Christkind der Wallburg-Realschule beschenkt Eltmanner Tafelladen

Christkind der Wallburg-Realschule beschenkt Eltmanner Tafelladen

Christkind der Wallburg-Realschule ließ es sich nicht nehmen, die Kunden des Eltmanner Tafelladens zu Weihnachten zu beschenken.

Alle Jahre wieder (in diesem Jahr zum 13. Mal!) – doch diesmal schwerpunktmäßig organisiert durch den Sozialen Arbeitskreis der Wallburg-Realschule – konnten die 48 Haushalte der Kunden des Eltmanner Tafelladens sowie 23 Kinder der Altersgruppe 0 bis 3 Jahre sowie 12 bis 17 Jahre weihnachtlich beschert werden.

Hatte der Soziale Arbeitskreis im Frühjahr traditionell die Spendentrommel für seine Osteraktion zugunsten der Tafel in der kompletten Schulfamilie gerührt, doch durch Lockdown, Schulschließung & Co. die Sammlung bis Ende Juli ausdehnen müssen, konnten von den bis dahin gespendeten 743,87 € bereits vorab im Juni Lebensmittel im Wert von 200 € – aufgestockt auf 500 € durch eine Barspende der SMV – an die Leiterin der Eltmanner Tafel übergeben werden.

Nun waren noch rund 544 € verblieben, die eben für die besagte Weihnachtsaktion, bei der in den vergangenen Jahren stets die Klassensprecher in Eigenregie mit ihren Mitschülern Lebensmittel-Päckchen spendiert hatten, was in diesem Jahr coronabedingt schwer umsetzbar gewesen wäre, eingeplant wurden. Erneut konnte man sich der Unterstützung der SMV sicher sein, die glatt 113 € zuschoss, damit die 48 Haushalte sich über prall gefüllte Weihnachtstüten mit fairer Milch, O-Saft, Sonnenblumenöl, Linsen, Duschgel, Lebkuchen, Fairtrade-Schokolade, Fischkonserven, Brezeln und Orangen freuen konnten, die von den vier Schülersprechern gefüllt worden waren. Zusätzlich hatten Mädels und Jungs des Sozialen Arbeitskreis für jede Familie selbst gestaltete Weihnachtskarten gebastelt und mit persönlichen Botschaften beschriftet. Das Christkind hatte in Absprache mit Marianne Schmittlutz für die kleinen Kunden des Tafelladens neben Hygiene-Produkten, fairen Süßigkeiten, Esslern-Besteck, Puzzles und Bio-Knete auch sprechende Spielzeugfahrzeuge und Kindersöckchen besorgt. Am 18.12. übergaben aufgrund des Distanzunterrichts leider nur die verantwortlichen Lehrkräfte Maria Brasch, Corinna Hartwich-Beck und Werner Steger sowie die Schulleiterin Manuela Küfner vor dem Schulgebäude die Weihnachtsgeschenke an das Ehepaar Schmittlutz, das wiederum am 21.12. mit seinen ehrenamtlichen Helfern diese an die Familien ausgeben wird, was in den Vorjahren mit großer Begeisterung von kleinen Teams des Sozialen Arbeitskreises übernommen worden war.

Autorin: Corinna Hartwich-Beck

Ein etwas anderer vorweihnachtlicher Besuch / 45 Minuten Weihnachten to go vor St. Stephanus

Ein etwas anderer vorweihnachtlicher Besuch / 45 Minuten Weihnachten to go vor St. Stephanus

Traditionell findet alljährlich im Seniorenhaus St. Stephanus immer die Adventsmusik der Wallburg-Realschule Anfang Dezember statt, doch coronabedingt war frühzeitig klar, dass sich der Soziale Arbeitskreis nach einer Alternative umschauen musste und auch wollte, schließlich liegt den Schülerinnen und Schülern der Kontakt zu den Senioren und auch zum ausgesprochen fürsorglichen Pflegepersonal sehr am Herzen. Deswegen stattete am 10.12.20 ein Grüppchen des Sozialen Arbeitskreises in Begleitung von Nikolaus, Knecht Ruprecht und Engelchen ihnen einen Besuch ab, um die Bewohner, Gäste der Tagespflege und das Team um Daria Neureuther mit Fairtrade-Nikoläusen, kleinen Engelsfiguren, selbst gebackenen Plätzchen, Stollen und kleinen Gesellschaftsspielen für Senioren zu bescheren. Mit Ausnahme der Fairtrade-Nikoläuse waren alle anderen Präsente von Schülereltern gesponsert worden: Deswegen geht ein Riesen-Dankeschön an die Mütter von Nele W. aus der 8e sowie von Leonie und Niklas M. aus der 9d!!! Aber auch das Werte-Team war erstmals mit von der Partie: In Anlehnung an die Mitmachaktion „Weihnachtspost gegen die Einsamkeit“ im Landkreis Bamberg hatte das Werte-Team am 26.11. beschlossen, einen Aufruf an alle Klassen der Wallburg-Realschule zu starten, viele Karten mit lieben Wünschen fürs neue Jahr oder auch einem Weihnachtsgedicht zu schreiben und kreativ zu gestalten, damit den älteren Leuten gerade in der Weihnachtszeit eine kleine Freude bereitet wird, man so zumindest ein bisschen der drohenden Einsamkeit entgegenwirkt und auch ein Zeichen setzt, dass die Jugendlichen nicht in dieser außergewöhnlichen Zeit ihre älteren Mitmenschen vergessen. Sogar die Mitglieder des Werte-Teams gingen mit Feuereifer ans Basteln und Beschriften von Karten, sodass letzten Endes 165 Weihnachtsgrüße von großen und kleinen Schülern gemeinsam mit den anderen Präsenten an die Pflegedienstleiterin aufgrund der bestehenden Hygienevorschriften vor dem Gebäude übergeben werden konnten. Im Anschluss daran ließen die Mitglieder des Werte-Teams und Sozialen Arbeitskreises gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften Katrin Türk, Werner Steger und Corinna Hartwich-Beck noch etwas weihnachtliche Stimmung aufkommen, als sie gemeinsam vor dem Gebäude einige Lieder wie „Leise rieselt der Schnee“ oder „Alle Jahr wieder“ anstimmten, unterstützt von Werner Steger am Akkordeon, und kleine Adventsgeschichten vorlasen, welche über Lautsprecher in den Aufenthaltsraum der Tagespflege übertragen wurden. Ein Blick durch die Fenster in die Gesichter der anwesenden Senioren ließ allen Beteiligten das Herz aufgehen: Mission erfüllt! Zum Abschied ließ es sich Daria Neureuther gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Wieland nicht nehmen, auch die Schüler und Schülerinnen mit einem Nikolaussack voller Süßigkeiten und einer ganz liebevoll gestalteten Weihnachtskarte zu überraschen.

Autorin: Corinna Hartwich-Beck

Projekt WeltFairsteher in der Klasse 7c

Projekt WeltFairsteher in der Klasse 7c

Auch in diesem Schuljahr nehmen die Klassen 7a und 7c am WeltFairsteher-Projekt teil. WeltFAIRsteher ist ein deutschlandweites Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung, in dem Schüler*innen der 6. und 7. Jahrgangsstufen aller Schularten während eines Jahres durch zahlreiche Challenges spielerisch zum Nachdenken und Handeln angeregt werden.

Aufgrund der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie hat die Klasse 7c in diesem Jahr den 1. Etappenpreis bereits im Voraus erhalten: einen Oxfam unverpackt-Gutschein über 50 €!

Oxfam Deutschland e.V. ist ein internationaler Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. Oxfam arbeitet laut eigener Aussage weltweit dafür, dass sich Menschen in armen Ländern nachhaltige und sichere Existenzgrundlagen schaffen können, Zugang zu Bildung, gesundheitlicher Versorgung, Trinkwasser und Hygiene-Einrichtungen sowie Unterstützung bei Krisen und Katastrophen erhalten. Ein weiteres wichtiges Ziel ist Geschlechtergerechtigkeit.

Die Klasse 7c einigte sich darauf, sich für die Alphabetisierung für Frauen einzusetzen, denn sie wissen, dassLesen und lesen lassen“ nicht dasselbe ist. „Nur wer das ABC kennt, kann selbst alles ABChecken. Leider können sage und schreibe mindestens 750 Millionen Menschen auf der Welt weder lesen noch schreiben – zwei Drittel davon sind Frauen. Dieses Geschenk hilft dabei, die Geschichte umzuschreiben.“ 

Quelle: https://unverpackt.oxfam.de/alle-geschenke/weihnachten/alphabetisierung

Zitronen, Kaffee, Schokolade,   essen wir doch alle Tage.  Aber was steckt dahinter,   arbeiten dort Kinder?

Zitronen, Kaffee, Schokolade,  essen wir doch alle Tage. Aber was steckt dahinter,  arbeiten dort Kinder?

Ninas Gedicht

Annas Zeichnung

Finns digitale Gegenüberstellung

Da Corona-bedingt momentan viele Aktionen nicht stattfinden können, suchten wir nach Alternativen, die es uns dennoch ermöglichen würden, Aufklärungsarbeit über die schlimmen Seiten des Kakao-, Kaffee- und Südfrucht-Anbaus zu leisten. Im November fand deshalb ein Gestaltungswettbewerb statt, bei dem es darum ging, faire und unfaire Produkte gegenüberzustellen. Dabei sollten verschiedene Bereiche des alltäglichen Lebens berücksichtigt werden, denn eine ausbeuterische Produktion ist leider bei vielen Produkten üblich, von der Jeans bis zur Schokolade. Den Schülerinnen und Schülern stand es frei, in welcher Form sie sich kreativ „austoben“ wollten; vom Gedicht bis zur digitalen Bildbearbeitung war alles möglich – und erfreulicherweise bei den eingereichten Arbeiten auch alles dabei!

So konnten wir am 10.12.2020 vier Sieger prämieren, die sich über Schulshirts, Mützen, Socken und Masken (natürlich allesamt fair produziert) ebenso freuen konnten wie über Kino-Gutscheine, Fußbälle, Schokolade und andere Preise wie umweltfreundliche Kugelschreiber und Jute-Beutel:

  • Finn M. (7b) gewann den Anerkennungspreis für seine digitale Gegenüberstellung fairer und unfairer Bananen sowie Kleidungsstücke.
  • Anna K. (5b) erhielt den 3. Preis für ihr detailreiches Gemälde einer unfairen und einer fairen Schokoladentafel.
  • Nina R. (7c) konnte den 2. Preis gewinnen mit ihrem originellen Gedicht – aus dem auch die Überschrift stammt!
  • Emilia K. (6b) schaffte es mit ihrer riesigen Collage, unfaire und faire Produkte aus verschiedenen Bereichen zu kontrastieren und gleichzeitig z. B. durch Rezepttipps zum fairen und umweltfreundlichen Verhalten anzuregen.

Herzlichen Dank Euch allen für Eure Beteiligung und Euer Engagement! 😊 

Wir hoffen, Euch hat der Wettbewerb Spaß gemacht und wir freuen uns mit Euch über die tollen Preise, die wir dank unserer Sponsoren Bleed, Recolution, Tony‘s Chocolate, Gepa, Rapunzel und Fugamo überreichen konnten! 

Bleibt gesund und handelt fair!

– Susanne Müller & Kirsten Christiansen

Gruppenbild:

Nina R., Anna K., Finn M. und Emilia K. vor Emilias riesigem Sieger-Poster 

 

Zivilcourage-Preis für Corinna Hartwich-Beck

Zivilcourage-Preis für Corinna Hartwich-Beck

Mit ihrem Projekt „Zivilcourage – vernetzt“ hat die Lehrerin der Wallburg-Realschule bei einem bayernweiten Wettbewerb den 3. Platz belegt.

Mit dem „Zivilcourage-Preis“ zeichnen die Münchner „Inner Wheel Clubs“ Lehrkräfte aus, die sich Zivilcourage zum Bildungsauftrag machen, Schüler zu zivilcouragierten Handeln ermutigen und dazu Projekte in ihren Klassen durchführen. Der Preis war mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. Den dritten Preis mit einem Preisgeld von 1.000 Euro erhielt die Wallburg-Realschule Eltmann mit ihrer engagierten Lehrerin Corinna Hartwich-Beck für deren Projekt „Zivilcourage – vernetzt“.

„Inner Wheel“ ist die weltweit größte eigenständige Frauen-Service-Organisation mit zurzeit 3.900 Clubs und insgesamt 103.000 Menschen in 104 Ländern und allen fünf Kontinenten. Sie wurde 1924 gegründet und macht sich stark für Zivilcourage. Sechs Münchner „Inner Wheel Clubs“ hatten dieses Jahr erstmals einen Preis für Zivilcourage an Mittel- und Realschulen ausgelobt und damit rund 25.000 Lehrkräfte im Freistaat angesprochen.

Die Preisverleihung fand kürzlich in der Alten Rotationshalle des Pressehauses des „Münchner Merkur“ als Hybridveranstaltung statt. Aufgrund der coronabedingten Versammlungsbeschränkungen konnten nur die Preisträger, Laudatoren und Jurymitglieder sowie nationale und lokale Repräsentanten an der Veranstaltung teilnehmen. Zugleich wurde die Übergabe der Preise zeitgleich im Livestream übertragen.

Auch Manuela Küfner, Schulleiterin der Wallburg-Realschule, hätte gerne persönlich an der Veranstaltung teilgenommen, coronabedingt verfolgte sie die Preisverleihung allerdings nur online. „Ich bin sehr stolz, solch eine engagierte Lehrkraft an meiner Schule zu haben, die sich im Bereich Werte außerordentlich einbringt“, lobte Küfner Corinna Hartwich-Beck. Es sei zudem erfreulich, dass die „Inner Wheel Clubs“ solche Leistungen würdigen.

„Für die Münchner ‚Inner Wheelerinnen‘ ist Zivilcourage ein wichtiger Wert, um das Zusammenleben der Menschen in unserer Demokratie zu sichern. Deshalb machen sie sich stark für die Erziehung zur Zivilcourage in unseren Schulen“, betonte Jurymitglied Roswitha Wenzl. Die „Inner Wheel Clubs“ wissen laut Wenzl, dass es viele engagierte Lehrer gebe, die sich mit Herzblut und Engagement darum bemühen. Diese Pädagogen auch weiterhin zu motivieren und ihre Arbeit anzuerkennen, dem solle der Zivilcourage-Preis dienen.

In ihrem Grußwort erinnerte die Nationale Repräsentantin von „Inner Wheel“ Deutschland, Beatrix von Fassong. daran, dass die Organisation in den vergangenen Jahrzehnten einiges bewegt habe. „Immer unter dem Aspekt in dieser schnelllebigen Welt, wo Frauen und Männer bemüht sind, der Jugend Orientierung zu geben; wo die Gesellschaft aufgefordert ist, sich dem demografischen Wandel zu beugen; wo Werte drohen, ihre Wertigkeit zu verlieren, und wo Mut gefragt ist, mit Zivilcourage diese Werte zu verteidigen.“

Auch Kathrin Werner, Präsidentin des Distrikts 88, betonte in ihrer Würdigung, wie wichtig es sei, sich zu äußern und Charakter zu zeigen. „Zivilcourage ist für mich ein Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gerade in Zeiten sozialer Medien, in denen es Tätern möglich ist, anonym zu bleiben, müssen wir Zivilcourage fördern.“

Lehrkräfte von 16 Schulen aus Bayern hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Von den vier Preisen für Zivilcourage, die in München verliehen wurden, gingen allein drei in die Region Unterfranken. Der ursprünglich mit 5.000 Euro dotierte Preis war aufgrund eines zusätzlich ausgelobten Sonderpreises auf 5.500 Euro erhöht worden. Den ersten Preis erhielten die Lehrkräfte Daniela Amrein und Bernhard Kraus von der Mädchenrealschule St. Josef Schwandorf, den zweiten Preis Philipp Difour und Katja Noack von der „Dalberg“-Mittelschule Aschaffenburg. Der Sonderpreis über 500 Euro ging an die Lehrerinnen Sonja Bayer, Julia Palmer und Maria Schmidtpott von der Staatlichen Realschule Bessenbach.

Die Laudatio für Corinna Hartwich-Beck und ihr Projekt „Zivilcourage – vernetzt“ an der Wallburg-Realschule hielt Elke Inckemann, Professorin für Grundschulpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie war sehr beeindruckt, „wie vielfältig die inner- und außerschulischen Aktivitäten dieser Schule zur Förderung von Respekt, Empathie, Selbstreflexion, Verantwortungsbewusstsein und Handlungskompetenzen sind“. Durch das langjährige Engagement der Lehrkräfte hätten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, zivilcouragiertes Verhalten anzubahnen und zu zeigen.

In einer Videobotschaft meldete sich auch der Bayerische Staatsminister für Kultus und Unterricht Prof. Dr. Michael Piazolo zu Wort und würdigte die Preisträger. „Ob im Alltag oder in der Schule – Zivilcourage geht uns alle an! Deshalb danke ich ganz herzlich allen Lehrkräften, die sich in ihrem schulischen Umfeld für Werte wie Zivilcourage, Toleranz und Respekt einsetzen. Das vielfältige Engagement der ausgezeichneten Schulen ist ein toller Beweis dafür, dass die Werteerziehung an unseren Schulen gelingt.“

Autor: Günther Geiling

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Warum Zivilcourage so wichtig ist

Die mit dem Zivilcourage-Preis ausgezeichnete Corinna Hartwich-Beck spricht über ihr Projekt und die Arbeit mit den Jugendlichen

„Zivilcourage – vernetzt! Das ist nicht ein Projekt, sondern steht für eine Vielfalt an nahezu alljährlich stattfindenden Aktionen an der Wallburg-Realschule Eltmann. Corinna Hartwich-Beck unterrichtet dort die Fächer Deutsch und Evangelische Religionslehre. Außerdem übt sie seit vielen Jahren auch die Funktion der Verbindungslehrerin und der Leiterin des Sozialen Arbeitskreises aus. Mit diesem Engagement erreichte jetzt die Lehrerin den dritten Platz beim „Zivilcourage-Preis 2020“ der sechs Münchner „Inner Wheel Clubs“. Bei einer „Live-Schaltung“ nach München nahm sie die Auszeichnung entgegen. Wir fragten die Lehrerin, wieso ihr das Thema „Zivilcourage“ so wichtig ist und was den Erfolg dieser besonderen Preisverleihung bewirkt hat.

Frage: Sie haben im Gegensatz zu anderen Gruppen für den Wettbewerb nicht ein Projekt in den Vordergrund gerückt, sondern ein ganzes Netz von Aktivitäten an Ihrer Schule. Gibt es dafür auch ein Leitziel für Sie?

Corinna Hartwich-Beck: Gewisse Dinge wie Werte lassen sich nur durch wiederholte Auseinandersetzung mit diesen und dauerhaftes Vorleben manifestieren. Ich möchte die Jugendlichen fit für ihr späteres Leben machen gemäß dem Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“. Unsere Gesellschaft braucht weltoffene, hilfsbereite und engagierte junge Leute. In der Schule haben wir die Gelegenheit, die Heranwachsenden mit sozialem Engagement zu konfrontieren und sie anschließend selbstgestaltend tätig werden zu lassen.

Was heißt für Sie persönlich „Zivilcourage“?

Zivilcourage heißt für mich, Mut und Bereitschaft zu haben, sich für andere, aber auch gegen Ungerechtigkeit und Mobbing einzusetzen. Dies ist nicht nur gesellschaftlich wichtig, sondern auch für die eigene Persönlichkeitsbildung. Deswegen lebe ich diese Beherztheit unseren Schülern an der Wallburg-Realschule vor, indem ich ihnen Begegnungen und Situationen ermögliche, wo sie unmittelbar mit grundlegenden Werten wie Hilfsbereitschaft, Toleranz oder Gerechtigkeit, Respekt und Empathie in Berührung kommen, entsprechend dem Leitspruch der Musketiere „Einer für alle – alle für einen!“.

Worum geht es in Ihrem Projekt?

Die von mir betreuten Schülergruppen wie Schülermitverwaltung, der Soziale Arbeitskreis, das Courage- oder das Werte-Team kooperieren mit anderen Einrichtungen wie der Tafel, den Werkstätten der Lebenshilfe oder auch einer örtlichen Tagespflegeeinrichtung. Wir bieten auch peer to peer Workshops, um sich mit Rassismus, Homophobie, Cybermobbing und vielem anderen mehr auseinanderzusetzen und als Schulfamilie gemeinsame Werte zu leben.

Sicher ist es nicht einfach, die Schüler mit dem Thema „Umgang mit Vorbehalten“ zu konfrontieren und dabei vertrauensvoll über Tabuthemen zu sprechen. Wie gelingt Ihnen dies?

Zusätzlich zu unseren innerschulischen Projekten und Workshops organisiere ich in Absprache mit unseren Courage-Coachs auch externe Referenten, z. B. die Kolping-Roadshow aus Köln, die Spiel- und Mitmachaktionen sowie Methoden zur Aneignung von Hintergrundwissen über Flucht, Migration und Integration anbietet. Wir hatten auch schon die schwullesbische Jugendgruppe DéjàWü aus Würzburg zum Thema „Homosexualität“ zu Gast, welches in der Schule oftmals ein Tabuthema darstellt. Schließlich bereicherte „Klick & Kill“ von Bühnengold aus Berlin unseren „Werte-Tag 2019“ und stellte dabei Cybermobbing sowie negative Erfahrungen im Umgang mit sozialen Netzwerken in den Mittelpunkt.

Wie man in den Medien immer wieder mitbekommt, interagieren Schülergruppen wie die Schülermitverwaltung oder der Soziale Arbeitskreis mit Einrichtungen vor Ort. Wie muss man sich das vorstellen?

Immer an Weihnachten und zu Ostern organisieren die Schüler dabei Spendenaktionen für die Tafel. In unserer Schulküche führten wir schon Kochprojekte mit der Lebenshilfe durch. Fast monatlich planen wir zudem eine Veranstaltung mit den Senioren von St. Stephanus und dabei gehen sogar die Jungs völlig locker mit älteren Damen spazieren und halten charmant mit ihnen ein Pläuschchen oder es wird bei Kaffee und Kuchen gerätselt und gebastelt.

Was fasziniert oder überrascht Sie bei dieser außergewöhnlichen Arbeit mit den Schülern besonders?

Dass sich Schüler auch außerhalb des Unterrichts sozial engagieren. Da wachsen sogar sonst schüchterne oder introvertierte Schüler über sich hinaus, indem sie souverän Fünftklässler zu Rollenspielen motivieren oder junge Erwachsene der Lebenshilfe in der Schulküche beim Pizzabacken oder Obstsalatzubereitung unterstützen. Es macht mich dann so richtig stolz, zu beobachten, wie sie sich zu ganz tollen, empathischen jungen Erwachsenen entwickeln. Manche ergreifen später sogar einen Beruf im sozialen Bereich.

Wie empfinden Sie persönlich die Auszeichnung mit diesem besonderen Preis?

Ich freue mich natürlich riesig, aber allein kann man solche berührenden und wichtigen Aktionen nicht stemmen. Deswegen auch ein riesengroßes Dankeschön allen Schülern, die sich leidenschaftlich und mit großer Ausdauer in den verschiedenen Gruppen auf vielfältige Art und Weise einbringen. Mein Dank gilt ebenso unserer Schulleiterin Manuela Küfner für ihre Offenheit gegenüber solchen Projektideen. Großartig haben mich dabei auch meine Kolleginnen Maria Brasch (SMV und Courage-Team), Kirsten Christiansen (Produktion des Videos) und mein Kollege Werner Steger (Sozialere Arbeitskreis) unterstützt.

Das Gespräch führte Günther Geiling.