Demokratie lebt vom Mitmachen: Unsere Schülersprecherwahl

Demokratie lebt vom Mitmachen: Unsere Schülersprecherwahl

Sechs Kandidatinnen und Kandidaten, viele Ideen und eine wichtige Entscheidung für die Schulfamilie

Geheim, allgemein, unmittelbar, frei und gleich – was zunächst nach einer etwas ungewöhnlichen Wortkombination klang, entpuppte sich als perfekter Einstieg in unsere Schulversammlung am 15.10.2026. Unser Schulleiter Herr Greb nahm die fünf Wahlgrundsätze zum Anlass, um die Brücke zum eigentlichen Thema des Tages zu schlagen: der Schülersprecherwahl an der Wallburg-Realschule Eltmann. Denn Demokratie ist weit mehr als ein Begriff aus dem Unterricht – sie lebt davon, dass jeder mitbestimmen darf und Verantwortung übernommen wird.

Anschließend gehörte die Bühne sechs mutigen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich in einer kurzweiligen Vorstellungsrunde präsentierten. Sie verrieten, welche Ziele sie im laufenden Schuljahr verfolgen möchten, welche persönlichen Eigenschaften sie für das Amt mitbringen und wofür sie sich starkmachen wollen. Auch ihre Hobbys und ihr Engagement in verschiedenen schulischen Teams kamen zur Sprache. So bekam die Schulfamilie nicht nur einen Einblick in ihre Ideen, sondern lernte auch die Menschen hinter den Kandidaturen besser kennen.

Die beiden Verbindungslehrerinnen Frau Brasch und Frau Hartwich-Beck würdigten ausdrücklich den Mut, den alle sechs mit ihrem Auftritt vor der gesamten Schulfamilie bewiesen hatten. Denn sich vor so vielen Menschen auf der Bühne vorzustellen, kostet durchaus Überwindung. Sich darüber hinaus für ein verantwortungsvolles Amt zur Wahl zu stellen, zeigt, dass man bereit ist, sich für andere einzusetzen und die Schule aktiv mitzugestalten. Allein dafür gebührt den Kandidatinnen und Kandidaten bereits Anerkennung!

Unmittelbar nach der Vorstellungsrunde wurde es ernst: Die Klassen machten sich auf den Weg in ihre Klassenzimmer, um ihre Stimmen abzugeben. Zuvor hatte Herr Greb dazu aufgerufen, die Entscheidung wohlüberlegt zu treffen und sich zu fragen, wem man am ehesten zutraut, die Interessen der Schülerschaft überzeugend zu vertreten. Dann galt es, sich festzulegen: Jede Schülerin / jeder Schüler hatte genau eine Stimme: ein einziges Kreuz auf dem Wahlzettel, das frei, gleich und geheim gesetzt werden durfte.

Zu Beginn der fünften Stunde folgte die mit Spannung erwartete Verkündung des Wahlergebnisses per Durchsage: Marvin Krines (7a) erreichte den ersten Platz, gefolgt von Lina Kaufhold (10d) auf Platz zwei und Mattias Morfino (9b) auf Platz drei. Jonathan Schmidt (9c), Nathan Pittman (10a) und Mia Schott (8b) werden das Trio als Stellvertreter tatkräftig unterstützen.

Wir gratulieren dem neuen Schülersprecherteam herzlich zur Wahl und wünschen viel Erfolg, gute Ideen und Freude an der gemeinsamen Aufgabe. Allen sechs Kandidatinnen und Kandidaten danken wir für ihren Mut und ihre Bereitschaft, unsere Schule aktiv mitzugestalten!

Corinna Hartwich-Beck

Begegnungen, die verbinden: SozAK zu Gast in Sennfeld

Begegnungen, die verbinden: SozAK zu Gast in Sennfeld

Ein Tag voller neuer Erfahrungen, herzlicher Wiedersehen und gelebter Inklusion

Schon die Anreise war ein Zeichen echter Wertschätzung: Gleich mit zwei Bussen holte die Werkstatt Sennfeld 13 Schülerinnen des Sozialen Arbeitskreises (SozAK) gemeinsam am 07.10.2026 mit ihren Lehrkräften Katrin Türk, Duc Nguyen und Corinna Hartwich-Beck in Eltmann ab – und übernahm am Ende des Arbeitstages auch die Rückfahrt. Ein riesiges Dankeschön für diese besondere Geste!

Mit einem ungewöhnlichen Impuls startete Bildungsbegleiter Stefan Hömer, der die Gruppe gemeinsam mit Werkstattleiter Günter Scheuring und Bildungsbegleiter Christian Zimmermann empfing: einem leeren Glas. Dieses sollte sich im Laufe des Tages mit neuen Erfahrungen, Begegnungen und Eindrücken füllen.

Zunächst gab Stefan Hömer einen anschaulichen Einblick in die vielfältige Arbeit der Einrichtung. Neben internen Bereichen wie der Verwaltung oder dem ruhigen Arbeitsbereich und den verschiedenen Arbeitsgruppen, die beispielsweise für Kühne – vielen bekannt durch die Hotdog-Verpackungen für IKEA – tätig sind, stand vor allem die berufliche Bildung im Mittelpunkt. Im Eingangsverfahren würden Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen dabei unterstützt, ihre Stärken und Interessen zu erkennen, grundlegende Arbeitsfähigkeiten zu erlernen und Qualifizierungseinheiten, beispielsweise im Bereich Brandschutz, zu durchlaufen. Auch interne wie externe Praktika in den Berufsfeldern Montage, Metall, Holz und Hauswirtschaft gehörten dazu. Ziel sei es, möglichst selbstständig zu werden – im Berufsleben ebenso wie bei der Gestaltung des eigenen Alltags.

Wie anspruchsvoll manche dieser Aufgaben sein können, erfuhren unsere SozAKler bei einem Selbstversuch: Bei einer Übung aus dem sogenannten Hamet-Testverfahren sollten sie mit einem Faserschreiber unter anderem Spiralen, Kleidungsumrisse und Gegenstände möglichst genau nachfahren, ohne den Stift abzusetzen. Dabei wurde deutlich, wie viel Konzentration, Geschick und Ausdauer gefragt sind – insbesondere dann, wenn zusätzlich Zeitdruck ins Spiel kommt. Diese Testungen helfen dabei, berufliche Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten realistisch einzuschätzen.

Dass Inklusion in Sennfeld nicht nur ein schönes Wort ist, sondern aktiv gelebt wird, zeigten auch die Kooperationen mit den Fränkischen Rohrwerken und unserer Schule. Besonders beeindruckend waren die Einblicke in die Interessenvertretungen der Beschäftigten: Berna stellte ihre Aufgabe als Frauenbeauftragte vor. Sie setze sich dabei unter anderem für den Schutz vor körperlicher, sexueller und psychischer Belästigung oder Gewalt ein und berichtete von einem Infostand zum „Orange Day“, den sie mit weiteren Frauen bei der Lichternacht organisiert hatte, sowie von entsprechenden Workshops, während sie selbst gestaltete Buttons von diesen Events an unsere Schülerinnen verteilte. Besnik wiederum erklärte als erster Vorsitzender die Arbeit des Werkstattrats, dem er bereits seit acht Jahren angehört. Ähnlich wie unsere SMV vertrete dieser die Interessen der Beschäftigten und verfüge über Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte – beispielsweise bei Festen, der Verpflegung oder der Gestaltung von Arbeitsplätzen.

Nach Imagefilm und Fragerunde, in der sich unsere SozAKler auch für die finanzielle Situation der Beschäftigten interessierten, ging es nach einer kurzen Frühstückspause sportlich weiter: Bei der täglichen 15-minütigen Bewegungseinheit, zu der uns Corina Holzinger vom Fachdienst begleitete, wurde gedehnt, gehüpft, balanciert und ordentlich Gas gegeben. Ganz gleich, ob Hampelmann oder Gleichgewichtsübung – alle machten mit und hatten sichtlich Spaß.

Anschließend verteilten sich unsere Schülerinnen auf die verschiedenen Arbeitsbereiche Küche, Schlosserei, Schreinerei, Montage, Montage MFC, Montage ZF und den ruhigen Bereich, wo sie bereits freudig erwartet wurden. Dank der inzwischen mehrjährigen Zusammenarbeit gab es zahlreiche vertraute Gesichter und umso herzlichere Wiedersehen. Gemeinsam wurde sortiert, verpackt, montiert und zusammengebaut – begleitet von vielen Gesprächen und herzlichem Lachen. Besonders schön: Niemand musste Berührungsängste überwinden oder lange das Eis brechen. Man begegnete sich einfach auf Augenhöhe, arbeitete miteinander und hatte Freude an der gemeinsamen Sache.

Auch kulinarisch wurden wir alle bestens versorgt: Zum Mittagessen standen Cordon Bleu beziehungsweise Schnitzel mit Kartoffelsalat oder Grießnockerl mit Tomaten-Zucchini-Gemüse auf dem Speiseplan, zum Nachtisch gab es Schokopudding. Frisch gestärkt ging es danach zurück in die Arbeitsgruppen. Einige Schülerinnen wechselten bewusst noch einmal den Bereich, um weitere Tätigkeiten kennenzulernen. Aufgrund ihrer offenen Art und ihrer tatkräftigen Unterstützung – besonders beim Zusammenbauen der großen Stückzahl an Kugelschreibern – wünschten sich manche Beschäftigte gleich eine Fortsetzung am nächsten Tag – ein Mitarbeiter schlug sogar fünf Wochen vor!

Bevor der Tag mit einer Feedbackrunde ausklang, wurde schließlich das eingangs erwähnte Glas wieder hervorgeholt. Gemeinsam mit Jungs und Mädels aus dem Berufsbildungsbereich stellten unsere SozAKler und auch wir begleitenden Lehrkräfte kleine Cookie-Backmischungen her: Zutaten wurden abgewogen, sorgfältig in Schichten eingefüllt und die Gläser anschließend mit einer eigens gestalteten Banderole versehen. Eine tolle Idee von Corina Holzinger, die allen nicht nur viel Freude bereitete, sondern auch ein schönes Erinnerungsstück an diesen besonderen Tag bescherte.

In der abschließenden Gesprächsrunde lobten unsere Schülerinnen vor allem die herzliche Aufnahme, die ungezwungenen Begegnungen und die vielen interessanten Gespräche. Stefan Hömer machte wiederum deutlich, wie wichtig solche Besuche auch für die Beschäftigten sind: Viele hätten sich schon im Vorfeld sehr auf das Wiedersehen gefreut. Schließlich bewege man sich im Alltag häufig eher auf den eigenen „Inseln“ – im Betrieb unter Gleichgesinnten oder im familiären Umfeld. Umso wertvoller seien Begegnungen, bei denen Menschen ganz selbstverständlich miteinander arbeiten, lachen und voneinander lernen können. Sein Anliegen sei es, dass die Beschäftigten zeigen können, was sie leisten.

Und genau das ist an diesem Tag gelungen: Die Schülerinnen konnten nicht nur neue Arbeitsfelder kennenlernen, sondern vor allem erleben, wie viel Können, Engagement und Gemeinschaftssinn in der Werkstatt Sennfeld stecken. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Inklusion dort beginnt, wo Menschen einander offen begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas schaffen.

Das Glas vom Morgen war am Ende zwar mit einer Cookie-Backmischung gefüllt. Viel wichtiger aber war das, was sich im übertragenen Sinn darin gesammelt hatte: neue Eindrücke, gegenseitige Wertschätzung und viele schöne gemeinsame Momente.

Ein Tag, der einmal mehr gezeigt hat, wie bereichernd gelebte Partnerschaft sein kann – für beide Seiten!

Corinna Hartwich-Beck

„Full House!“ beim Empfang der neuen Fünftklässler

„Full House!“ beim Empfang der neuen Fünftklässler

„Full House!“ – das gibt es nicht nur beim Kniffel, sondern offenbar auch am ersten Schultag an der Wallburg-Realschule! Kaum waren unsere neuen Fünftklässler herzlich von Herrn Greb und Frau Plischke begrüßt worden, ging es für sie gemeinsam mit ihren Klassleitern und Tutoren die Treppen hinauf in die Klassenzimmer. Für Mamas und Papas führte der Weg dagegen in die andere Richtung: hinunter ins Elterncafé der SMV im Mehrzweckraum.

An liebevoll dekorierten, nach Klassen gruppierten Tischen ließ es sich wunderbar ankommen: erste Kontakte zu anderen Eltern knüpfen, in den Jahresberichten der vergangenen beiden Schuljahre schmökern und natürlich bei Kaffee, Tee, Käse- und Apfelkuchen sowie Brezeln ein bisschen plaudern und verschnaufen.

Wir freuen uns riesig über die große Resonanz und den gelungenen Auftakt ins neue Schuljahr. Ein herzliches Dankeschön geht dabei ganz besonders an unsere fleißigen Helferinnen Lina, Sofia, Lucia, Zoé und Lena aus den Klassen 10d, 9b, 8d und 10b sowie an unsere noch aktiven Schülersprecher des vergangenen Schuljahres Mia, Mattias und Lenya. Ob Kasse betreuen, Kaffee kochen, Geschirr spülen oder dort einspringen, wo gerade zwei Hände zu wenig waren – ihr wart unermüdlich im Einsatz!

So darf ein Schuljahr gerne beginnen: mit einem vollen Haus und vielen netten Begegnungen!

Corinna Hartwich-Beck

Werte, die anstecken – Wertebotschafterinnen und CourageCoaches begeistern angehende Lehrkräfte

Werte, die anstecken – Wertebotschafterinnen und CourageCoaches begeistern angehende Lehrkräfte

Auch ein noch so erfolgreiches Schuljahr geht irgendwann zu Ende – und für unsere Wertebotschafterinnen Lenya und Sophia hätte es kaum einen passenderen Schlusspunkt geben können. Der unterfränkische Wertetag für angehende Lehrkräfte an der Wilhelm-Sattler-Realschule in Schweinfurt bildete am 28.07.2026 den krönenden Abschluss eines ereignisreichen Jahres voller Workshops, Schulbesuche, aber auch Ausbildungseinheiten. Denn nur vier Tage nachdem Sophia ihre Ernennungsurkunde als Wertebotschafterin in Nürnberg erhalten hatte, standen die beiden bereits wieder auf der Bühne – voller Energie, Ideen und Begeisterung für das, was sie in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit ihrem Werte-Team auf die Beine gestellt hatten.

Gemeinsam mit ihren Schweinfurter Wertebotschafterkolleginnen Lilly, Emilia und Marlene zeigten sie eindrucksvoll, wie lebendige Wertearbeit an Schulen aussehen kann. Statt trockener Theorie erwartete die angehenden Lehrkräfte ein praxisnaher Einblick in zahlreiche Projekte, die in den vergangenen Monaten durchgeführt worden waren. Die Schülerinnen präsentierten Ausschnitte aus ihren gemeinsam gestalteten Workshops für die 7. Klassen, berichteten von Kurzschulungen an Grundschulen in Wasserlosen, Eltmann und Schweinfurt sowie von vielfältigen Aktionen an ihren eigenen Schulen, bei denen bereits die jüngeren Jahrgangsstufen aktiv eingebunden wurden.

Doch Zuhören allein war an diesem Vormittag ausdrücklich nicht vorgesehen. Mit Methoden wie dem Blitzlicht oder „warme Dusche“ machten die Wertebotschafterinnen die Studienreferendarinnen und -referendare selbst zu Mitwirkenden und bewiesen einmal mehr, dass Werte dann am stärksten wirken, wenn man sie nicht nur erklärt, sondern erlebt.

Unterstützt wurden sie dabei von den Courage-Teams beider Schulen. Stellvertretend für die Wallburg-Realschule informierten Lenya und Sofia über ihre Ausbildung zu CourageCoaches, und ermöglichten gemeinsam mit den Schweinfurter Schülerinnen Einblicke in Projekte mit externen Partnern wie Kolping – Netzwerk für Geflüchtete oder thevo. Doch auch sie präsentierten Auszüge aus ihren Workshops in den 5. und 8. Klassen, die sich mit den verschiedenen Formen von Diskriminierung bzw. mit dem Schwerpunkt „Homophobie“ auseinandersetzten. Kreativ, authentisch und voller Praxisbezug zeigten Lenya und Sofia, wie Demokratiebildung, Zivilcourage und gegenseitiger Respekt im Schulalltag ganz selbstverständlich gelebt werden können.

Dass junge Menschen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf Augenhöhe erreichen, wurde an diesem Tag besonders deutlich. Genau dieses Peer-to-Peer-Prinzip bezeichneten die beteiligten Lehrkräfte Carina Thorwarth, Susanne Müller und Corinna Hartwich-Beck ebenso wie die teilnehmenden Studienreferendarinnen und -referendare als einen unschätzbaren Gewinn für die schulische Wertebildung.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren engagierten Mädels Lenya, Sophia und Sofia. Mit ihrer Begeisterung, ihrer Kreativität und ihrem unermüdlichen Einsatz haben sie gezeigt, dass Werte keine Schlagworte sind, sondern dann ihre größte Kraft entfalten, wenn junge Menschen sie selbstbewusst vorleben. Oder anders gesagt: Wer andere mit seiner Haltung ansteckt, verändert nicht nur den Schulalltag – sondern manchmal tatsächlich ein kleines Stück Welt.

Corinna Hartwich-Beck

„Wir haben eine Stimme!“ – Wenn Mitbestimmung lebendig wird

„Wir haben eine Stimme!“ – Wenn Mitbestimmung lebendig wird

Wie viel Mitbestimmung steckt eigentlich in der SMV? Welche Rechte haben Klassen- und Schülersprecher? Und was macht der Landesschülerrat überhaupt? Antworten auf diese Fragen gab es beim diesjährigen SMV-Workshop am 23.07.2026– und zwar aus erster Hand.

Mit Jana Bäuerlein, einer ehemaligen Schülerin der Wallburg-Realschule und heute stellvertretenden Landesschülersprecherin der beruflichen Schulen, sowie Antonio Ferreira Barrozo, dem amtierenden Landesschülersprecher der Realschulen, waren gleich zwei echte Experten zu Gast. Nur wenige Stunden nach dem Workshop endete mit seiner Entlassfeier als Absolvent auch Antonios Amtszeit als Landesschülersprecher – ein passender Schlusspunkt nach einem Engagement, das er mit spürbarer Leidenschaft ausgeübt hat.

Dass Politik und Mitbestimmung alles andere als trockene Themen sein müssen, bewiesen die beiden Referenten vom ersten Moment an. Statt langer Vorträge hieß es zunächst: Bonbon schnappen! Die Farbe des Bonbonpapiers entschied über die Gruppenzugehörigkeit – und schon ging es in altersgemischten Teams ans erste Brainstorming. Warum ist SMV-Arbeit wichtig? Und was stellt ihr euch unter dem Landesschülerrat beziehungsweise den Landesschülersprechern vor? Die Ideen wurden auf Flipcharts gesammelt, vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Wie viele Realschüler vertritt der Landesschülerrat bayernweit eigentlich? Hier wurde innerhalb der verschiedenen Gruppen wild spekuliert, die Auflösung sorgte durchaus für erstaunte Gesichter und machte deutlich, welche Verantwortung hinter diesem Ehrenamt steckt.

Anschließend gewährten Jana und Antonio spannende Einblicke in die Arbeit des Landesschülerrats: Sie erklärten die gesetzlich verankerten Rechte der SMV – etwa das Anhörungsrecht – und verdeutlichten mithilfe eines Erklärvideos anschaulich, wie die verschiedenen Ebenen der Schülervertretung von der eigenen Schule bis auf Landesebene miteinander verknüpft sind. Persönliche Erlebnisse von Tagungen in Kochel am See, Rhetorikseminaren und anderen Veranstaltungen machten den Vortrag besonders authentisch. Dabei blieb auch Raum für lebhafte Diskussionen – unter anderem über die Wehrpflicht –, bei denen die Klassen- und Schülersprecher engagiert ihre eigenen Standpunkte einbrachten.

Besonders spannend erschienen auch Janas Einblicke in ihre Arbeit auf Bundesebene. Sie berichtete von Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern und zeigte eindrucksvoll, dass junge Menschen durchaus die Möglichkeit haben, Bildungspolitik aktiv mitzugestalten.

Doch nicht nur zuhören war gefragt: In einer weiteren Gruppenarbeitsphase sammelten die Schüler ihre Ideen auf Moderationskarten. Welche Themen sollte der Landesschülerrat künftig aufgreifen? Welche Anliegen gehören eher auf die Agenda der eigenen SMV? Schnell füllte sich die Pinnwand mit kreativen Vorschlägen. Wünsche wie höhere Zuschüsse für Klassenfahrten oder mehr lebensnahe Unterrichtsinhalte – etwa das Ausfüllen einer Steuererklärung – wird Jana mit in den Landesschülerrat nehmen. Andere Ideen, beispielsweise Unterricht im Freien, weniger Doppelstunden oder der Verzicht auf unangekündigte Tests, wurden den Aufgaben der schuleigenen SMV zugeordnet.

Auch unser Schulleiter Herr Greb ließ es sich nicht nehmen, dem Workshop einen Besuch abzustatten. Während einer kurzen Workshop-Pause nutzte er die Gelegenheit zum Austausch mit den beiden Referenten und brachte dabei mit einem Augenzwinkern auch die Sicht eines Schulleiters bzgl. des Budgets für Klassenfahrten in die Diskussion ein. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt von der fachlichen Kompetenz, der Eloquenz und dem außergewöhnlichen Engagement der beiden Workshopleiter.

Nach 90 Minuten voller Diskussionen, neuer Perspektiven und lebendiger Gruppenarbeit war vor allem eines deutlich geworden: Demokratie beginnt nicht erst in Parlamenten – sie beginnt im Klassenzimmer, in der SMV und überall dort, wo junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau dazu ermutigten Jana und Antonio ihre jüngeren Mitstreiter immer wieder: die eigenen Rechte zu kennen, sich einzumischen, Ideen einzubringen und die Interessen der Schülerschaft selbstbewusst zu vertreten.

Passender hätte deshalb auch das gemeinsame Abschlussbild kaum sein können. Unter dem Motto „Wir haben eine Stimme!“ verewigten sich alle Teilnehmenden mit ihren Fingerabdrücken auf einer Leinwand – als sichtbares Zeichen dafür, dass jede Stimme zählt. Denn Schule lebt nicht nur vom Lernen, sondern auch vom Mitgestalten. Und genau dafür haben Jana und Antonio an diesem Vormittag mit Herzblut, Leidenschaft und jeder Menge Begeisterung ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt.

Corinna Hartwich-Beck

Urkunde in der Hand – das Herz längst beim Werte-Team

Urkunde in der Hand – das Herz längst beim Werte-Team

Manchmal ist eine Urkunde nur noch das i-Tüpfelchen. Denn eigentlich gehörte Sophia Horn aus der Klasse 8d schon lange dazu: Seit Beginn dieses Schuljahres engagiert sie sich mit viel Freude im Werte-Team der Wallburg-Realschule unter der Regie der aktuellen Wertebotschafterin Lenya Zösch, plante Workshops mit, sammelte erste Erfahrungen in verschiedenen Projekten und begeisterte sich dafür, wie Werte im Schulalltag lebendig werden können. Am vergangenen Freitag, dem 24.07.26 folgte nun der offizielle Abschluss ihrer Ausbildung: In Nürnberg erhielt sie ihre Urkunde als inzwischen vierte Wertebotschafterin unserer Schule.

Der Weg dorthin war abwechslungsreich und praxisnah. Erstmals setzte sich die Ausbildung aus zwei Präsenzveranstaltungen in Nürnberg – die erste fand bereits am 25.02.26 statt – sowie zwei begleitenden Online-Sessions am 20.04.26 und 15.06.26 zusammen. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Nordbayern beschäftigte sich Sophia intensiv mit der Frage, welche Werte unser Miteinander tragen und wie diese nachhaltig an Schulen vermittelt werden können.

Neben den theoretischen Grundlagen rund um das Thema „Werte“ standen vor allem ganz konkrete Inhalte auf dem Programm: Wie begegnen wir Werten in digitalen Räumen? Wie entwickelt man aus einer Idee ein erfolgreiches Projekt? Und wie gelingt es, andere für gemeinsames Engagement zu begeistern? Die Ausbildung wurde von erfahrenen externen Referentinnen und Referenten gestaltet und – wie schon bei ihren drei Vorgängerinnen – von der Betreuungslehrkraft Corinna Hartwich-Beck begleitet.

Für Sophia stellte vieles jedoch keine graue Theorie dar. Denn schon während ihrer Ausbildung war sie vollständig in das seit dem Schuljahr 2019/20 bestehende Werte-Team integriert und konnte dort unmittelbar praktische Erfahrungen sammeln. Ob bei den inzwischen fest etablierten Workshops in den fünften und sechsten Klassen, bei der Kooperation mit den Wertebotschafterinnen der Wilhelm-Sattler-Realschule Schweinfurt in den siebten Klassen oder bei gemeinsamen Aktionen an drei verschiedenen Grundschulen – überall brachte sie sich engagiert ein, gewann Sicherheit und entwickelte ein gutes Gespür dafür, wie Wertearbeit junge Menschen erreichen kann.

Dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit auch künftig fortgeführt werden kann, freut alle Beteiligten besonders: Zeitgleich wurden auch zwei Schülerinnen der Schweinfurter Realschule, nämlich Emilia und Marlene, als Wertebotschafterinnen ausgebildet. Damit bleibt die enge Kooperation der beiden Schulen nicht nur bestehen, sondern erhält neuen Schwung.

Und Sophia? Die denkt schon längst einen Schritt weiter. Bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres möchte sie ihre erste eigene Projektidee verwirklichen: Eine monatliche Werteviertelstunde für die Jahrgangsstufen 5 bis 8 soll regelmäßig kleine Denkanstöße geben, Gespräche anregen und zeigen, dass Respekt, Toleranz, Verantwortung und Hilfsbereitschaft nicht nur Schlagworte sind, sondern den Schulalltag jeden Tag ein Stück besser machen können.

Mit Sophia wächst das Werte-Team der Wallburg-Realschule um eine weitere engagierte junge Persönlichkeit, die Verantwortung übernimmt und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zum Mitmachen motivieren möchte. Wir gratulieren ihr ganz herzlich zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Wertebotschafterin und freuen uns schon jetzt auf viele neue Ideen, spannende Projekte und jede Menge gelebte Werte an unserer Schule!

Corinna Hartwich-Beck