Regionale Schulentwicklungstagung an der Wallburg-Realschule

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ – Laozi

Diesem Motto gemäß trafen sich neun umliegende Realschulen am 25.09.2017 nachmittags an der Wallburg-Realschule, um sich über ihren aktuellen Stand der Schulentwicklung (systematische Prozesse zur Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht) auszutauschen.

Durch den Nachmittag führten unsere schulansässigen Schulentwicklungsmoderatoren für die Realschulen in Unterfranken, StRinnen Susanne Müller und Kirsten Christiansen sowie ZwRSK Frank Cybulski. Nach einer Präsentation über den systematischen Ablauf von Qualitätssicherungsprozessen stellten die teilnehmenden Schulen jeweils ein besonders gelungenes Beispiel von Schulentwicklung vor. Rasch kam so ein angeregter Austausch zustande, der von den beteiligten Lehrkräften als sehr gewinnbringend angesehen wurde, wie die Vielzahl der interessierten Nachfragen deutlich machte. Abschließend wurden in der Runde Hindernisse im Schulentwicklungsprozess und natürlich mögliche Lösungen diskutiert. Mit neuen Ideen und Anregungen im Gepäck, von denen hoffentlich die eine oder andere Eingang in die eigene Schule finden wird, verabschiedeten sich die rund 20 Lehrkräfte am Ende der Veranstaltung.

Ein besonderer Dank geht an all die vielen Kollegen, die zu einem gelungenen Nachmittag beigetragen haben, sei es durch Vorträge oder durch die Organisation von Verpflegung usw.!

Autoren: Susanne Müller und Kirsten Christiansen

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„ARD, ZDF, C&A …

… BRD, DDR und USA“ sangen die Fantastischen Vier in ihrem Hit „MfG“, und unser Schulentwicklungsteam könnte diesem Lied, das sich diversen Akronymen widmet, eine weitere Strophe hinzufügen, befassten wir uns doch vorletztes Jahr mit KESCH (= einem Konzept zur Kooperation „Elternhaus-Schule“), letztes Jahr mit EVA (d. h. einer internen Evaluation, bei der gemessen werden sollte, wo wir stehen, was gut läuft und was verbesserungswürdig ist) und 2016/17 nun mit dem sogenannten SEP:

Jede Schule war dazu angehalten, bis Ende des Schuljahres ein Schulentwicklungsprogramm vorzulegen, das ihre Ziele und Leitlinien bündelt, die bis dato in verschiedenen Einzelpaketen (wie eben KESCH) vorlagen. Soweit klingt das nicht nach viel Arbeit und nach einem reinen Verwaltungsakt, doch sollte es auch darum gehen, neue Ziele zu setzen und anzupacken.

Spätestens jetzt wurde also jedem klar, dass Schulentwicklung nie abgeschlossen sein kann. Wir bemühen uns stets um systematische Qualitätsentwicklung, bei der auf die Erhebung des Ist-Zustands die Formulierung neuer Ziele folgt, danach die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Zielerreichung und schließlich die Bewertung des Erfolgs, bevor der zirkuläre Kreislauf erneut beginnt und neue Ziele sowie Maßnahmen gesetzt werden.

Natürlich kann man Schulentwicklung auch kritisch sehen: Sie kostet viel Zeit, man muss sich von eingeschliffenen Gewohnheiten verabschieden und vielleicht wird nicht jedes Ziel erreichbar und nicht jede Maßnahme – rückblickend betrachtet – sinnvoll sein. Doch was wäre die Alternative? Eine Schule, die nicht auf Veränderungen der Gesellschaft und somit ihrer Schüler reagiert und denselben Unterricht macht wie vor Jahrzehnten? Dem könnte man den folgenden, zugegebenermaßen etwas flapsigen Spruch entgegenhalten: „Wenn jemand sagt, ‚Das haben wir immer schon so gemacht!‘, stehe auf und kratze mit einem Stein Höhlenzeichnungen an die Wand!“

Glücklicherweise tragen an unserer Schule viele Lehrkräfte den Schulentwicklungsprozess mit und bringen sich auch aktiv in ihn ein. Dies zeigte sich einmal mehr bei der Erarbeitung unserer neuen Ziele. Ausgehend von den Ergebnissen unserer internen Evaluation im letzten Jahr, sammelten wir bei einer Pädagogischen Konferenz Ideen zu den wichtigsten Resultaten, aus denen wir dann per Abstimmung eine Auswahl trafen:

Beibehalten möchten wir unseren Eckpfeiler „Werteerziehung“; auch dieser soll jedoch weiter ausgebaut und verfestigt werden. Ein „Sauberkeitsgong“ drei Minuten vor Unterrichtsende erinnert Schüler und Lehrkräfte daran, das Klassenzimmer ordentlich zu hinterlassen. Außerdem erstellt das Schulentwicklungsteam ein Werte-Curriculum mit Unterlagen, die für Klassleiterstunden, Vertretungen oder natürlich reguläre Unterrichtsstunden gesammelt und quasi „einsatzbereit“ präsentiert werden.

Auch Methoden, die verpflichtend in den verschiedenen Fächern behandelt werden sollen, werden in einem Methoden-Curriculum gebündelt, welches ab dem nächsten Schuljahr für die fünften Klassen gilt. Daneben beschlossen wir im Bereich „Methoden und Lernstrategien“, Schulaufgabenstoff grundsätzlich schriftlich anzukündigen. In diesem Zusammenhang entschieden wir uns für die Einführung eines Selbstreflexions-Bogens auf Stegreif- und Schulaufgaben, der die Schüler dabei unterstützen soll, über ihr Lernen nachzudenken und ihre Leistung selbst einzuschätzen.

Als drittes Ziel wählten Kollegium, Schülersprecher, Elternbeirat und Verbindungslehrkräfte, die Pausen zukünftig aufzuwerten, nämlich durch einen Ausbau des Schulradios freitags in der ersten Pause sowie durch einen Obst- und Gemüseverkauf am ersten Donnerstag im Monat – natürlich mit fair gehandelten und regionalen Waren.

Zu guter Letzt wird uns das Thema „Whiteboards“ auch in Zukunft noch beschäftigen. Fortbildungen zu digitalen Schulbüchern und Apps sollen den regelmäßigen Einsatz der Whiteboards im Unterricht sichern.

Ein weiteres arbeitsreiches Jahr geht so für unser Schulentwicklungsteam und unser Kollegium zu Ende, und auf ein ereignisreiches neues freuen wir uns – steht doch der neue Lehrplan bevor! So schließen wir unseren Rückblick mit dem Zitat eines „brandaktuellen“ Philosophen … was beweist, dass schon 400 vor Christus kräftezehrende Änderungen bewältigt werden mussten!

„Konzentriere nicht all Deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten, sondern darauf, das Neue zu formen.“ – Sokrates

Autorin: Kirsten Christiansen

Schul-ent-wicklung

Genau damit, nämlich – im wörtlichen Sinne verstanden – mit dem Entheddern von verknoteten Problemstellen, beschäftigten wir uns im Schuljahr 2015/16. Zwei Jahre nach unserer letzten externen Evaluation – einer Einschätzung der Stärken und Schwächen einer Schule durch Außenstehende – war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und selbst einmal zu schauen, welche Stärken weiterhin gefördert und welche Schwächen ausgeglichen worden waren. Zu diesem Zweck führten wir in diesem Schuljahr eine interne Evaluation durch, die uns auch das ganze Jahr beschäftigte.

Dabei handelte es sich um eine echte Mammut-Aufgabe, sämtliche an einer Schule beteiligten Personengruppen in eine schriftliche Befragung einzubeziehen. So entschlossen wir uns, mit Hilfe des Onlineportals des Instituts für Bildungsqualität und -forschung (ISB) eine anonyme Befragung durchzuführen, wobei es erst einiger Bastelei bedurfte, den Fragebogen zu konzipieren und so anzulegen, wie wir uns dies vorstellten. Als diese Hürde genommen war, beschlossen wir, zunächst die Lehrkräfte zu befragen. Über das Jahr hinweg folgten dann die Umfragen unter den Eltern sowie unter den Schülern.

Glücklicherweise erfolgt die Auswertung automatisch durch das ISB, nur die Interpretation der Ergebnisse wird der Schule nicht abgenommen. Und so ließ sich redlich darüber diskutieren, ob beispielsweise ein Wert von 40% in der Kategorie „sehr zufrieden“ besser oder schlechter ist als 65% in der Kategorie „eher zufrieden“. Ganz so einfach, wie erhofft, gestaltete es sich also nicht, Schlüsse aus den Antwortmustern zu ziehen. Auch erfüllte sich unsere Hoffnung, die Ergebnisse der externen seien unmittelbar mit denen der internen Evaluation vergleichbar, nicht wirklich: Aufgrund der unterschiedlichen Teilnehmerzahl sowie der unterschiedlichen Rahmenbedingungen erschien uns die Reliabilität oder Wiederholbarkeit der Ergebnisse (eines der Gütekriterien, die bei Erhebungen erfüllt sein sollten) eher gering. Nichtsdestotrotz konnten wir wertvolle Erkenntnisse aus der internen Evaluation – nur für sich genommen – ziehen.

Am Ende des Schuljahres erfolgte abschließend eine Bündelung der wichtigsten Ergebnisse über die verschiedenen Personengruppen hinweg. Dabei stellten wir fest, dass unsere Stärken gemäß unseres Schulprofils klar im kulturellen Bereich sowie in der Werteerziehung gesehen werden, wir aber an Aspekten wie der Feedback-Kultur noch arbeiten können.

Diagnostik sollte aber nie einem Selbstzweck dienen, daher sollen diese Erkenntnisse im nächsten Schuljahr Eingang finden in das sogenannte Schulentwicklungsprogramm, in welchem sich jede Schule Ziele für ihre Weiterentwicklung setzen soll. Dann stellt sich für uns einmal mehr die Frage: Quo vadis, Elt-homines? 😉

Autoren: Susanne Müller und Kirsten Christiansen

 

KESCHern nach Ideen

Abends, wenn sich die Sonne über Seen und Wiesen senkt und Stille einkehrt, saß auch in diesem Jahr wieder ein Grüppchen von Liebhabern im Silentiumraum der Wallburg-RS und wartete darauf, dass ihnen Ideen ins Netz gingen, wie sich Schule ein kleines bisschen effektiver gestalten ließe.

Dabei mussten sie bei der Themensuche in diesem Schuljahr nicht lange im Trüben fischen, denn von der Schulaufsicht war für dieses Jahr vorgesehen, ein Konzept zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule (KESCH) zu erarbeiten. Dieses fokussiert in den Bereichen Gemeinschaft, Kooperation, Kommunikation und Mitsprache Maßnahmen, wie die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus verbessert werden könnte. Natürlich sollte deshalb die Elternschaft in die Erstellung des Programms einbezogen werden. Also hieß es für uns: Butter bei die Fische!

Zunächst köderte das Schulentwicklungsteam Herrn Krämer vom Elternbeirat, dem es die Idee präsentierte und der diese innerhalb des Gremiums multiplizierte. Schließlich wurde durch den Elternbeirat unter allen Eltern eine schriftliche Umfrage durchgeführt, deren Antworten dankenswerterweise von Frau Krug „filetiert“ und ausgewertet wurden. Dabei war die Rückmeldung der Eltern zur Schule positiv. Außerdem entwickelten die Elternbeiräte ein eigenes Ziel, das in unser KESCH-Programm aufgenommen wurde (siehe unten).

Zeitgleich angelten sich im Rahmen einer Pädagogischen Konferenz Frau Plischke und das SE-Team das Kollegium und erarbeiteten mit ihm Themenvorschläge, die diesem für das KESCH-Konzept wichtig waren.

Die diversen Ideen, die sich in diesem Sammelbecken tummelten, brachte das Schulentwicklungsteam in vielen folgenden Sitzungen in eine schriftliche Form. Schließlich standen folgende KESCH-Ziele der Wallburg-Realschule fest:

  • Die Schülerfirma „RememberSchoolEveryday“ entwickelt ein individuelles schulinternes Hausaufgabenheft, durch das die Kooperation und die Kommunikation mit dem Elternhaus erleichtert werden soll.
  • Ferner soll der gute Informationsfluss beibehalten werden, welcher uns im Rahmen der Elternbefragung beim Thema „Kommunikation“ bescheinigt worden ist, z. B. durch die telefonische und elektronische Erreichbarkeit der Lehrkräfte, die Herausgabe von Elternbriefen und Infoblättern bzw. durch die Homepage.
  • Die Eltern werden sich in punkto Gemeinschaft auch weiterhin an Schulveranstaltungen beteiligen, sei es organisatorisch, kulinarisch o. Ä.
  • Außerdem wird sich der Elternbeirat nach der Neugestaltung der Aula mittels einer Vitrine dort präsentieren, um als Ansprechpartner für Eltern im Schulhaus unmittelbar präsent zu sein. Auch auf der Homepage sollen diese Informationen parat stehen.

Auch wenn das KESCH-Konzept der dickste Fisch war, den das Schulentwicklungsteam in diesem Schuljahr angegangen ist, so gab es doch noch einige kleinere:

  • Wir diskutierten und überarbeiteten den von Frau Frischholz verfassten ERASMUS-Antrag zu Lehrerfortbildungen auf europäischer Basis.
  • Wir kontrollierten den Fluss der Zielvereinbarungsmaßnahmen, die wir nach der letzten externen Evaluation getroffen hatten.
  • Vor dem Hintergrund der Werteerziehung stellten wir in diesem Schuljahr den Aspekt „Sauberkeit“ in den Mittelpunkt und gaben den Anstoß zu einem Sauberkeitswettbewerb, bei dem es sehr zur Freude unserer Schüler einen zusätzlichen Wandertag für das reinlichste Klassenzimmer zu gewinnen gab.

Wir waren also auch in unserem dritten Jahr des Bestehens an der WRS fleißig – und das ist kein Anglerlatein! 😉

 

Autoren: Susanne Müller und Kirsten Christiansen

Was haben Atlanten mit Schule zu tun?

Klar, man nutzt sie im Erdkunde-Unterricht, doch die kartografische Arbeit mit Hilfe von Landkarten-Sammlungen ist hier nicht gemeint. Vielmehr geht es um ein anderes Phänomen, das schon seit Jahren die Kollegien bewegt: Manch eine Lehrkraft kommt sich vor wie Atlas, der Titan, welcher der griechischen Mythologie entsprungen ist und der das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt. Denn in den letzten Jahrzehnten, so scheint es, ist die Masse der Schüler immer „schwieriger“ geworden und die Aufgaben der Lehrkräfte sind, so meint man, proportional dazu angestiegen: Ständig müssen Gespräche mit Schülern geführt, Ordnungsmaßnahmen verteilt, Elternbriefe ausgegeben und wieder eingesammelt, Vertretungsstunden übernommen, Besprechungen besucht, Prüfungen korrigiert, Unterricht vorbereitet und Bildungsziele wie Gesundheits- und Medienerziehung geleistet werden. Und da soll man sich auch noch Schulentwicklung aufhalsen?

Doch genau dies ist das Paradoxon: Wenn man eine Entlastung im Schulalltag wünscht und darunter leidet, dass unser Beruf uns zunehmend Erziehungsarbeit statt Wissensvermittlung abverlangt, dann scheint es sinnvoll, vor allem auch denjenigen Faktor zu verändern, den ich als Lehrer persönlich beeinflussen kann, nämlich den schulischen Rahmen.

Aus diesem Grund hat sich vor nunmehr zwei Jahren ein Grüppchen Lehrkräfte zusammengetan, die alle zwei Monate abendlich in die Schule pirschen, um sich Tag(Abend?)träumen hinzugeben, wie unsere Schule sein könnte, und um den einen oder anderen schließlich auszuprobieren. Auch in diesem Schuljahr waren diese Abende im Besonderen und die Schulentwicklung im Allgemeinen wieder schweißtreibend: Ideen wurden hin und her ge- oder manchmal auch verworfen, unsere Köpfe rauchten, hitzige Debatten flammten auf und die Pro- und Contra-Lager lieferten sich so manchen Schlagabtausch. Und dennoch: „Besser zielgerichtetes Beharren als beharrliche Ziellosigkeit“, sagte Willy Meurer einst Und diesem Motto blieben wir auch in diesem Jahr treu, wovon die vielen Maßnahmen zeugen, die wir im Lauf des Jahres ergriffen haben:

  • Überprüfung der Ziele, die sich die Schulfamilie für dieses Schuljahr vorgenommen hatte:
  • kompetenter Umgang mit (neuen) Medien: z. B. Vortrag zur Mediennutzung Jugendlicher, Vorstellung der Materialplattform MEBIS
  • weitere Öffnung dem schulischen Umfeld gegenüber: z. B. Beteiligung der Mittelschule am Fußballturnier, Verkauf des Kochbuches der Schülerfirma an der Grund- und Mittelschule
  • Förderung des eigenverantwortlichen Arbeitens der Schüler: z. B. Durchführung der Aktion „Lernen lernen“, Expertenvortrag eines Motivationstrainers
  • Entwicklung eines Leitbildes (eine Art Idealvorstellung, die wir uns vor Augen halten können):

Respekt und Toleranz bilden die Grundlage für das Miteinander aller Mitglieder der Schulgemeinschaft und dem schulischen Umfeld gegenüber. Der gegenseitige Respekt zeigt sich im höflichen Umgang mit seinen Mitmenschen. Ziele erreichen wir gemeinsam im Team. Bei allen Entscheidungen ist uns bewusst, dass wir für unser eigenes Handeln selbst verantwortlich sind. Dies gilt insbesondere auch für das Lernen.

  • Information über die vom Kultusministerium geforderte „Eigenverantwortliche Schule“:
  • Information über das zu erstellende Schulprogramm, welches konkrete Maßnahmen zur Erreichung des Leitbildes verankern soll
  • Information über das Konzept zur Erziehungspartnerschaft, das jede Schule bis Ende 2014/2015 vorlegen muss
  • Ideensammlung zu Maßnahmen, die die Sauberkeit auf dem Schulgelände erhöhen sollen:
  • Durchführung einer Umfrage unter den Schülern zum Thema „Sauberkeit“

Für das nächste Schuljahr haben wir geplant:

  • Überprüfung des Standes der Zielvereinbarungen
  • Ausarbeitung eines Schulprogrammentwurfs
  • Ausarbeitung eines möglichen Konzepts zur Erziehungspartnerschaft
  • Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sauberkeit

Wir machen uns also auch weiter dafür stark, Probleme im Team anzugehen. Natürlich kann man dies als Eingriff in die individuellen pädagogischen Freiräume der einzelnen Lehrkraft sehen. Man kann es aber auch als Entlastung verstehen, wenn Neuerungen ausprobiert und Absprachen getroffen werden, an die wir uns alle halten: So könnte es vielleicht auch unser Atlas einmal mit einer anderen Hebetechnik probieren oder er könnte sich seine Last mit einem Mitstreiter teilen. Er wäre sicher froh gewesen, wenn er Unterstützung beim Tragen erhalten hätte, und hätte es eher weniger als Eingriff in seinen Aufgabenbereich angesehen. In diesem Sinne: Packen wir’s an!

Autoren: Susanne Müller, Kirsten Christiansen

Damit uns nicht die Puste ausgeht – Schulentwicklung an der Wallburg-Realschule

Was ist Schulentwicklung?

Seit einem guten Jahr gibt es sie jetzt, die Schulentwicklungsgruppe – doch was ist das überhaupt? „Schulentwicklung“ klingt zunächst nach Entwicklungshilfe für eine pädagogische Ödnis, über der in der Mittagshitze Geier kreisen und wo man schon mal über das eine oder andere Skelett eines tapferen Abenteurers (sprich: Kollegen) stolpern kann.

Auch wenn dem natürlich nicht so ist; der Begriff weckt bisweilen Misstrauen, daher sei folgende Erläuterung vorangestellt:

Unter Schulentwicklung verstehen wir die systematische Veränderung der organisatorischen Rahmenbedingungen, des Unterrichts oder der personellen Situation in dem Bemühen, dass unsere Schule ihre Schüler besser auf ihr Erwachsenendasein vorbereitet. Wichtig ist uns auch, dass wir Lehrkräfte in einer Zeit, in der uns von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft immer mehr Verantwortung und Erziehungsarbeit einerseits, aber Bürokratie andererseits abverlangt wird, eine Entlastung erfahren – allerdings heißt dies nicht, dass jeder stets alle Maßnahmen als Entlastung begreift und dass diese mit sofortiger Wirkung eintritt.

Unsere Schulentwicklungsgruppe ist ein Vorschlagsgremium, das neue Ideen im Rahmen einer Lehrerkonferenz vorstellt; Vorschläge, die die Zustimmung des Kollegiums erhalten, werden dann in einer Testphase erprobt, bevor eine Mehrheitsabstimmung über die Fortführung der Maßnahme entscheidet.

Wozu Schulentwicklung?

Der wohl triftigste Grund, weswegen Schulen in einem manchmal schmerzhaften Prozess Veränderungswillen zeigen sollten, ist, dass sich unsere „Kunden“ in den letzten Jahrzehnten verändert haben: Da die Eltern oft beide arbeiten müssen, können in vielen Familien die Kinder nicht ohne Weiteres tagsüber von einem Familienmitglied betreut werden. Schüler sind heute rund um die Uhr von Medien umgeben; das aktuelle Smartphone wird – hoffentlich nur außerhalb des Unterrichts 😉 – auch dazu genutzt, Unbekanntes zu „googlen“, da heute kein Mensch mehr alles wissen kann. Der alte Goethe gilt als das letzte Universalgenie – selbst er wäre wohl in Anbetracht der Wissensexplosion heute ziemlich ratlos. Hinzu kommt, dass sich durch den immensen Wissenszuwachs auch die Arbeitswelt gewandelt hat. „Lebenslanges Lernen“ wird von der Wirtschaft heute erwartet, um den stetigen Veränderungen im Beruf gerecht werden zu können.

Für Lehrkräfte ist es Teil des Berufsethos, ihren Schülern ein Vorbild zu sein. Auch deshalb müssen wir uns wie unsere Schüler dem lebenslangen Lernen stellen. Genauso wie ein Arzt nicht erwarten kann (oder sollte!), 30 Jahre nach Dienstantritt noch seine Patienten auf dieselbe Art und Weise zu behandeln, gilt dies auch für die Schule.

Das heißt nicht, dass das Rad komplett neu erfunden werden sollte. Auch in der Pädagogik gibt es Moden, und Schulentwicklung sollte nicht zu Aktionismus verkommen. Es heißt auch ganz und gar nicht, dass an unserer Schule vor Entstehung der Schulentwicklungsgruppe Stillstand herrschte. Gerade im sozialen und kulturellen Bereich sind wir seit Jahren außergewöhnlich engagiert – eine Leistung, auf die wir wirklich stolz sein können. Schulentwicklung heißt aber, Bestrebungen zu bündeln, zu organisieren und systematisch an Veränderung heranzugehen. Schulentwicklung bedeutet auch, immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren, was uns die Freude am Beruf bewahrt.

Dadurch erhält im Idealfall eine Schule ein ganz eigenes Profil, welches die Identifikation der Schüler und Lehrer mit ihr stärkt und sie von anderen Schulen abgrenzt. Schulentwicklung bedeutet außerdem, Absprachen zu treffen – ein Aspekt, der nicht nur für die Schüler wichtig ist, die sich immer Gerechtigkeit und Gleichbehandlung wünschen. Übereinkünfte sind auch für die Lehrergesundheit wichtig, wird doch empfundenes „Einzelkämpfertum“ als ein häufiger Burnout-Faktor angesehen.

Schulentwicklung ist nicht einfach. Sie spielt sich im konfliktreichen Spannungsfeld unterschiedlichster Interessen ab und es gilt, den Spagat zwischen teils gegensätzlichen Positionen zu schaffen und auszuhalten. Warum wir sie uns trotzdem antun, ist hoffentlich durch unsere obigen Ausführungen deutlich geworden.

Für das nächste Jahr halten wir uns Hartmut von Hentigs Zitat vor Augen und hoffen dabei auf viel Bauch- und möglichst wenig Schnappatmung: 😉

„Schulentwicklung braucht große Gedanken, kleine Schritte und einen langen Atem.“

Was haben wir im letzten Jahr erreicht?

  • wöchentliche Kurzkonferenz in der Pause zur Verbesserung des Informationsflusses zwischen Kollegium und Schulleitung
  • Einführung von AOL (Arbeiten ohne Lehrer) für die 10. Klassen zur Förderung des eigenverantwortlichen Arbeitens
  • Einführung einer Auszeit-Regelung (= Schüler können bei unangemessenem Verhalten des Unterrichts verwiesen werden) zur Aufrechterhaltung des Rechts auf störungsfreien Unterricht für den Rest der Klasse
  • Einführung von Schulversammlungen in der Aula zur raschen Information aller Schüler über bedeutsame Ereignisse (d. h. Auszeichnung für besondere Leistungen, Vorstellen der Schulpatenschaften usw.)
  • Einführung von stellvertretenden Klassleitern zur Unterstützung des einzelnen Klassleiters im Falle seiner Abwesenheit aufgrund von Erkrankungen, Fortbildungen o. Ä.
  • Einführung einer Klassleiterstunde (= jeder Klassleiter gewinnt durch Kürzung aller Stunden um je 5 min. donnerstags 30 min. mit seiner Klasse) zur Förderung der Klassengemeinschaft und zur Erledigung organisatorischer Dienstpflichten
  • Bündelung von Fahrten und anderen Aktivitäten im Rahmen des Schullebens zum Zweck einer besseren Planbarkeit von Leistungsnachweisen, Gewinn von mehr Ruhe während des Schuljahrs
  • Zusammenfassung und Verschriftlichung unseres Schulprofils (= der Aspekte pädagogischer Arbeit, die besonders sind für unsere Schule; siehe Homepage) zur besseren Koordination von Aktivitäten und zum Aufbau einer zielgerichteten Außenwirkung unserer Schule
  • Durchführung eines Schulslogan-Wettbewerbs zum Finden eines Mottos, das die Inhalte unseres Schulprofils auf den Punkt bringt
  • Vorbereitung eines Schulleitbilds (= die Werte, die uns in unserer Arbeit besonders wichtig sind)
  • Vorbereitung und Erarbeitung von Zielvereinbarungen im Anschluss an die externe Evaluation mit dem Kollegium

Was ist für das nächste Schuljahr geplant?

  • Weiterarbeit am Schulleitbild
  • Einführung eines Methodentrainings für die 5. Klassen zur Förderung des eigenständigen Lernens
  • Planung eines Knigge-Trainings und ggf. eines Motivations-Trainings zur Förderung von Schlüsselkompetenzen wie Höflichkeit und Verantwortungsbereitschaft
  • Aufbau organisatorischer Grundlagen für die Schaffung einer Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendiensts an unserer Schule zum Zweck der Entlastung der Lehrkräfte

Autoren: Susanne Müller und Kirsten Christiansen