Werte, die anstecken – Wertebotschafterinnen und CourageCoaches begeistern angehende Lehrkräfte

Werte, die anstecken – Wertebotschafterinnen und CourageCoaches begeistern angehende Lehrkräfte

Auch ein noch so erfolgreiches Schuljahr geht irgendwann zu Ende – und für unsere Wertebotschafterinnen Lenya und Sophia hätte es kaum einen passenderen Schlusspunkt geben können. Der unterfränkische Wertetag für angehende Lehrkräfte an der Wilhelm-Sattler-Realschule in Schweinfurt bildete am 28.07.2026 den krönenden Abschluss eines ereignisreichen Jahres voller Workshops, Schulbesuche, aber auch Ausbildungseinheiten. Denn nur vier Tage nachdem Sophia ihre Ernennungsurkunde als Wertebotschafterin in Nürnberg erhalten hatte, standen die beiden bereits wieder auf der Bühne – voller Energie, Ideen und Begeisterung für das, was sie in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit ihrem Werte-Team auf die Beine gestellt hatten.

Gemeinsam mit ihren Schweinfurter Wertebotschafterkolleginnen Lilly, Emilia und Marlene zeigten sie eindrucksvoll, wie lebendige Wertearbeit an Schulen aussehen kann. Statt trockener Theorie erwartete die angehenden Lehrkräfte ein praxisnaher Einblick in zahlreiche Projekte, die in den vergangenen Monaten durchgeführt worden waren. Die Schülerinnen präsentierten Ausschnitte aus ihren gemeinsam gestalteten Workshops für die 7. Klassen, berichteten von Kurzschulungen an Grundschulen in Wasserlosen, Eltmann und Schweinfurt sowie von vielfältigen Aktionen an ihren eigenen Schulen, bei denen bereits die jüngeren Jahrgangsstufen aktiv eingebunden wurden.

Doch Zuhören allein war an diesem Vormittag ausdrücklich nicht vorgesehen. Mit Methoden wie dem Blitzlicht oder „warme Dusche“ machten die Wertebotschafterinnen die Studienreferendarinnen und -referendare selbst zu Mitwirkenden und bewiesen einmal mehr, dass Werte dann am stärksten wirken, wenn man sie nicht nur erklärt, sondern erlebt.

Unterstützt wurden sie dabei von den Courage-Teams beider Schulen. Stellvertretend für die Wallburg-Realschule informierten Lenya und Sofia über ihre Ausbildung zu CourageCoaches, und ermöglichten gemeinsam mit den Schweinfurter Schülerinnen Einblicke in Projekte mit externen Partnern wie Kolping – Netzwerk für Geflüchtete oder thevo. Doch auch sie präsentierten Auszüge aus ihren Workshops in den 5. und 8. Klassen, die sich mit den verschiedenen Formen von Diskriminierung bzw. mit dem Schwerpunkt „Homophobie“ auseinandersetzten. Kreativ, authentisch und voller Praxisbezug zeigten Lenya und Sofia, wie Demokratiebildung, Zivilcourage und gegenseitiger Respekt im Schulalltag ganz selbstverständlich gelebt werden können.

Dass junge Menschen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf Augenhöhe erreichen, wurde an diesem Tag besonders deutlich. Genau dieses Peer-to-Peer-Prinzip bezeichneten die beteiligten Lehrkräfte Carina Thorwarth, Susanne Müller und Corinna Hartwich-Beck ebenso wie die teilnehmenden Studienreferendarinnen und -referendare als einen unschätzbaren Gewinn für die schulische Wertebildung.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren engagierten Mädels Lenya, Sophia und Sofia. Mit ihrer Begeisterung, ihrer Kreativität und ihrem unermüdlichen Einsatz haben sie gezeigt, dass Werte keine Schlagworte sind, sondern dann ihre größte Kraft entfalten, wenn junge Menschen sie selbstbewusst vorleben. Oder anders gesagt: Wer andere mit seiner Haltung ansteckt, verändert nicht nur den Schulalltag – sondern manchmal tatsächlich ein kleines Stück Welt.

Corinna Hartwich-Beck

„Wir haben eine Stimme!“ – Wenn Mitbestimmung lebendig wird

„Wir haben eine Stimme!“ – Wenn Mitbestimmung lebendig wird

Wie viel Mitbestimmung steckt eigentlich in der SMV? Welche Rechte haben Klassen- und Schülersprecher? Und was macht der Landesschülerrat überhaupt? Antworten auf diese Fragen gab es beim diesjährigen SMV-Workshop am 23.07.2026– und zwar aus erster Hand.

Mit Jana Bäuerlein, einer ehemaligen Schülerin der Wallburg-Realschule und heute stellvertretenden Landesschülersprecherin der beruflichen Schulen, sowie Antonio Ferreira Barrozo, dem amtierenden Landesschülersprecher der Realschulen, waren gleich zwei echte Experten zu Gast. Nur wenige Stunden nach dem Workshop endete mit seiner Entlassfeier als Absolvent auch Antonios Amtszeit als Landesschülersprecher – ein passender Schlusspunkt nach einem Engagement, das er mit spürbarer Leidenschaft ausgeübt hat.

Dass Politik und Mitbestimmung alles andere als trockene Themen sein müssen, bewiesen die beiden Referenten vom ersten Moment an. Statt langer Vorträge hieß es zunächst: Bonbon schnappen! Die Farbe des Bonbonpapiers entschied über die Gruppenzugehörigkeit – und schon ging es in altersgemischten Teams ans erste Brainstorming. Warum ist SMV-Arbeit wichtig? Und was stellt ihr euch unter dem Landesschülerrat beziehungsweise den Landesschülersprechern vor? Die Ideen wurden auf Flipcharts gesammelt, vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Wie viele Realschüler vertritt der Landesschülerrat bayernweit eigentlich? Hier wurde innerhalb der verschiedenen Gruppen wild spekuliert, die Auflösung sorgte durchaus für erstaunte Gesichter und machte deutlich, welche Verantwortung hinter diesem Ehrenamt steckt.

Anschließend gewährten Jana und Antonio spannende Einblicke in die Arbeit des Landesschülerrats: Sie erklärten die gesetzlich verankerten Rechte der SMV – etwa das Anhörungsrecht – und verdeutlichten mithilfe eines Erklärvideos anschaulich, wie die verschiedenen Ebenen der Schülervertretung von der eigenen Schule bis auf Landesebene miteinander verknüpft sind. Persönliche Erlebnisse von Tagungen in Kochel am See, Rhetorikseminaren und anderen Veranstaltungen machten den Vortrag besonders authentisch. Dabei blieb auch Raum für lebhafte Diskussionen – unter anderem über die Wehrpflicht –, bei denen die Klassen- und Schülersprecher engagiert ihre eigenen Standpunkte einbrachten.

Besonders spannend erschienen auch Janas Einblicke in ihre Arbeit auf Bundesebene. Sie berichtete von Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern und zeigte eindrucksvoll, dass junge Menschen durchaus die Möglichkeit haben, Bildungspolitik aktiv mitzugestalten.

Doch nicht nur zuhören war gefragt: In einer weiteren Gruppenarbeitsphase sammelten die Schüler ihre Ideen auf Moderationskarten. Welche Themen sollte der Landesschülerrat künftig aufgreifen? Welche Anliegen gehören eher auf die Agenda der eigenen SMV? Schnell füllte sich die Pinnwand mit kreativen Vorschlägen. Wünsche wie höhere Zuschüsse für Klassenfahrten oder mehr lebensnahe Unterrichtsinhalte – etwa das Ausfüllen einer Steuererklärung – wird Jana mit in den Landesschülerrat nehmen. Andere Ideen, beispielsweise Unterricht im Freien, weniger Doppelstunden oder der Verzicht auf unangekündigte Tests, wurden den Aufgaben der schuleigenen SMV zugeordnet.

Auch unser Schulleiter Herr Greb ließ es sich nicht nehmen, dem Workshop einen Besuch abzustatten. Während einer kurzen Workshop-Pause nutzte er die Gelegenheit zum Austausch mit den beiden Referenten und brachte dabei mit einem Augenzwinkern auch die Sicht eines Schulleiters bzgl. des Budgets für Klassenfahrten in die Diskussion ein. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt von der fachlichen Kompetenz, der Eloquenz und dem außergewöhnlichen Engagement der beiden Workshopleiter.

Nach 90 Minuten voller Diskussionen, neuer Perspektiven und lebendiger Gruppenarbeit war vor allem eines deutlich geworden: Demokratie beginnt nicht erst in Parlamenten – sie beginnt im Klassenzimmer, in der SMV und überall dort, wo junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau dazu ermutigten Jana und Antonio ihre jüngeren Mitstreiter immer wieder: die eigenen Rechte zu kennen, sich einzumischen, Ideen einzubringen und die Interessen der Schülerschaft selbstbewusst zu vertreten.

Passender hätte deshalb auch das gemeinsame Abschlussbild kaum sein können. Unter dem Motto „Wir haben eine Stimme!“ verewigten sich alle Teilnehmenden mit ihren Fingerabdrücken auf einer Leinwand – als sichtbares Zeichen dafür, dass jede Stimme zählt. Denn Schule lebt nicht nur vom Lernen, sondern auch vom Mitgestalten. Und genau dafür haben Jana und Antonio an diesem Vormittag mit Herzblut, Leidenschaft und jeder Menge Begeisterung ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt.

Corinna Hartwich-Beck

Urkunde in der Hand – das Herz längst beim Werte-Team

Urkunde in der Hand – das Herz längst beim Werte-Team

Manchmal ist eine Urkunde nur noch das i-Tüpfelchen. Denn eigentlich gehörte Sophia Horn aus der Klasse 8d schon lange dazu: Seit Beginn dieses Schuljahres engagiert sie sich mit viel Freude im Werte-Team der Wallburg-Realschule unter der Regie der aktuellen Wertebotschafterin Lenya Zösch, plante Workshops mit, sammelte erste Erfahrungen in verschiedenen Projekten und begeisterte sich dafür, wie Werte im Schulalltag lebendig werden können. Am vergangenen Freitag, dem 24.07.26 folgte nun der offizielle Abschluss ihrer Ausbildung: In Nürnberg erhielt sie ihre Urkunde als inzwischen vierte Wertebotschafterin unserer Schule.

Der Weg dorthin war abwechslungsreich und praxisnah. Erstmals setzte sich die Ausbildung aus zwei Präsenzveranstaltungen in Nürnberg – die erste fand bereits am 25.02.26 statt – sowie zwei begleitenden Online-Sessions am 20.04.26 und 15.06.26 zusammen. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Nordbayern beschäftigte sich Sophia intensiv mit der Frage, welche Werte unser Miteinander tragen und wie diese nachhaltig an Schulen vermittelt werden können.

Neben den theoretischen Grundlagen rund um das Thema „Werte“ standen vor allem ganz konkrete Inhalte auf dem Programm: Wie begegnen wir Werten in digitalen Räumen? Wie entwickelt man aus einer Idee ein erfolgreiches Projekt? Und wie gelingt es, andere für gemeinsames Engagement zu begeistern? Die Ausbildung wurde von erfahrenen externen Referentinnen und Referenten gestaltet und – wie schon bei ihren drei Vorgängerinnen – von der Betreuungslehrkraft Corinna Hartwich-Beck begleitet.

Für Sophia stellte vieles jedoch keine graue Theorie dar. Denn schon während ihrer Ausbildung war sie vollständig in das seit dem Schuljahr 2019/20 bestehende Werte-Team integriert und konnte dort unmittelbar praktische Erfahrungen sammeln. Ob bei den inzwischen fest etablierten Workshops in den fünften und sechsten Klassen, bei der Kooperation mit den Wertebotschafterinnen der Wilhelm-Sattler-Realschule Schweinfurt in den siebten Klassen oder bei gemeinsamen Aktionen an drei verschiedenen Grundschulen – überall brachte sie sich engagiert ein, gewann Sicherheit und entwickelte ein gutes Gespür dafür, wie Wertearbeit junge Menschen erreichen kann.

Dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit auch künftig fortgeführt werden kann, freut alle Beteiligten besonders: Zeitgleich wurden auch zwei Schülerinnen der Schweinfurter Realschule, nämlich Emilia und Marlene, als Wertebotschafterinnen ausgebildet. Damit bleibt die enge Kooperation der beiden Schulen nicht nur bestehen, sondern erhält neuen Schwung.

Und Sophia? Die denkt schon längst einen Schritt weiter. Bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres möchte sie ihre erste eigene Projektidee verwirklichen: Eine monatliche Werteviertelstunde für die Jahrgangsstufen 5 bis 8 soll regelmäßig kleine Denkanstöße geben, Gespräche anregen und zeigen, dass Respekt, Toleranz, Verantwortung und Hilfsbereitschaft nicht nur Schlagworte sind, sondern den Schulalltag jeden Tag ein Stück besser machen können.

Mit Sophia wächst das Werte-Team der Wallburg-Realschule um eine weitere engagierte junge Persönlichkeit, die Verantwortung übernimmt und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zum Mitmachen motivieren möchte. Wir gratulieren ihr ganz herzlich zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Wertebotschafterin und freuen uns schon jetzt auf viele neue Ideen, spannende Projekte und jede Menge gelebte Werte an unserer Schule!

Corinna Hartwich-Beck

30 Minuten, die etwas bewegen

30 Minuten, die etwas bewegen

Manchmal braucht es keinen Projekttag, um etwas zu verändern. Manchmal reichen schon 30 Minuten, um zum Nachdenken anzuregen, neue Perspektiven zu eröffnen und ein deutliches Zeichen für Respekt und Zusammenhalt zu setzen. Genau das bewies unser Courage-Team in den vergangenen Wochen eindrucksvoll: Mit viel Herzblut und jeder Menge Fingerspitzengefühl gestalteten die Teamer mehrere Workshops für unsere 5. und 8. Klassen – und machten dabei deutlich, dass Courage vor allem dort beginnt, wo Menschen füreinander einstehen.

Den Auftakt bildeten die Workshops für unsere Fünftklässler.  Statt eines trockenen Vortrags erwartete die 5c-ler und 5d-ler am 18.06.2026 sowie die 5a-ler und 5b-ler am 09.07.2026 jeweils während der Klassleiterstunde ein abwechslungsreicher Workshop mit anschaulichen Beispielen, interaktiven Gesprächsimpulsen und alltagsnahen Fallbeispielen. Gemeinsam gingen sie der Frage nach, was Mobbing eigentlich ist und welche unterschiedlichen Formen Ausgrenzung annehmen kann. Dabei standen Themen wie Lookismus, Rassismus, Ableismus und Cybermobbing im Mittelpunkt – Begriffe, die für viele zunächst neu waren, deren Bedeutung die Schüler jedoch schnell anhand konkreter Situationen nachvollziehen konnten. Beeindruckend war vor allem, mit welcher Offenheit sich die Fünftklässler auf die Inhalte einließen. Sie beteiligten sich engagiert an den Gesprächen, stellten interessierte Fragen und entwickelten gemeinsam kreative Lösungsansätze für schwierige Alltagssituationen. Schnell wurde deutlich: Auch unsere jüngsten Schüler besitzen bereits ein feines Gespür dafür, wann Menschen unfair behandelt oder ausgegrenzt werden – und wie wichtig es ist, nicht wegzusehen. Dass die Workshops so lebendig und abwechslungsreich verliefen, ist an der Souveränität festzumachen, mit der die Teammitglieder eigenständig durch die Klassenleiterstunden führten und es von Beginn an schafften, ihre jungen Zuhörer mitzunehmen. So wurde ganz nebenbei deutlich, dass Zivilcourage keine Frage des Alters ist, sondern der Haltung. Für einen süßen und zugleich symbolträchtigen Abschluss sorgte die inzwischen schon fast traditionelle Schokokuss-Aktion. Sie belohnte nicht nur die engagierte Mitarbeit der Fünftklässler, sondern setzte gleichzeitig ein Zeichen für die eigentliche Botschaft des Workshops: Freundlichkeit, Respekt und Wertschätzung machen den Schulalltag für alle ein Stück schöner.

Doch damit war die Arbeit des Courage-Teams noch lange nicht beendet.

In den vergangenen Monaten hatten die Teamer ihren bereits bewährten Workshop zum Thema „Homophobie“ vollständig überarbeitet. Ziel war es, die Inhalte noch stärker an die Lebenswelt Jugendlicher anzupassen und das Konzept so weiterzuentwickeln, dass es in einer 30-minütigen Klassenleiterstunde durchgeführt werden kann. Gleichzeitig entschied sich das Team bewusst dafür, den Workshop künftig in den 8. Klassen anzubieten – einer Altersstufe, in der Fragen nach Identität, Sprache und gegenseitigem Respekt im Alltag eine immer größere Rolle spielen. Die ersten Workshops fanden am 02.07.2026 in den Klassen 8a und 8c sowie am 23.07.2026 in den Klassen 8b und 8d statt. Im Mittelpunkt der Workshops stand zunächst die Frage, was Begriffe wie Homophobie, LGBTQIA+ oder Coming-out überhaupt bedeuten. Gemeinsam erarbeiteten die Schüler grundlegende Begriffe, räumten mit Vorurteilen auf und setzten sich mit der Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten auseinander. Dabei wurde schnell deutlich, dass hinter diesen Begriffen vor allem Menschen mit ganz persönlichen Geschichten, Gefühlen und Erfahrungen stehen. Anschließend richtete sich der Blick auf den Schulalltag. Wie fühlt es sich an, wenn sich jemand seiner Familie oder seinen Mitschülern als schwul, lesbisch, bisexuell, trans* oder queer anvertrauen möchte – oder sich genau aus Angst vor Ablehnung eben nicht traut? Welche Rolle spielen dabei Mitschüler? Und wie kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass sich alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität sicher und akzeptiert fühlen? Gemeinsam hinterfragten die Jugendlichen außerdem alltägliche Beleidigungen und scheinbar harmlose Redewendungen wie „Das ist voll schwul“ oder „Du Schwuchtel“. Schnell wurde deutlich, dass solche Aussagen häufig unüberlegt ausgesprochen werden, für andere Menschen jedoch verletzend sein und Ausgrenzung fördern können. Die Reaktionen der Achtklässler fielen dabei durchaus unterschiedlich aus. Während sich einige Klassen interessiert zeigten, Fragen stellten und Inhalte kritisch hinterfragten, begegneten andere dem Workshop eher zurückhaltend. Gerade bei diesem sensiblen Thema fiel es vielen Jugendlichen schwer, die typischen Beschimpfungen überhaupt laut auszusprechen, obwohl sie im Schulalltag durchaus bekannt sind. Umso bemerkenswerter war es, mit welcher Sensibilität die Mitglieder des Courage-Teams die Gespräche moderierten. Einen besonders nachhaltigen Abschluss bildete ein eigens auf die Wallburg-Realschule abgestimmtes Erklärvideo, das die wichtigsten Inhalte noch einmal verständlich zusammenfasste und den Blick auf den eigenen Schulalltag richtete. Die Botschaft war eindeutig: Jeder Einzelne kann durch seine Sprache und sein Verhalten dazu beitragen, dass sich andere angenommen oder ausgeschlossen fühlen. 

Ob in den 5. oder in den 8. Klassen – alle Workshops verfolgten letztlich dasselbe Ziel: Unsere Schüler dafür zu sensibilisieren, hinzusehen statt wegzusehen, füreinander einzustehen und Menschen unabhängig von Herkunft, Aussehen, Beeinträchtigung, Religion oder sexueller Identität mit Respekt zu begegnen.

Corinna Hartwich-Beck

Adrenalin statt Unterricht – SMV auf Tour!

Adrenalin statt Unterricht – SMV auf Tour!

Achterbahnen, Karussells, Wasserspaß und ganz viel gemeinsames Lachen – besser kann ein Dankeschön kaum aussehen! Als Belohnung für ihren engagierten Einsatz während des Schuljahres machten sich unsere Klassen- und Schülersprecher am 22.07.2026 gemeinsam mit den Verbindungslehrerinnen Frau Brasch und Frau Hartwich-Beck auf den Weg ins Freizeit-Land Geiselwind. Wie schon in den vergangenen Jahren übernahm die SMV die Kosten für die Busfahrt und bedankte sich damit für eine Zusammenarbeit, die das Schulleben an der Wallburg-Realschule das ganze Jahr über bereichert.

Kaum hatten sich die Bustüren geöffnet, zog es die Jungs und Mädels in alle Himmelsrichtungen – immer auf der Jagd nach dem nächsten Adrenalinkick. Während manche möglichst viele Attraktionen ausprobieren wollten, schien für andere das Kettenkarussell der heimliche Star des Tages gewesen zu sein: Einige drehten sogar zehn Runden am Stück.

Viel zu schnell hieß es am frühen Nachmittag schon wieder: Einsteigen bitte! Kurz nach 15:00 Uhr erreichte der Bus Eltmann und sorgte dabei gleich für die nächste Erfolgsmeldung. Die von den Verbindungslehrerinnen vorsorglich verteilten Eimer samt Tüten für mögliche Achterbahn-/Kettenkarussell-Nachwirkungen blieben unbenutzt! Der Bus kam genauso sauber zurück, wie er losgefahren war – sehr zur Freude aller Beteiligten.

Doch das Beste kommt zum Schluss: Bis einschließlich Januar 2027 wartet auf alle noch ein weiterer kostenloser Eintritt ins Freizeit-Land Geiselwind. Die Chancen stehen also ziemlich gut, dass sich die eine oder der andere schon in den Sommerferien erneut ins nächste Abenteuer stürzt. Schließlich gilt: Nach der Achterbahn ist vor der Achterbahn!

Corinna Hartwich-Beck

Gemeinsam lachen, gemeinsam gestalten, gemeinsam genießen – gelebte Inklusion an der Wallburg-Realschule

Gemeinsam lachen, gemeinsam gestalten, gemeinsam genießen – gelebte Inklusion an der Wallburg-Realschule

Wenn aus einer Kooperation längst Freundschaften geworden sind, dann merkt man das schon bei der Begrüßung. So auch am 20.07.2026, als neun junge Erwachsene der Werkstatt für behinderte Menschen in Sennfeld gemeinsam mit ihren Bildungsbegleitern Stefan Hömer und Christian Zimmermann sowie Corina Holzinger vom Fachdienst zum alljährlichen Gegenbesuch an die Wallburg-Realschule kamen. Im Vorfeld hatten unsere SozAKler wie auch wir betreuenden Lehrkräfte (Frau Türk, Herr Nguyen und Frau Hartwich-Beck) einmal mehr darüber spekuliert, wie viele altbekannte oder auch neue Gesichter denn nun bei uns in Eltmann dabei wären.

Bereits in der Aula wurden sie von den 24 Mitgliedern unseres Sozialen Arbeitskreises herzlich empfangen. Nachdem die Zehntklässler des SozAKs wenige Tage zuvor verabschiedet worden waren, lag die Organisation des Tages nun in den Händen der engagierten Acht- und Neuntklässler.

Der erste Programmpunkt führte die Gäste direkt in den großen Musiksaal. Dort sorgten die Klassen 5a und 6a unter der Leitung ihres Musiklehrers Herrn Franz mit einer mitreißenden Begrüßungsrunde für einen stimmungsvollen Auftakt. Mit viel Freude und sichtbarer Begeisterung zogen die jungen Sängerinnen und Sänger ihr Publikum schnell in ihren Bann und schufen vom ersten Moment an eine herzliche Atmosphäre.

Anschließend hieß es: Ärmel hochkrempeln! Denn damit zur Mittagszeit ein leckeres Essen für insgesamt 39 hungrige Mäuler auf dem Tisch stehen konnte, wurden verschiedene Teams gebildet. Während die Kochgruppe unter der professionellen Leitung unserer Küchenfee Frau Brasch ohne Umschweife loslegte und eine indische Linsensuppe mit frisch gebackenem Naan-Brot sowie ein Joghurt-Dessert mit Waldfruchtspiegel vorbereitete, kümmerte sich eine weitere Gruppe mit viel Liebe zum Detail um das Stellen, Dekorieren und Eindecken der festlichen Tafel. Selbst an frischen Blumenschmuck wurde gedacht. Damit auch niemand durstig bleiben musste, sprang die SMV kurzerhand ein und spendierte die Getränke – eine nachhaltige Idee, denn von unserem schulinternen Fußballturnier am 16.07.2026 waren noch zahlreiche Getränkekästen übriggeblieben.

Besonders gefragt war die Kreativgruppe. Gemeinsam wurden Stoffturnbeutel bedruckt, die ein eigens von zwei SozAK-Schülerinnen entworfenes Logo zierte – ein Symbol für die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Wallburg-Realschule und der Werkstatt in Sennfeld. Dass einige Gäste bereits Erfahrung mit dem Bedrucken von Taschen hatten, da sie erst Anfang Mai Muttertagsgeschenke gestaltet hatten, machte sich schnell bemerkbar. Mit viel Geschick entstanden somit individuelle Erinnerungsstücke.

Beim gemeinsamen Mittagessen standen schließlich nicht mehr das Kochen oder Basteln im Mittelpunkt, sondern das, worum es bei solchen Begegnungen eigentlich geht: miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam lachen, und die Zeit genießen. Es wurde erzählt, gescherzt und viel gelacht – ganz selbstverständlich und ohne Berührungsängste.

Weil beim anschließenden Aufräumen und Spülen alle tatkräftig mit anpackten, blieb sogar noch genügend Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten. Ob beim Rundlauf an den Tischtennisplatten im Pausenhof, spannenden Einzelmatches, einer Partie Fußball bzw. Basketball 1:1 oder einfach bei guten Gesprächen – überall war zu spüren, wie unkompliziert und herzlich das Miteinander geworden ist.

Zum Abschied erhielten alle Gäste ihren persönlichen Stoffturnbeutel, der bei allen hervorragend ankam, als Erinnerung an einen rundum gelungenen, kurzweiligen Tag. Noch größer war jedoch die Freude über die gemeinsam verbrachte Zeit. Entsprechend herzlich fielen die Verabschiedungen aus. Umarmungen, Shake Hands und der einhellige Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen im Herbst machten deutlich: Diese Kooperation lebt längst nicht mehr nur von gemeinsamen Aktionen – sie lebt von Begegnungen, die verbinden.

Corinna Hartwich-Beck