Wenn Lieder Herzen wärmen – SozAKler und Grundschüler bringen gemeinsam Adventszauber in die Tagespflege

Wenn Lieder Herzen wärmen – SozAKler und Grundschüler bringen gemeinsam Adventszauber in die Tagespflege

Musik, leuchtende Kinderaugen und gerührte Zuhörer: Am 16.12.2025 wurde die Tagespflege-Einrichtung CuraVivum in Eltmann einmal mehr zu einem Ort ganz besonderer Begegnungen. Bereits zum dritten Mal in Folge trugen Schülerinnen und Schüler in der Adventszeit den Zauber von Weihnachten dorthin, wo er besonders willkommen ist.

Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises der Wallburg-Realschule gestalteten gemeinsam mit den Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Johann-Baptist-Graser-Grundschule ein liebevoll vorbereitetes vorweihnachtliches Programm. Begleitet von ihren Lehrkräften Stefanie Sokolowski, Katrin Türk, Duc Nguyen und Corinna Hartwich-Beck sangen und musizierten die Drittklässler sowie Realschüler aus den Jahrgangsstufen 8 bis 10 für die Seniorinnen und Senioren der Tagespflege – und schenkten ihnen dabei viele kleine Glücksmomente.

Traditionelle Lieder wie „Fröhliche Weihnacht überall“, „Kling Glöckchen, kling“ „Wünsche schicken wir wie Sterne“ oder „Zünd ein Licht an“ erfüllten den Raum mit festlicher Stimmung. Besonders berührend wurde es beim Lied „Lichterkinder – Singen zur Weihnacht“: Als die Grundschüler hier sogar ihr Rap-Talent zeigten, blieben bei einigen Zuhörern Tränen der Rührung nicht aus. Spätestens bei „Wir sagen euch an den lieben Advent“ war klar: Diese Musik ging direkt ins Herz – und viele stimmten freudig mit ein.

Nach dem musikalischen Teil folgte eine weitere Herzensgeste: Selbst gebastelte Weihnachtskarten und Fairtrade-Schokonikoläuse, gesponsert von der SMV, wurden von den Realschülern mit Unterstützung der Grundschüler an die Gäste der Tagespflege verteilt. Auch die Mitarbeiterinnen, die sich tagtäglich mit viel Engagement um die älteren Herrschaften kümmern, wurden bedacht. Sie durften sich über liebevoll gestaltete „Du machst einen super Job“-Kästchen mit süßem Inhalt freuen – selbst produziert und gesponsert von Emilia aus dem Sozialen Arbeitskreis und deren Mutter Sandra Klug. Schon im letzten Jahr hatten es sich die beiden nicht nehmen lassen, kleine Aufmerksamkeiten für die „Heldinnen des Alltags“ beizusteuern – vielen lieben Dank für diese großartige Unterstützung!!!

Das Team der Tagespflege unter der Leitung von Nadine Then revanchierte sich auf seine Weise: Kinderpunsch und Plätzchen sorgten bei den jungen Gästen für strahlende Gesichter und einen rundum gelungenen Abschluss.

Diese besondere Begegnung zeigte einmal mehr, wie verbindend der Austausch zwischen den Generationen sein kann. Knapp drei Schulstunden voller Musik, Besinnlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung – ein lebendiges Beispiel für gelebten Gemeinschaftssinn und echten weihnachtlichen Zauber.

Corinna Hartwich-Beck

Wenn Weihnachtswichtel durchs Schulhaus flitzen

Wenn Weihnachtswichtel durchs Schulhaus flitzen

Unsere Schulfamilie sammelte erneut rekordverdächtig für die Tafel

Ein kurzer Blick ins Schulhaus reichte am 08.12.2025 zwischen 10:00 Uhr und 11:15 Uhr, um zu erahnen: Hier war etwas ganz Besonderes im Gange. Wer durch die Gänge und das Treppenhaus marschierte, konnte fast den Eindruck gewinnen, eine Außenstelle des Christkinds betreten zu haben. Überall huschten Weihnachtswichtel umher – besser bekannt als Tutoren, Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises, Klassen- und Schülersprecher –, schwer bepackt mit liebevoll gefüllten Geschenktüten für 120 Bedarfsgemeinschaften der Tafel, vom Singlehaushalt bis zur achtköpfigen Familie.

Unter dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum in der Aula kam schließlich alles zusammen: Gemeinsam mit Schulleiter Stefan Greb sowie den Lehrkräften Frau Blöchl, Frau Brasch, Frau Hartwich-Beck, Frau Türk und Herrn Nguyen überreichten die Schülerinnen und Schüler insgesamt 138 weihnachtlich gestaltete Tüten an Frau Lederer und Herrn Scheuring, die stellvertretend für das Organisationsteam der Haßfurter Außenstelle vor Ort waren.

Bereits zum 18. Mal hatte unsere Schulfamilie in den Wochen zuvor mit großem Engagement gesammelt, sortiert und gepackt. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, unterstützt von unseren Sekretärinnen und dem Kollegium, füllten gebrauchte Papiertüten, die ein Klassensprecherteam im Sinne der Nachhaltigkeit liebevoll dekoriert hatte, mit genau den Dingen, die zuvor auf Herrn Scheurings Wunschliste gestanden hatten: Schokolade, Lebkuchen, Schokonikolaus, aber auch Bodylotion, Duschgel, Handcreme, Zahnpflegeartikel und mehr. Jede einzelne Tüte wurde zudem mit einer persönlich gestalteten Weihnachtskarte bestückt.

Da die Zahl der Tafelkunden ähnlich hoch wie in den vergangenen beiden Jahren lag, setzte unsere Schulfamilie alles daran, ausreichend Weihnachtspräsente für alle Bedarfsgemeinschaften bereitzustellen – mit Erfolg: Bei der Übergabe zeigte sich, dass sogar ein neuer Rekord aufgestellt worden war. Als sich im Vorfeld bereits abzeichnete, dass das angestrebte Limit überschritten werden könnte, stockten einige Lehrkräfte die Spenden zusätzlich mit zahlreichen Packungen Kaba auf – sehr zur Freude der jüngsten Tafelkunden.

Auch die Tutoren hatten gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Blöchl und Frau Schmitt erneut eine bewusste Entscheidung getroffen: Der Erlös aus den großzügigen Elternspenden anlässlich des Herbstfestes für unsere Fünftklässler wurde direkt weitergegeben, nämlich in Form eines Barschecks über 300 € sowie von Kosmetik- und Pflegeartikeln (sowie Power-Riegeln 😉) im Wert von 200 € für 57 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren (30 Jungen, 27 Mädchen) – nachhaltig verpackt in selbst gestalteten Papiertüten. Frau Lederer und Herr Scheuring erklärten noch vor Ort, dass der Barscheck gezielt für Dinge eingesetzt werde, die den Alltag der Kinder der Tafelkunden erleichtern und verschönern – etwa für Schulmaterialien, die Einschulung oder kleine Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen, die sonst oft nicht möglich seien.

Die Freude der beiden Tafel-Vertreter über die große Spendenbereitschaft unserer Schulfamilie war deutlich spürbar, als die Geschenke gemeinsam in den Transporter des Tafelladens verladen wurden. Besonders berührend: Beide erinnerten daran, wie sehr sich die Kunden bereits im vergangenen Jahr über die selbst gebastelten Weihnachtskarten gefreut hatten und dass viele von ihnen den beiden bevorstehenden Ausgabeterminen schon regelrecht entgegenfiebern würden.

Am 09.12.2025 sowie eine Woche später, am 16.12.2025, konnten Mitglieder unseres Sozialen Arbeitskreises erstmals bereits von 12:30 Uhr bis 15:30 Uhr bzw. 16:30 Uhr – persönlich dabei sein. An einem eigens für sie vorbereiteten, weihnachtlich geschmückten Stand im Innenhof übergaben sie die Familientüten sowie die von den Tutoren finanzierten Geschenke an große und kleine Tafelkunden. Die unmittelbaren Begegnungen machten eindrucksvoll spürbar, wie groß Dankbarkeit und Freude waren: Kleine Jungen und Mädchen grinsten verschmitzt und begeistert, als sie mit ihren Eltern in den Innenhof traten. Gerade auch viele ältere Herrschaften betonten, als sie den Heimweg antraten, wie dankbar sie seien, dass so junge Leute wie unsere Schülerinnen und Schüler solch ein großes Herz hätten und die Bedürftigen nicht vergessen würden.

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle auch an Norbert Scheuring und Jutta Lederer für die liebevolle Verköstigung mit Tee, selbst gemachtem Kinderpunsch und frisch gebackenen Schokoschnitten sowie für die angenehmen Gespräche mit Ihnen und en ehrenamtlichen Helferinnen während der Ausgabezeiten.

Ein riesiges Dankeschön aber auch an unsere engagierten Schülerinnen und Schüler sowie unser Kollegium und unsere Sekretärinnen – ihr seid die wahren Weihnachtswichtel! 🎄✨

Corinna Hartwich-Beck

Fairkleidet – das Klimobil an der WRS

Fairkleidet – das Klimobil an der WRS

Der Name des Workshops war Programm, denn es ging um Fairness bei der Textilproduktion und die Schülerinnen und Schüler erhielten Gelegenheit, sich zu verkleiden. Aber der Reihe nach:

Die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KjG-Hauses Schonungen waren bereits zum wiederholten Male an unserer Schule zu Gast, verbindet ihr Programm doch Bildung zum Thema Nachhaltigkeit mit unterhaltsamen Teamspielen, die Motivation und Verbundenheit bei den Schülerinnen und Schülern schaffen.

Diesmal kamen unsere siebten Klassen in den Genuss des Moduls zu Fairtrade. Die Wahl der Kleidung ist gerade für Jugendliche Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität, daher spiel sie meist für Schülerinnen und Schüler eine besonders große Rolle. Doch nur wenige wissen, wie ihre Kleidung produziert wird.

Abhilfe schuf nach einem Einstieg, bei dem die einzelnen Verarbeitungsschritte von Textilien im Kontext der Globalisierung auf einer riesigen Landkarte verortet wurden, eine schüleraktive Phase:

Als Journalistinnen und Journalisten gingen unsere siebten Klassen auf Weltreise und erkundeten die Textilproduktion. Wo kommt unsere Kleidung eigentlich her? Wer produziert sie und unter welchen Bedingungen? Wer verdient am meisten daran, wie gerecht ist das und wie geht es unserer Umwelt damit?

Es folgte ein spannender „Live-Krimi“, der mit Elementen der Erlebnispädagogik die Problemfelder in der Kleidungsproduktion aufzeigte (z. B. dass die Arbeiterinnen und Arbeiter nur einmal am Tag die Toilette besuchen dürfen). Die Teilnehmenden schlüpften in einer kleinen Theatereinlage in die Rolle von Angestellten, Aufsehern und Polizisten – inklusive Kleidung, was zu großer Erheiterung bei unserer Schülerschaft führte, denn auch Jungs „schmissen“ sich in hübsche Kleider, um Näherinnen darzustellen.

Und dann war Kreativität gefragt: In Kleingruppen wurden Podcasts, Greenscreen-Videos oder andere Medienerzeugnisse erstellt, um das Gelernte in Szene zu setzen.

Abschließend zeigten die KjG-Mitarbeitenden den interessierten Jugendlichen die Webseite „Good on you“, wo man recherchieren kann, wie nachhaltig v. a. unterschiedliche Kleidungsmarken arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler schlugen eine Vielzahl an bekannten und beliebten Marken vor und zeigten sich ernüchtert in Anbetracht der schlechten Ergebnisse. Außerdem wurde die Secondhand-Plattform „Vinted“ vorgestellt, die einzelne Schülerinnen und Schüler bereits kannten. Hier lässt sich nicht nur nachhaltig einkaufen, sondern bei Markenkleidung auch bares Geld sparen!

In einer Blitzlicht-Runde am Ende gaben die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler viel positives Feedback. Besonders lobend hervorgehoben wurden die Video-Drehs und auch die Teamspiele, z. B. als sie in der Rolle der Arbeiterinnen und -arbeiter aus einer Fabrik entkommen sollten, was als „Der Boden ist Lava“-Spiel umgesetzt wurde.

Dieser informative, abwechslungsreiche Vormittag wird hoffentlich dazu beitragen, dass zukünftig bei dem einen Schüler oder der anderen Schülerin das Motto „Augen auf beim Kleiderkauf!“ gilt!

Susanne Müller und Kirsten Christiansen

Rentier-Alarm und Ruten-Workout – der SMV-Nikolaus erobert die WRS!

Rentier-Alarm und Ruten-Workout – der SMV-Nikolaus erobert die WRS!

Wenn es an den Klassenzimmertüren plötzlich polternd klopft, Engelchen kichern und ein bärtiger Mann mit goldenem Buch auftaucht, dann ist klar: Der SMV-Nikolaus Mattias ist im Haus! Zusammen mit Knecht Ruprecht mit dem Beinamen Elias, den beiden himmlischen Helferinnen Lia und Jana, aber auch zwei ungemein entspannten Rentieren, die auf Lenya und Mia hören, stattete er am 08.12.2025 unseren 5. Klassen, der Schulleitung, dem Hausmeister und dem Pausenverkauf einen Besuch ab.

Im Gepäck hatte der Nikolaus faire Schoko-Nikoläuse und Mandarinen – und jede Menge Einträge über unsere Fünftklässler. Von begeistertem Lob über die starke Klassengemeinschaft bis hin zu kleinen Mahnungen für vergessene Hausaufgaben war alles dabei und wurde zusätzlich durch ein vielfaches „Hohoho!“ untermauert.

Knecht Ruprecht jedoch zeigte sich sportlich-streng: Während die 5a ihn mit einem Lied milde stimmte, gelang dies den drei anderen fünften Klassen – mitten im Sportunterricht – mit Limbo, Kniebeugen oder dem furchtlosen Sprung über die Rute. Ganz nach dem Motto: Wer schwitzt, wird erlöst!

Und auch die Großen kamen nicht ungeschoren davon: Obwohl unsere Konrektorin Frau Plischke glaubhaft versicherte, es gebe keinerlei Beschwerden über Herrn Greb, unseren Schulleiter, forderte Ruprecht sicherheitshalber Liegestütze ein. Unser Chef meisterte sie bravourös!

Ein Nikolausbesuch voller Spaß, Bewegung und glänzender Augen – so lässt sich der Advent an unserer Schule sehen!

Corinna Hartwich-Beck

„Angst im Handgepäck“ – Thevo macht Mut gegen Diskriminierung

„Angst im Handgepäck“ – Thevo macht Mut gegen Diskriminierung

Wie fühlt sich Diskriminierung im Schulalltag an? Diese Frage stellte das theaterpädagogische Ensemble thevo aus Nürnberg am 27.11.2025 unseren Achtklässlern – und brachte mit dem interaktiven Stück „Angst im Handgepäck“ die Aula zum Mitdenken, Mitreden und Mitmachen.

Im Mittelpunkt standen alltägliche Formen von Ausgrenzung: wegen Herkunft, Religion oder Hautfarbe, aufgrund von Beeinträchtigungen, sexueller Identität, Alter, Namen oder einfach wegen des äußeren Erscheinungsbildes. An der fiktiven Martin-Behheim-Realschule erlebten die Schülerinnen und Schüler vier typische Situationen, in denen Diskriminierung oft unbemerkt passiert – in der Geografiestunde, beim Sport, in der Hofpause und sogar vor dem Lehrerzimmer.

Doch thevo beließ es nicht beim Zuschauen: Die Jugendlichen wurden aktiv ins Geschehen hineingenommen. Im ersten Durchlauf beobachteten sie, wie verletzende Bemerkungen, abwertende Blicke oder unfaire Zuschreibungen entstehen und benannten diese ganz klar. Dann begann allerdings die eigentliche Herausforderung: Wie sieht Schule ohne Diskriminierung aus?

Mit Mut, Stopp-Rufen und klaren Interventionen griffen die Achtklässler ein und veränderten die Szenen. Viele übernahmen selbst Rollen – ob als Mitschüler oder sogar als Lehrkraft – und zeigten, wie man im Alltag für andere einsteht.

Während zu Beginn die Beteiligung noch etwas zögerlich war, blühten die Jugendlichen im zweiten Durchlauf richtig auf. Das Stück wurde lebendig, authentisch – manchmal ernst, manchmal überraschend humorvoll. Spätestens als ein Darsteller zum Abschluss sein musikalisches Talent mit einem packenden Rap bewies, war das Eis endgültig gebrochen. Die Begeisterung war riesig – und sein Instagram-Account dürfte demnächst einige neue Follower haben.

„Angst im Handgepäck“ war weit mehr als eine Theatervorstellung: Es setzte ein starkes Zeichen für unsere Selbstverpflichtung als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, nämlich für ein respektvolles Miteinander, und bewies eindrucksvoll, dass Mut, Aufmerksamkeit und gemeinsames Handeln Diskriminierung im Alltag sichtbar machen, aber auch verändern können.

Corinna Hartwich-Beck

Mit Herz und Hands-on – Unser Sozialer Arbeitskreis erlebt Inklusion zum Anfassen

Mit Herz und Hands-on – Unser Sozialer Arbeitskreis erlebt Inklusion zum Anfassen

Es war einer dieser Tage, die man so schnell nicht vergisst – voller Begegnungen, ehrlicher Gespräche, Herzlichkeit und echter Freude. 17 Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises unserer Schule durften am 22.10.2025 einen nahezu kompletten Arbeitstag in der Werkstatt der Lebenshilfe Sennfeld verbringen – und kehrten mit vielen Eindrücken, aber auch mit neuen Denkanstößen zurück.

Schon der Beginn war außergewöhnlich: Marcel, ein junger Mann mit Downsyndrom, stellte sich selbst vor – mit einer beeindruckenden Mischung aus Humor, Offenheit und Mut. Dabei forderte er die Schüler dazu auf, einzuschätzen, welche Freizeitaktivitäten er wohl schon erlebt habe: Fallschirmsprung? Sprung vom Zehn-Meter-Brett? Ballonfahrt? Yoga-Kurs? Die Überraschung war groß, als sich herausstellte: Marcel hat tatsächlich alles ausprobiert! Seine Botschaft war klar – und sie traf mitten ins Herz: Wir alle haben unsere Stärken, unsere Träume, unsere Grenzen. Darum appellierte Marcel abschließend auch nochmals daran, ihn so zu akzeptieren, wie er ist, während Bildungsbegleiter Stefan Hömer herausstellte, dass jeder, nicht nur Menschen mit Handicap, Einschränkungen kennen, was er beispielsweise an seiner eigenen Altersweitsicht verdeutlichte.

Ebenso kurzweilig, unterhaltsam und anschaulich stellte anschließend Stefan Hömer die Werkstatt mit den Standorten Sennfeld (inklusive Förderstätte) und Allmishalle sowie die Außengruppen bei ZF Aftermarket und Kühne vor. Neben einem kleinen Imagefilm wirkte ebenso das Kunstprojekt seiner Tochter Jule, einer ehemaligen Wallburg-Realschülerin und SozAKlerin, das in Kooperation mit Fußballspielern der Einrichtung entstanden war, bei allen Anwesenden nach. Dessen Titel „Unschlagbare Freude“ spiegelte genau das wider, was unsere Schüler an diesem Tag erlebten: Freude, die ansteckt, verbindet und inspiriert. Im Rahmen der Berufsorientierung wurde schnell klar, welch vielfältige Möglichkeiten die Werkstätten der Lebenshilfe in Sennfeld bieten – von handwerklichen über pädagogische bis hin zu kreativen Tätigkeiten. Auch Quereinsteiger, etwa aus dem Handwerk, seien willkommen.

Nach einer kleinen Frühstückspause hieß es, mit anzupacken. Unsere Schüler verteilten sich auf verschiedene Tätigkeitsfelder – Schreinerei, Schlosserei, Montage, Küche und den Beruhigten Bereich oder waren dabei eingebunden, kleine Giveaways für uns alle zu gestalten. Von Anfang an stimmte die Chemie zwischen den Beschäftigten und unseren SozAKlern: Gemeinsam wurde verpackt, etikettiert, geschraubt, gelötet, eine große Anzahl an Engelsflügeln gebastelt usw., aber auch das Wiedersehen mit einigen inzwischen bekannten Gesichtern gefeiert. Beim Mittagessen in der Cafeteria herrschte ausgelassene Stimmung, denn alle lobten die leckeren Gerichte, während sie von ihren ganz persönlichen Eindrücken des Vormittags den anderen berichteten. Mitarbeiterin Corina Holzinger überraschte die Anwesenden auch noch mit ihrer Nachspeise „Vanilleeis mit heißen Kirschen und Schoki“, sodass alle gestärkt und motiviert nochmals in ihre Arbeitsgruppen wechselten. Auch in diesem Jahr blieb es nicht aus, dass der eine oder andere Mitarbeiter wünschte, dass wir auch in den nächsten Tagen noch hier zur Arbeit erscheinen sollten, da doch alles so gut gemeinsam funktioniere.

Nachdem sich unsere Schüler von ihren Arbeitsgruppen verabschiedet hatten, versammelten wir uns nochmals in der Cafeteria zu einer kleinen Feedbackrunde. Hier stellte der Werkstattleiter Günter Scheuring eindringlich sein Ziel eines derartigen Projekttages heraus: „Mir ist wichtig, dass man allen Menschen auf Augenhöhe begegnet und sich nicht vorschnell ein Urteil bildet.“ Passend dazu erhielten wir alle – Lehrkräfte wie SozAKler – einen selbst gestalteten Bilderrahmen mit eigenem Portrait als Symbol dafür, sich ein eigenes Bild zu machen, von anderen und vielleicht auch von sich selbst, wie es Stefan Hömer treffend auf den Punkt brachte.

Vor Antritt der Heimreise durfte natürlich ein Abstecher in den beliebten Sennshop nicht fehlen – mit seinen handgefertigten Dekoartikeln, Spielen, Karten und kleinen Schätzen, die bereits auf die Vorweihnachtszeit einstimmten.

Der herzliche Empfang, die Offenheit der Mitarbeitenden, das Wiedersehen mit vertrauten Gesichtern aus der langjährigen Kooperation – all das ließ unsere Schüler, aber auch uns begleitenden Lehrkräfte (Frau Türk, Herrn Nguyen, Frau Hartwich-Beck) spüren, was wirklich zählt: Wertschätzung, Miteinander, Freude am Leben.

Ein herzliches Dankeschön gilt der Lebenshilfe Sennfeld – allen voran Herrn Scheuring, den Bildungsbegleitern Stefan Hömer und Christian Zimmermann sowie Corina Holzinger vom Fachdienst – für ihre Aufgeschlossenheit, die wertvollen Einblicke und die wunderbare Gastfreundschaft – und dafür, dass sie unseren SozAKlern einmal mehr gezeigt hat, was es bedeutet, Menschen wirklich auf Augenhöhe zu begegnen.

Corinna Hartwich-Beck