Wir hoffen, dass durch unsere Ausführungen das schwierige Thema Schokolade allen Schülern wieder ins Bewusstsein gebracht wurde und freuten uns darüber, dass sich einige Schüler schon im Rahmen des Gestaltungswettbewerbs Gedanken über das Thema Fairtrade und Schokolade gemacht hatten. So war es uns möglich, viele Preisträger zu küren: 

1. Platz (Soulbottle, T-Shirt von Einstein & Newton, Naschpaket von El Puente): 

Jule H., 6b für ihr selbstgedrehtes Video zu fairen Schoko-Osterhasen 

2. Platz (T-Shirt von Einstein & Newton, Naschpaket von El Puente): 

Lea F. und Lia M., beide 7c, für ihren fairen Osterhasen bzw. den österlichen Fairtrade-Schriftzug

3. Platz (Kinogutschein, Naschpaket von El Puente): 

Emma H., 6c, und Florian K,, 7c, für ihr Riesen-Osterei bzw. für den lustigen Fairtrade-Hasen

 

Autorin: Kirsten Christiansen

4.000 Blauwale

Wir in Deutschland essen 770.000 Tonnen Schokolade jedes Jahr – was dem Gewicht von 4.000 Blauwalen entspricht!

Dies erfuhr unsere versammelte Schüler- und Lehrerschaft im Rahmen einer Schulversammlung bei einem Vortrag von Jana Lechler, ihres Zeichens Ernährungsberaterin. Sie arbeitet für Fairtrade Deutschland und besucht Schulen, um über faire Produkte aufzuklären oder auch, um Koch-Workshops durchzuführen.

Am 15.03.2018 berichtete sie in einem anschaulichen Vortrag unter anderem, dass Kakao sehr alt ist und früher richtig teuer war: Für 100 Bohnen bekam man im alten Mexiko einen Sklaven! Heute ist Kakao kein Luxusprodukt mehr: Obwohl die wenigen existierenden Schokoladenhersteller jährlich einen Umsatz von 4 Milliarden Euro machen, bleibt kaum Geld für die vielen Kakaobauern in den Entwicklungsländern und der Dominikanischen Republik übrig. So müssen viele Kinder auf den Feldern mithelfen und es bleibt wenig Zeit, um in die Schule zu gehen und Hausaufgaben zu machen. 702 Millionen Menschen, so Jana Lechler, leben von weniger als 1,90 Euro am Tag. Abhilfe zu schaffen ist schwierig, denn nur fünf Unternehmen kontrollieren 57% der Schokoladenverkäufe. Diese verarbeiten den Kakao in der Regel in den Industrieländern, sodass die Bauern, die den Kakao anbauen, oft noch nie in ihrem Leben Schokolade probieren konnten.

Fairtrade hilft den Bauern, eine Lebensgrundlage vor Ort aufzubauen – mit der Sozialprämie, die ausgezahlt wird, und den stabilen Kakaopreisen werden z. B. Brunnen gebaut, sodass die Frauen und Kinder nicht mehr viele Stunden des Tages mit dem Wasserholen verbringen müssen und die Mädchen und Jungen somit zur Schule gehen dürfen (ja, dürfen – zum großen Unverständnis mancher Schüler 😉).

Zum Glück erging es unseren Schülern an diesem Tag besser als den Kindern in den Produktionsländern: Sie durften zur Schule gehen *und* am Ende des Vortrags faire Schokolade probieren!

Gestaltungswettbewerb

Gestalte ein Poster, zeichne ein Bild, drehe einen Film usw… erschaffe irgendetwas Kreatives, das mit den Themen Ostern und Schokolade zu tun hat! Abgabeschluss ist der 12. März 2018

Wie lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden?

Aus Schülersicht betrachtet, indem man beispielsweise das unbeliebte Zeichnen oder Malen von Stillleben („laaaangweilig!“) dadurch im wahrsten Sinn des Wortes schmackhaft macht, dass die Schüler eine Komposition aus verschiedenen Süßigkeiten darstellen sollen.

Natürlich kamen dafür bei uns als langjähriger Fairtrade-Schule nur faire Leckereien in Frage. Und so plünderten wir das Sortiment des nahen Weltladens, um möglichst viele verschiedene Formen und komplexe Verpackungen für unsere Vorlagen zusammenzustellen. Selten erfreute sich Kunstunterricht solcher Beliebtheit 😉.

Und die ansprechenden Ergebnisse lassen hoffentlich nun auch andere Heißhunger auf faire Naschereien entwickeln!